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Let’s talk about…Menstruationstassen

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Jede Frau zwischen der Pubertät und der Menopause benötigt sie rund einmal im Monat: Menstruationshygiene. Doch dafür, dass die Periode eine doch nicht ganz unerhebliche Rolle im Leben von Mädchen und Frauen ausmacht, fällt es vielen verhältnismäßig schwer, sie zu thematisieren. Auch wenn unsere Kultur menstruierende Frauen nicht per se stigmatisiert, werden sie doch auch nicht dazu ermutigt, darüber zu sprechen. Geht es um „die Tage“, werden diese oft eher bei bei vorgehaltener Hand und etwas peinlich berührt behandelt, stiefmütterlich und als unrein betrachtet. Auch ich habe etwas gezögert, hier auf dem Blog darüber zu schreiben, konnte aber nicht länger vor mir rechtfertigen, sonst so viel Wert auf female Empowerment zu legen und mich dann hier zu genieren.

Als in meiner Mädelsclique alle in der Pubertät waren, haben wir einmal kurz über die Frage „Binde oder Tampon“ gesprochen, das Thema dann aber wieder ad acta gelegt. Ehrlich gesagt habe ich mich mit beidem nie wirklich wohlgefühlt, aber es als notwendiges Übel abgetan. Von Alternativprodukten habe ich erst Jahre später erfahren, mit Anfang 20. Zunächst skeptisch, traute ich mich dann Mitte 20 doch einmal, ein solches auszuprobieren.

Inzwischen verwende ich Lunacups seit rund vier Jahren und bin sehr zufrieden. Da ich immer wieder auf interessierte Mädchen und Frauen stoße, die sich bisher noch nicht ganz sicher sind, ob eine Menstruationstasse etwas für sie ist, fasse ich an dieser Stelle mal meine Erfahrungen zusammen.

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Vor- und Nachteile von Mensturationstassen:

Vorteile:

1. Keine bösen Überraschungen

Wer kennt es nicht? Lieblingsunterhose an und dann spontan die Tage bekommen. Mist! Lunacups kann frau schon vor Beginn der Tage einsetzen, denn im Gegensatz zu Tampons haben sie keine austrocknende Wirkung. Keine doofe Überraschung und die Lieblingsunterhose somit gerettet.

2. Frei von Schadstoffen

Tampons und Binden werden aus Baumwolle hergestellt, die chemisch teils extrem stark behandelt wird. Selbst Bioprodukte schneiden in Tests nur mittelmäßig ab. Mondtassen bestehen aus Silikon und sind schadstofffrei.

3. Abfallvermeidung

Wer sich den Mülleimer einmal während bzw. nach den Tagen anschaut, weiß, wovon ich bei „Abfall“ spreche. Rechnet Mal aus, wie viel Tampons oder Binden ihr täglich, monatlich oder Jährlich verbraucht, ihr werdet staunen. Das ist ganz schön viel Müll, der da zusammenkommt. Umweltschonend sieht anders aus.

4. Spart Geld

Eng mit dem letzten Punkt der Masse an verbrauchten Produkten ist auch der finanzielle Aspekt verbunden. Hersteller geben an, dass die Tassen bis zu 10 Jahre verwendet werden können. Bedenkt ihr, wie viel Geld ihr in dieser Zeit für Monatshygiene ausgegeben hättet, spart ihr jede Menge ein. Noch dazu entkommt ihr der hohen Steuer für Tamons und Binden. Diese beträgt nämlich in Deutschland 19 Prozent, also nicht den verminderten Steuersatz, dem Grundnahrungsmittel, aber z. B. auch Bücher oder Blumensträuße unterliegen. Vielleicht sind euch in anderen Ländern ja mal Kampagnen rund um das Thema „Menstruieren ist kein Luxus“ aufgefallen. Eine Menstruationstasse wird zwar (vermutlich) auch mit 19 Prozent besteuert, aber ihr werdet immerhin nicht jeden Monat aufs Neue abgezockt.

