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Let’s talk about…Menstruationstassen

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Jede Frau zwischen der Pubertät und der Menopause benötigt sie rund einmal im Monat: Menstruationshygiene. Doch dafür, dass die Periode eine doch nicht ganz unerhebliche Rolle im Leben von Mädchen und Frauen ausmacht, fällt es vielen verhältnismäßig schwer, sie zu thematisieren. Auch wenn unsere Kultur menstruierende Frauen nicht per se stigmatisiert, werden sie doch auch nicht dazu ermutigt, darüber zu sprechen. Geht es um „die Tage“, werden diese oft eher bei bei vorgehaltener Hand und etwas peinlich berührt behandelt, stiefmütterlich und als unrein betrachtet. Auch ich habe etwas gezögert, hier auf dem Blog darüber zu schreiben, konnte aber nicht länger vor mir rechtfertigen, sonst so viel Wert auf female Empowerment zu legen und mich dann hier zu genieren.

Als in meiner Mädelsclique alle in der Pubertät waren, haben wir einmal kurz über die Frage „Binde oder Tampon“ gesprochen, das Thema dann aber wieder ad acta gelegt. Ehrlich gesagt habe ich mich mit beidem nie wirklich wohlgefühlt, aber es als notwendiges Übel abgetan. Von Alternativprodukten habe ich erst Jahre später erfahren, mit Anfang 20. Zunächst skeptisch, traute ich mich dann Mitte 20 doch einmal, ein solches auszuprobieren.

Inzwischen verwende ich Lunacups seit rund vier Jahren und bin sehr zufrieden. Da ich immer wieder auf interessierte Mädchen und Frauen stoße, die sich bisher noch nicht ganz sicher sind, ob eine Menstruationstasse etwas für sie ist, fasse ich an dieser Stelle mal meine Erfahrungen zusammen.

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Vor- und Nachteile von Mensturationstassen:

Vorteile:

1. Keine bösen Überraschungen

Wer kennt es nicht? Lieblingsunterhose an und dann spontan die Tage bekommen. Mist! Lunacups kann frau schon vor Beginn der Tage einsetzen, denn im Gegensatz zu Tampons haben sie keine austrocknende Wirkung. Keine doofe Überraschung und die Lieblingsunterhose somit gerettet.

2. Frei von Schadstoffen

Tampons und Binden werden aus Baumwolle hergestellt, die chemisch teils extrem stark behandelt wird. Selbst Bioprodukte schneiden in Tests nur mittelmäßig ab. Mondtassen bestehen aus Silikon und sind schadstofffrei.

3. Abfallvermeidung

Wer sich den Mülleimer einmal während bzw. nach den Tagen anschaut, weiß, wovon ich bei „Abfall“ spreche. Rechnet Mal aus, wie viel Tampons oder Binden ihr täglich, monatlich oder Jährlich verbraucht, ihr werdet staunen. Das ist ganz schön viel Müll, der da zusammenkommt. Umweltschonend sieht anders aus.

4. Spart Geld

Eng mit dem letzten Punkt der Masse an verbrauchten Produkten ist auch der finanzielle Aspekt verbunden. Hersteller geben an, dass die Tassen bis zu 10 Jahre verwendet werden können. Bedenkt ihr, wie viel Geld ihr in dieser Zeit für Monatshygiene ausgegeben hättet, spart ihr jede Menge ein. Noch dazu entkommt ihr der hohen Steuer für Tamons und Binden. Diese beträgt nämlich in Deutschland 19 Prozent, also nicht den verminderten Steuersatz, dem Grundnahrungsmittel, aber z. B. auch Bücher oder Blumensträuße unterliegen. Vielleicht sind euch in anderen Ländern ja mal Kampagnen rund um das Thema „Menstruieren ist kein Luxus“ aufgefallen. Eine Menstruationstasse wird zwar (vermutlich) auch mit 19 Prozent besteuert, aber ihr werdet immerhin nicht jeden Monat aufs Neue abgezockt.

5. Minimalistischer

Die meisten Menschen neigen ja tendenziell zur Vorratshaltung. Und wer regelmäßig Tampons oder Binden verwendet, wäre ja auch schön blöd, entsprechende Produkte nicht dann zu kaufen, wenn sie gerade im Angebot sind. Und wer sich nicht mehr sicher ist, ob noch welche zu Hause sind, kauft eben noch eine Packung, wird ja nicht schlecht. Das stimmt zwar grundsätzlich auch, aber der Platz ist dann eben doch begrenzt. Eine Schublade mit 236 Tampons gehört mit Menstruationstasse der Vergangenheit an. Frau braucht exakt ein Exemplar, that’s it. Die ist entweder in Gebrauch oder benötigt nur minimal Platz.

