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Vegane Cinnamon Rolls mit Frosting

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Tübingen hat nicht viele Spots, die für Veganer*innen sonderlich interessant sind. Wenn neben dem Essen auch noch die Atmosphäre in den Blick genommen wird…well…lassen wir das. Das Willi in der Wilhelmstraße ist mir da eine willkommene Ausnahme, nicht zuletzt, da es mit seinem Second-Hand-Interieur auch in Berlin verortet sein könnte und mich an Tagen, an denen ich wehmütig an meine Herzensstadt denke, mit Matcha-Cupcakes tröstet.

Das Café ist nicht rein vegan, hat jedoch eine kleine, aber feine wechselnde Auswahl. Neben Cupcakes gibt es Nussecken, Kuchen und sagenhaft gute Panini mit Grillgemüse. Pflanzenmilch ist hier kein Fremdwort, wer statt den Pappbecher mitzunehmen eine eigene Tasse to go mitbringt, bekommt Rabatt, wer Edelstahldosen auf den Tresen legt und fragt, ob der Kuchen auch dort hinein gepackt werden könne, wird nicht komisch angeschaut, sondern erntet Lob und die gebrauchten Möbel, auf oder an denen mensch sitzt, sind verkäuflich (unser Sofa ist übrigens von dort). Achja, hatte ich die Kleidertauschparties und Flohmärkte, die hier ausgerichtet werden, erwähnt? Ihr versteht, warum ich es hier mag…

Falls ihr euch nun fragt, wie ich den Bogen von einer eher ungeplanten Cafévorstellung zu Zimtschnecken schlagen möchte, aufgepasst: Der große Nachteil, beim Besuch von nicht rein veganen Restaurants und Cafés ist die Tatsache, dass einem auch immer wieder unvegane „Leckereien“ begegnen, die zwar super ausschauen, aber die eben nicht tierleidfrei sind. Und so schmachte ich hier schon seit Ewigkeiten die Zimtschnecken mit Frosting an, insbesondere dann, wenn ich mit Leuten dort bin, die ebendiese bestellt haben. Damit die unerfüllte Lust nach Cinnamon Rolls nun endlich ein Ende hat, habe ich mir in „Selbst-ist-die-Frau-Manier“ eben selbst welche gebacken.

Ein Rezept hätte ich sicherlich gefunden, aber das wäre langweiliger gewesen als einfach in den (Kühl-)Schrank zu schauen und mit dem zu backen, was noch da war und das Internet dann wiederum mit einem weiteren veganen Zimtschnecken-Rezept zu erfreuen. Übrigens mein zweites, denn vor gefühlt 100 Jahren habe ich schonmal ein Rezept für Zimtschnecken veröffentlicht, diese sind aber mit Fertig-Blätterteig gemacht. Und die Bilder sind…ach, ich werde ganz nostalgisch, wenn ich an die Digicam denke, die ich zu meinem 18. Geburtstag bekommen habe…aber genug Nähkästchenplauderei für heute, hier endlich das Rezept:

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Zutaten:

Für den Teig

♥ 300 g Dinkelmehl Type 603

♥ 160 ml Pflanzenmilch

♥ 5 g Trockenhefe

♥ 50g Roh-Rohrzucker

♥ 1 gehäufter TL Zimt

♥ 1 Prise Salz

Für die Füllung

♥ 80 g vegane Margarine oder Rapsöl

♥ 80 g Roh-Rohrzucker

♥ 1 gehäufter TL Zimt

♥ 1 Prise gemahlene Vanille

♥ 1 Apfel

♥ 60 g Rosinen (optional)

Fürs Frosting

♥ 75 g Puderzucker

♥ 2 EL Zitronensaft oder Wasser

Zubereitung:

1. Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben. Pflanzenmilch auf dem Herd oder in der Mikrowelle auf eine lauwarme Temperatur erhitzen. Die Hefe zur Pflanzenmilch geben, umrühren und rund 5 Minuten stehen lassen.

2. Pflanzenmilch und Hefe zum Mehl geben und unter Zugabe der restlichen Zutaten zu einem Teig verkneten. Mindestens eine Stunde ruhen lassen. Anschließend auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen. Mein Teigstück war am Ende ca. 35×45 cm groß.

3. Falls für die Füllung Margarine verwendet wird, diese schmelzen (das Öl bedarf keiner weiteren „Vorbehandlung“) und mit dem Zucker, dem Zimt und der Vanille vermengen. Auf dem ausgerollten Teig verteilen.

4. Apfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Anschließend den Apfel in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit – falls erwünscht – den Rosinen auf der Füllung verteilen.

5. Teig von der Längsseite her aufrollen und die Teigrolle anschließend in gleichmäßige Stücke schneiden.

6. Springform mit 26 cm Durchmesser einfetten und die Zimtschnecken in diese hineinsetzen. Bei 180° C für 22-25 backen, bis sie leicht gebräunt sind.

7. Fürs Frosting den Puderzucker sieben und anschließend mithilfe eines Schneebesens mit der Flüssigkeit vermengen. Ich mag den Kontrast zwischen süß und sauer, weshalb ich gerne Zitronensaft verwende, aber mit Wasser oder Saft funktioniert das ganze natürlich auch.

8. Wer möchte, dass das Frosting fest wird, sollte die Zimtschnecken vor dem besprenkeln mit dem Frosting am besten abkühlen lassen, ich esse sie aber am liebsten, wenn sie noch etwas warm sind und das Frosting noch flüssig ist.

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Changes.

Käsespätzle

Wie heißt es so schön? „Alles neu‘ macht der Mai“?! Auch wenn dies, soweit ich informiert bin, zwar eigentlich auf die Erneuerung in der Natur bezogen ist, trifft der Spruch definitv auch auf die aktuellen Entwicklungen in meinem Leben zu, denn guess what: Wir ziehen um! Gut, wenn ihr mir auf Instagram folgt, wisst ihr das vermutlich schon längst und auch, dass der Umzug mich ein bisschen weiter weg führt als nur 2 Straßen weiter oder in den nächsten Bezirk.

Wir ziehen nämlich ins Ländle, wie Baden-Württemberg hier überall liebevoll genannt wird, nach Tübingen, um genau zu sein. Damit gehen natürlich nicht nur äußere und offensichtliche Veränderungen einher (Berlin hat „minimal“ mehr Einwohner, „minimal“ mehr vegane Angebote, „minimal“ mehr Fairtrade-Shops, aber trotzdem habe ich mich auf den ersten Blick ins wunderschöne Tübingen verliebt und bin sehr zuversichtlich); aber natürlich bringt so ein Umzug über eine so lange Distanz auch Herausforderungen organisatorischer Natur mit sich, so dass ihr euch nicht wundern dürft, wenn es hier in den nächsten paar Monaten etwas ruhiger ist. Noch haben wir keine Wohnung, keine Küche, kein Umzugsunternehmen, weshalb ich in nächster Zeit vermutlich nicht dazu kommen werde, diverse Speisen auf Tellerchen zu drapieren oder Berichte zu schreiben. Facebook und Instagram werde ich aber zwischendurch vermutlich nutzen, für den Fall, dass ihr Up-to-Date sein wollt :)

Die Spätzle auf dem Bild oben habe ich übrigens nicht selbst geschabt (auch wenn ich passenderweise schon ein Spätzlebrett besitze), sondern gekauft. Mit ein bisschen Wilmersburger, Sahne und Liebe wurden dann nach einem anstrengenden Tag voller Wohnungsbesichtigungen eine große Portion Keese-Spätzle daraus. Ein elaborierteres Rezept folgt, sobald die Küche steht.