5. Minimalistischer

Die meisten Menschen neigen ja tendenziell zur Vorratshaltung. Und wer regelmäßig Tampons oder Binden verwendet, wäre ja auch schön blöd, entsprechende Produkte nicht dann zu kaufen, wenn sie gerade im Angebot sind. Und wer sich nicht mehr sicher ist, ob noch welche zu Hause sind, kauft eben noch eine Packung, wird ja nicht schlecht. Das stimmt zwar grundsätzlich auch, aber der Platz ist dann eben doch begrenzt. Eine Schublade mit 236 Tampons gehört mit Menstruationstasse der Vergangenheit an. Frau braucht exakt ein Exemplar, that’s it. Die ist entweder in Gebrauch oder benötigt nur minimal Platz.

6. Unabhängigkeit

Wer gerne reist, hat vielleicht schon bemerkt, dass gerade Tampons unterschiedlich daher kommen. „Was bitte soll ich mit  bzw. ohne Applikator machen und finde ich überhaupt Hygieneprodukte, die für mich angenehm sind, wenn ich sie brauche?“ sind nur wenige Fragen, die dabei aufkommen können. Als ich in Moldawien ankam, und von meiner Mitbewohnerin (hey, that’s you <3) darauf hingewiesen wurde, dass es mitunter recht schwierig und/oder teuer sein kann, entsprechende Produkte zu finden, war ich noch glücklicher über die Menstruationstasse, die ich ohne großen Aufwand überall mit hinnehmen kann und die mich unabhäghängig von den jeweilig erhältlichen Hygieneartikeln im spezifischen Land macht.

7. Angenehm zu tragen

Last but not least ein natürlich sehr wichtiger Aspekt: das Tragegefühl: Was nützen einem all die positiven Aspekte, wenn es sich nicht gut anfühlt?! Zumindest für mich tut es das aber und schenke ich dem Internet glauben, bin ich damit nicht allein. Durch die flexible Struktur passt sich alles ergonomisch wunderbar an und austrocknen tut, wie bereits erwähnt, auch nichts.

Nachteile:

1. Zeitaufwand

Erst einmal Vorweg: einen wirklichen Nachteil hat die Menstruationstasse für mich eigentlich nicht. Um fair zu sein, muss aber erwähnt werden, dass es minimal mehr Zeit kostet, das Produkt monatlich fünf Minuten auszukochen und zwischen der Benutzung zu reinigen. Einen Tampon auszupacken ist geringfügig weniger zeitaufwendig als die Tasse auszuspülen. Auch das Einsetzen dauert am Anfang vielleicht ein klein bisschen, mit etwas Übung geht das aber ruckzuck.

2. Gewöhnungsbedürftig

Für manche Frauen ist es sicherlich erst einmal komisch, ihr Blut so deutlich vor sich zu sehen, gerade in Tampons ist es deutlich versteckter. Wer sich vor Blut ekelt, ist vielleicht erst einmal schockiert. Meist ist es aber nur eine Frage der Gewöhnung.

Gebrauch:

Einsetzen:

Vor dem Einführen sollte frau die Menstruationstasse für 5 Minuten auskochen. Wer keinen Topf verwenden möchte, findet auch entsprechende Mikrowellenprodukte, die für kleines Geld zusätzlich erworben werden können. Zum Einführen die Tasse falten (C-förmig hat sich bei mir am besten bewährt, s. Foto) und dann aufploppen lassen. Am besten geht das übrigens, wenn die Tasse zuvor mit sehr kaltem Wasser abgespült wurde. Zum Schluss den Sitz überprüfen, indem du mit einem Finger vorsichtig am Tassenrand entlangstreichst. Dadurch wird verhindert, das etwas danebengeht. Falls du dich anfänglich unsicher fühlst, kann die Mondtasse auch gut mit waschbaren Stoffpads (s. u.) kombiniert werden, die du online oder in Unverpacktläden kaufen kannst und auch einzeln als Ersatz zu Einmalbinden verwenden kannst. Die Tiefe, in der die Menstruationstasse eingesetzt wird, kann variiert werden, also am besten einfach ausprobieren, wie es am besten passt.

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Waschbare Stoffpads (hier: Sckoon Organic Pads)

Entfernen:

Zum Entfernen leicht mit dem Beckenboden gegen die Tasse drücken und somit das Vakuum auflösen. Tasse mit 2 Fingern leicht zusammendrücken und dann vorsichtig am Stil/dem Ring ziehen. Mit lauwarmen/kaltem Wasser ausspülen und wieder einsetzen. Am Ende der Menstruation nochmal auskochen (optional) und bis zur nächsten Menstruation im Stoffbeutelchen, das meist mitgeliefert wird, aufbewahren.

Beides braucht meist ganz wenig Übung, aber mit der Gebrauchsanleitung und ggf. einem Erklärvideo sollte es klappen.

Produkte:

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Herstellern. Ich habe bisher die Me Luna und die Ruby Cup ausprobiert. Meine Me Luna hatte einen Ring und war aus recht weichem Silikon. Für den Anfang fand ich sie gut, allerdings verlor das Silikon mit der Zeit seine Festtigkeit und sie ploppte nicht mehr so gut auf. Deshalb habe ich sie nach 3 Jahren gegen eine Ruby Cup ausgewechselt. Diese ist deutlich fester und bislang bin ich mit ihr sehr zufrieden, obwohl ich anfänglich wegen des Stils etwas skeptisch war. Ich bin gespannt, wie lange sie hält, da mich die 3 Jahre bei der Me Luna doch etwas enttäuscht haben, wenn 10 Jahre versprochen werden. Allerdings hat sich der Kauf auch so schon kosten- und ressourcenmäßig bezahlt gemacht.

Bezugsquellen:

Die Mondtassen erfreuen sich inzwischen einer gewissen Beliebtheit, weshalb sie inzwischen sogar in der Drogerie zu bekommen sind. Ich möchte dir zum Kauf besonders die inzwischen zum Glück zahlreich vorhandenen Unverpackt-Läden ans Herz legen. Ansonsten gibt es aber auch diverse Onlineshops, die alternative Mensturationsprodukte vertreiben.

Fazit:

Falls du dich bisher mit herkömmlichen Monatshygieneprodukten nicht so wirklich wohlgefühlt hast, einfach neugierig bist oder umweltschonender leben möchtest, würde ich dir empfehlen, der Mondtasse einfach mal eine Chance zu geben. Manchmal braucht es etwas, bis mensch sich aus der Komfortzone traut, zumindest für mich hat es sich aber definitiv gelohnt.

ABER: Wenn du dich am Ende gar nicht wohlfühlst oder es gar nicht erst ausprobieren möchtest, weil schon die Vorstellung dich erschaudern lässt, lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Trotz der vielen positiven Aspekte entscheidest du, was für dich und deinen Körper akzeptabel bzw. angenehm ist.

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Mission Plastikfrei: Brotdosen, Lunchboxen und Bentoboxen aus Edelstahl

Brotdosen komplett

In meinem immer wieder gern hervorgekramten Artikel über mein Vorhaben, Plastik zu reduzieren und Müll zu vermeiden habe ich damals als Ziel genannt, mir für unterwegs Alternantiven zu Plastikdosen zu suchen. Inzwischen haben sich nun schon verschiedene Modelle angesammelt. Nicht nur, um euch an meinem Fortschritt teilhaben zu lassen, sondern auch, um euch einige Erfahrungen im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit mitzugeben, stelle ich euch die Dosen heute im Einzelnen vor. Falls ihr selbst gerade auf der Suche seid, hilft euch die Aufstellung vielleicht sogar bei der Kaufentscheidung weiter. Für uns gilt, dass wir keine der Dosen missen möchten, auch wenn wir manche ein bisschen lieber mögen als andere.

ECO Brotbox, Modell Dabba Magic mit Snackbox

Die ECO Brotbox macht einen sehr soliden Eindruck, der einen nicht täuscht. Die Dose ist auch nach knapp 2 Jahren noch nicht verbeult. Allerdings, das ist ein Nachteil, ist gerade die untere Etage sehr flach, da die obere Brotdose halb in dieser einsinkt (gewollt). Dadurch muss selbst eine zusammengeklappte Brotscheibe schon arg gequetscht werden, für Cookies ist diese Ebene aber perfekt. Oben hat eine Stulle besser Platz, bei einem Brötchen wird es dann aber schon wieder eng. Die obere Brotdose kann, genauso wie die Snackbox, in die wir gerne selbstgemixtes Studentenfutter füllen, auch separat transportiert werden, die untere Dose hingegen hat keinen eigenen Deckel. Wir nutzen die Dose zwar regelmäßig, meistens aber eher als Ergänzung zu einer weiteren Brotdose oder wenn wir mal in unserem Lieblingscafé ein Stück Kuchen holen, diesen aber zu Hause konsumieren möchten. Allein fasst sie zumindest für zwei eher hungrige Zeitgenossen wie uns nicht genügend Essen, um uns durch einen ganzen Tag zu bringen. Die Dose ist leider auch nicht auslaufsicher, einmal ist mir der Deckel zudem schon abgegangen (dies passiert allerdings nicht, wenn ihr die Boxen gemeinsam verwendet, dann wird der Deckel nämlich zusätzlich durch die Bügel fixiert).

ECO Brotbox #1

ECO Brotbox #2

ECO Brotbox #3

LunchBots, Modell Bento Duo

Die ebenfalls nicht auslaufsicheren Bento-Boxen von Lunchbots gibt es in verschiedenen Aufteilungen, aber da es in dem Laden, in dem wir eingekauft haben, nur dieses Modell gab, mussten wir uns gar nicht erst mit der Frage nach der besten Partitionierung befassen. Letztendlich gefällt uns die Dose aber sehr gut, denn auf beiden Seiten ist genug Platz für je ein kleines Sandwich oder auch mal ein (eher flaches) Brötchen. So genutzt ist für viel mehr dann aber kein Raum. Vielleicht noch für einen kleinen Riegel oder ein paar Cocktailtomaten, das war’s dann aber auch. Da die Dose nicht auslaufsicher ist, ist auch hier der Nutzungsumfang eingeschränkt. Minimal stabiler auf den ersten Blick wirkt im direkten Vergleich die ECO-Brotbox, beide sind aber nach fast zwei Jahren Gebrauch nicht sichtbar beschädigt. Der Deckel hat sich auch hier schonmal beim Transport gelöst, als ich sie wohl zu gierig bepackt hatte.

Lunchbots #1

Lunchbots #2

Life Without Plastic, Modell Round Stainless Stell Airtight Take-Out Container with Dividers

Diese Dose kauften wir vor rund einem Jahr als Ergänzung zu den Brotdosen, denn im Gegensatz zu diesen ist die Box von Life Without Plastic auslaufsicher. Zunächst war ich etwas skeptisch, inwiefern die drei Klammern, die den abgedichteten Deckel auf der Dose fixieren, mit der Zeit an Spannung einbüßen würden, aber bislang sind noch keine Abnutzungserscheinungen aufgetreten. So kann sich mein Mann inzwischen regelmäßig über ein „richtiges“ Mittagessen freuen, wenn am Vortag etwas übrig geblieben ist und sich dabei sicher sein, dass nichts ausläuft. Wir beide genießen unsere Hauptmahlzeit auch gerne mal auf Zimmertemperatur, falls ihr euch aber ein warmes Essen wünscht, solltet ihr natürlich daran denken, zum Aufwärmen einen separaten Teller zu verwenden, sonst sprüht die Mikrowelle so „lustige“ Funken, die die Kolleginnen wahrscheinlich nicht ganz so sehr erfreuen wird und auch ziemlich einschüchternd sind. Grundsätzlich kann die Dose mit herausnehmbaren Wänden auch in 2-4 Sektionen geteilt werden, aber da wir weniger die Bentotypen sind, haben wir diese noch nie genutzt. Grundsätzlich gefällt uns die Dose so gut, dass wir uns noch eine zweite gekauft haben. Das einzige, worauf ich achten würde ist, dass nichts direkt auf den Klammern liegt und sich diese öffnen. Das ist bisher erst einmal passiert, allerdings ohne schlimmere Auswirkungen, bei Suppe wäre es eventuell kritischer gewesen. Der Behälter fasst 1,1 Liter, also eine ordentliche Portion.

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Life Without Plastic, Modell Stainless Steel Airtight Watertight Food Storage Container – 12 cm / 4 3/4″

Die kleine Schwester des Take-Out Containers fasst 675 Mililiter und ist ebenfalls auslaufsicher. Wir nutzen sie nicht so regelmäßig wie letztere. Wenn ich allerdings unterwegs bin und zuhause nicht zum Frühstücken gekommen bin, nehme ich mir darin sehr gerne Overnight Oats oder auch mal Müsli mit. Auch für Obstsalat oder ein bisschen Rohkost hat die Dose eine perfekte Größe. Des weiteren ist sie mit sieben Zentimetern unsere höchste Box und somit unsere erste Wahl, wenn wir mal einen Muffin oder Cupcake mitnehmen oder einen solchen in einem Café kaufen und nach Hause transportieren möchten.

Life Without Plastik klein #1

Life Without Plastik klein #2

Life Without Plastic klein #3

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Buchvorstellung: Zero Waste Home

Zero Waste Home front

Wie ihr auf dem Blog wahrscheinlich schon mitbekommen habt, beschäftige ich mich derzeit viel mit der Reduzierung von Plastik, das nicht selten als Einwegprodukt daherkommt (Plastikbesteck lässt grüßen) und generell von Abfällen, nicht nur in der Küche, sondern beispielsweise auch im Bad. Obwohl Bea Johnson die Galionsfigur der Zero Waste Bewegung ist, hörte ich zuallererst von ihrer „kleinen Schwester im Geiste“, Lauren Singer. Auf sie bin ich vor rund anderthalb Jahren durch einen Artikel auf irgendeiner amerikanischen Seite aufmerksam geworden und sofort saugte ich alles auf, was ich auf ihrem Blog Trash is for Tossers über diesen ressoucenschonenden Lebensstil las. Einige Änderungen hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon implementiert, doch die Vielfalt der Möglichkeiten war mir damals noch nicht ansatzweise bewusst.

Bea Johnson, die auch Lauren Singer als Vorbild nennt, lernte ich erst über diesen Umweg kennen und muss zugeben, bei einem ersten Blick auf ihren Blog Zero Waste Home noch nicht übermäßig begeistert gewesen zu sein (ich habe keine Ahnung mehr, warum). Vielleicht war es der Tatsache geschuldet, dass eine Studentin mir wesentlich mehr Identifikationspunkte ermöglichte, die es bei einer in einem für meine Verhältnisse riesigen Haus lebenden Familie mit Kids nicht so ohne Weiteres gab. Ich habe ein paar Artikel gelesen, die mir, möglicherweise auch aufgrund der Tatsache, dass ich keine Englisch-Muttersprachlerin bin, irgendwie sehr streng vorkamen (als ich neulich nochmal den Blog las, konnte ich für das Zustandekommen dieses Eindrucks allerdings keine Erklärung mehr finden). Manchmal macht vielleicht auch einfach die vermeintliche Perfektion zunächst Angst. I don’t know. Als ich jedoch vor ein paar Monaten mal wieder auf Youtube nach Zero Waste Inspiration suchte und dabei über Bea Johnsons Rede bei Google stolperte, war sie mir plötzlich ultrasympathisch und ich beschloss, mir doch ihr Buch zu kaufen.

Da ich in der Bibliothek keine Chance hatte, ihr Buch zu finden (und die Möglichkeit einer Fernleihe zu diesem Zeitpunkt noch nicht bedacht habe), war ihr Buch tatsächlich das erste, das ich mir zum Thema Zero Waste/Minimalismus zulegte. Ich sehe einen gewissen Widerspruch darin, mir Bücher zu kaufen, die sich mit der Reduzierung von Besitz befassen. Das ist schon ziemlich ironisch, ne? Nicht zuletzt deshalb schlägt die Autorin im Buch selbst auch vor, dieses nach dem Lesen in der Bibliothek abzugeben oder an Freunde/Verwandte weiterzugeben, was ich definitiv machen werde.

Jetzt aber mal zum Buch selbst. Ich habe es mir in der Taschenbuchausgabe gekauft. Erschienen ist dieses bei Scribner und kostet in Amerika rund 17 Dollar. Da englischsprachige Bücher in Deutschland keiner Buchpreisbindung unterliegen, kann der Preis schon mal zehn Euro auseinanderklaffen. Ich meine, ich habe rund 20 Euro bezahlt. Das Buch ist auch als E-Book erhältlich, da ich allerdings keinen entsprechenden Reader habe und das Lesen am Laptop für mich nicht sonderlich komfortabel ist, entschied ich mich für die Version zum anfassen.

Am Anfang des Buchs beschreibt Bea Johnson ihren persönlichen Weg zum Zero Waste Lifestyle (wobei sie betont, dass es derzeit unmöglich ist, bei 0,00 Prozent Müll herauszukommen) und stellt ihre fünf Grundprinzipien (die so genannten 5 R’s) Refuse (what we do not need), Reduce (what we do need and cannot refuse), Reuse (what we consume and cannot refuse or reduce), Recycle (what we cannot refuce, reduce or reuse) und Rot (compost the rest) vor. Auf diese kommt sie im Laufe der einzelnen Kapitel immer wieder zurück. Letztere sind sehr gut strukturiert und übersichtlich in die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Hauses und des alltäglichen Lebens gegliedert. So widmet sie sich hier der Küche und dem Einkaufen (dem Bereich, an den vermutlich die meisten zunächst denken, wenn sie „Zero Waste“ hören), dem Badezimmer, Toilettenartikeln und Wellness, dem Schlafzimmer und dem Kleiderschrank, dem Haushalt und der Instandhaltung, dem Arbeitsplatz und Junk Mail, Kindern und der Schule, Feiertagen und Geschenken sowie Zero Waste unterwegs. Am Ende eines jeden Kapitels gibt sie eine kleine, kompakte Zusammenfassung über die 5 R’s, die in diesem Bereich möglich sind. Außerdem gibt es Tipps zum Implementieren dieses Lebensstils (auch wenn sie diese zudem in den einzelnen Unterkapiteln liefert). In einem abschließenden Kapitel befasst sie sich mit der Zukunft von Zero Waste und zeichnet eine Utopie, wie sich eine Zero Waste Welt gestalten könnte. Im Anhang befinden sich noch einige Links und Bezugsquellen, wobei diese überwiegend für in den USA lebende Menschen interessant sind.

Für mich hat die Lektüre des Buchs sehr viel gebracht. Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit Minimalismus und bin seither stetig am downsizen meines Kleiderschranks, des Kücheninventars oder des Bücherregals, die ich regelmäßig durchgehe um zu sehen, ob alles noch aktuell ist und benötigt wird. Hierfür bietet das Buch zahlreiche Inspirationen und Praxistipps. Bea Johnson zeigt wunderbar die Verbindung zwischen Minimalismus und Zero Waste auf, ohne dabei lehrmeisterinnenhaft daherzukommen. Sie betont stets, dass Prioritäten anders verteilt sein können und etwas, das für ihre Familie und sie funktionieren kann, für andere eben nicht funktioniert. Gleichzeitig ermutigt sie aber dazu, bestimmte Dinge einfach mal auszuprobieren und bestärkt einen darin, sich nicht so leicht abwimmeln zu lassen, wenn einem etwas wichtig ist (sei es von der Frau am Tresen, die, für mich als Veganerin nicht relevant, Fleisch oder Käse nicht in die mitgebrachte Dose füllen möchte und auch nicht von hartnäckigen Unternehmen, die den Briefkasten mit Werbekatalogen fluten).

Sehr erfrischend finde ich es auch, dass sie immer mehrere Seiten beleuchtet. So habe ich durch das Buch zum Beispiel rausgefunden, dass in Amerika so gut auf selbstgemachte Zahnpasta zurückgegriffen werden kann, da das Wasser dort in den meisten Regionen wohl fluoridiert ist. Auch geht sie darauf ein (darüber hatte ich auch schon nachgedacht), dass verpackungsfrei relativ ist, da der Unverpackt-Laden die Produkte natürlich verpackt bekommt und somit eine Art „Lagerfläche“ darstellt, die man selbst zu Hause bräuchte, würde man Großpackungen bestellen. Großpackungen sind, bezogen auf die Relation Verpackung/Inhalt „günstiger“ als kleinere Verpackungen, bei denen im Verhältnis recht viel Müll anfällt. Sonnencreme kauft sie inzwischen zwar lose, aber damals hat sie noch gesagt, dass sie bei starker Sonnen-Exponition auf Sonnencreme aus Glas oder Metallbehältern zurückgreift. Ich finde das insofern interessant, als es für mich manchmal etwas schwer erscheint, alle Komponenten (die eigenen [evtl. sogar gesundheitlich erforderlichen] Bedürfnisse, das Vegan-sein eines Produkts und die Unverpacktheit…) unter einen Hut zu bringen. So finde ich auch, dass es weniger darauf ankommt, dass der von einem produzierte Müll am Ende des Jahres in ein Mason Jar passt, sondern, dass man sich den Umweltfolgen seines Konsums erst einmal bewusst wird und für sich versucht, diese, so gut es eben geht, einzudämmen. Dabei müssen auch Opportunitätskosten wie Zeit oder auch zurückgelegte Wege berücksichtigt werden, denn was bringt es einem, wenn man in der Theorie zwar ein tolles, verpackungsfreies Leben führen könnte, aber dafür dann den ganzen Tag in der Küche stehen müsste oder, noch besser: erstmal mit dem Auto eine lange Strecke auf sich nehmen muss, um dann verpackungsfrei einzukaufen, was ökologisch natürlich auch nicht sinnvoll wäre?

Generell lädt das Buch sowohl zum Nachdenken als auch zum Mit- und Nachmachen ein und wird durch zahlreiche Listen und Rezepte abgerundet. Ein ganz tolles Buch für alle, denen ein nachhaltiger Lebensstil am Herzen liegt. 292 großartige Seiten, inklusive detailliertem Index, sodass das Buch auch auf bestimmte Themen hin durchsucht werden kann, wenn gerade keine Zeit ist, es von vorne bis hinten durchzulesen. Ich selbst habe mit den Gebieten begonnen, die mich am meisten interessierten und es dann nochmal komplett gelesen, um es in einem Gesamtkontext zu haben. Über die ein oder andere Erkenntnis, werde ich sicherlich noch berichten.

Zero Waste Home back

Selbstgemachte Body Butter

Zutaten Body Butter

Früher sammelten sich in meinem Badezimmer massig Kosmetik- und Pflegeprodukte. Verglichen mit anderen Frauen war dieser Berg vermutlich noch klein, aber für meine Geschmack viel zu groß. Mit dem Versuch, ein minimalistischeres und plastikärmeres Leben zu führen, kam dann auch die Einsicht, dass ich 95 Prozent davon sowieso nicht benötige und so brauchte ich die Sachen überwiegend auf (einen Teil habe ich verkauft/verschenkt), kaufte aber nur noch die absoluten Basics nach. Nur weil Werbung suggeriert, dass jede einzelne Körperstelle ihre eigene Pflegelotion verdient, ist dem noch lange nicht so. Ich machte mich also auf die Suche nach ein paar Allroundern, die noch dazu unbedenklich in ihrer Zusammensetzung sein sollten. Das Problem dabei ist, dass auch zertifizierte Naturkosmetik meistens in Kunststoffverpackungen daherkommt und es teilweise recht schwierig ist, Produkte ohne Alkohol zu finden, da dieser hier oftmals andere Konservierungsstoffe ersetzt, die in der Naturkosmetik nicht zum Einsatz kommen dürfen.

Irgendwann ging ich dazu über, für die Haar-, Gesichts- und Körperpflege Öle zu verwenden. Da ich den Klassiker, Kokosöl*, vom Geruch her allerdings als zu intensiv empfinde und mir Shea Butter pur etwas zu hart ist, fing ich vor einer Weile an, meine eigene Bodybutter zu machen. Diese besteht aus ganz wenigen Inhaltsstoffen, ist gesundheitlich unkritisch und blitzschnell hergestellt. Noch dazu könnt ihr mit dem Rezept unterschiedliche Konsistenzen erziele. Aber seht selbst, wie einfach es ist.

*Kokosöl steht teilweise aufgrund der Erntemethode in der Kritik. Es gibt allerdings auch Unternehmen, in denen keine Affen eingesetzt werden. Laut meiner Recherche (s. Kommentare) ist dies auch bei Alnatura der Fall (d. h. dort ernten Menschen), aber ich schreibe demnächst auch nochmal unterschiedliche Unternehmen an und teile die Infos dann gerne in einem separaten Blogpost.

Für ein mittelgroßes Glas Body Butter benötigt ihr:

♥ 75 g Bio Kokosöl

♥ 75 g Bio Shea Butter

♥ Optional ein paar Tropfen ätherisches Öl (bio)

Herstellung

1. Kokosöl- und Sheabutter im Wasserbad unter gelegentlichem Rühren schmelzen, nicht zu hoch erhitzen.

2. Nach Wunsch ein paar Tropfen ätherisches Öl ergänzen. Man kann auch Öl selbst aromatisieren, das ist dann nicht so star konzentriert, aber funktioniert auch. Dafür z. B. Tonkabohnen oder eine Vanilleschote für ein paar Wochen in Mandel- oder Rapsöl ziehen lassen und zum Schluss 1-2 TL zur Kokos-Shea-Mischung geben (vom ätherischen Öl benötigt ihr weniger).

3. Um keine Energie zu verschwenden, zunächst abkühlen lassen, bevor ihr das Öl in ein Gefäß schüttet und im Kühlschrank fest werden lasst.

4. Nun besteht die Möglichkeit, die feste Body Butter noch mit einem Rührbesen kurz aufzuschlagen, sodass die Konsistenz eine fluffigere ist und sich leichter dosieren lässt. Im Sommer bewahre ich sie im Kühlschrank, im Winter im Badezimmer auf.

Body Butter

Body Butter

aufgeschlagene Body Butter

aufgeschlagene Body Butter

Ich finde, so eine selbstgemachte Body Butter eignet sich auch wunderbar zum Verschenken. Die Öle kaufe ich immer in Metall- oder Glasdosen, die ich anschließend weiterverwende, wenn diese leer sind.