6. Unabhängigkeit

Wer gerne reist, hat vielleicht schon bemerkt, dass gerade Tampons unterschiedlich daher kommen. „Was bitte soll ich mit  bzw. ohne Applikator machen und finde ich überhaupt Hygieneprodukte, die für mich angenehm sind, wenn ich sie brauche?“ sind nur wenige Fragen, die dabei aufkommen können. Als ich in Moldawien ankam, und von meiner Mitbewohnerin (hey, that’s you <3) darauf hingewiesen wurde, dass es mitunter recht schwierig und/oder teuer sein kann, entsprechende Produkte zu finden, war ich noch glücklicher über die Menstruationstasse, die ich ohne großen Aufwand überall mit hinnehmen kann und die mich unabhäghängig von den jeweilig erhältlichen Hygieneartikeln im spezifischen Land macht.

7. Angenehm zu tragen

Last but not least ein natürlich sehr wichtiger Aspekt: das Tragegefühl: Was nützen einem all die positiven Aspekte, wenn es sich nicht gut anfühlt?! Zumindest für mich tut es das aber und schenke ich dem Internet glauben, bin ich damit nicht allein. Durch die flexible Struktur passt sich alles ergonomisch wunderbar an und austrocknen tut, wie bereits erwähnt, auch nichts.

Nachteile:

1. Zeitaufwand

Erst einmal Vorweg: einen wirklichen Nachteil hat die Menstruationstasse für mich eigentlich nicht. Um fair zu sein, muss aber erwähnt werden, dass es minimal mehr Zeit kostet, das Produkt monatlich fünf Minuten auszukochen und zwischen der Benutzung zu reinigen. Einen Tampon auszupacken ist geringfügig weniger zeitaufwendig als die Tasse auszuspülen. Auch das Einsetzen dauert am Anfang vielleicht ein klein bisschen, mit etwas Übung geht das aber ruckzuck.

2. Gewöhnungsbedürftig

Für manche Frauen ist es sicherlich erst einmal komisch, ihr Blut so deutlich vor sich zu sehen, gerade in Tampons ist es deutlich versteckter. Wer sich vor Blut ekelt, ist vielleicht erst einmal schockiert. Meist ist es aber nur eine Frage der Gewöhnung.

Gebrauch:

Einsetzen:

Vor dem Einführen sollte frau die Menstruationstasse für 5 Minuten auskochen. Wer keinen Topf verwenden möchte, findet auch entsprechende Mikrowellenprodukte, die für kleines Geld zusätzlich erworben werden können. Zum Einführen die Tasse falten (C-förmig hat sich bei mir am besten bewährt, s. Foto) und dann aufploppen lassen. Am besten geht das übrigens, wenn die Tasse zuvor mit sehr kaltem Wasser abgespült wurde. Zum Schluss den Sitz überprüfen, indem du mit einem Finger vorsichtig am Tassenrand entlangstreichst. Dadurch wird verhindert, das etwas danebengeht. Falls du dich anfänglich unsicher fühlst, kann die Mondtasse auch gut mit waschbaren Stoffpads (s. u.) kombiniert werden, die du online oder in Unverpacktläden kaufen kannst und auch einzeln als Ersatz zu Einmalbinden verwenden kannst. Die Tiefe, in der die Menstruationstasse eingesetzt wird, kann variiert werden, also am besten einfach ausprobieren, wie es am besten passt.

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Waschbare Stoffpads (hier: Sckoon Organic Pads)

Entfernen:

Zum Entfernen leicht mit dem Beckenboden gegen die Tasse drücken und somit das Vakuum auflösen. Tasse mit 2 Fingern leicht zusammendrücken und dann vorsichtig am Stil/dem Ring ziehen. Mit lauwarmen/kaltem Wasser ausspülen und wieder einsetzen. Am Ende der Menstruation nochmal auskochen (optional) und bis zur nächsten Menstruation im Stoffbeutelchen, das meist mitgeliefert wird, aufbewahren.

Beides braucht meist ganz wenig Übung, aber mit der Gebrauchsanleitung und ggf. einem Erklärvideo sollte es klappen.

Produkte:

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Herstellern. Ich habe bisher die Me Luna und die Ruby Cup ausprobiert. Meine Me Luna hatte einen Ring und war aus recht weichem Silikon. Für den Anfang fand ich sie gut, allerdings verlor das Silikon mit der Zeit seine Festtigkeit und sie ploppte nicht mehr so gut auf. Deshalb habe ich sie nach 3 Jahren gegen eine Ruby Cup ausgewechselt. Diese ist deutlich fester und bislang bin ich mit ihr sehr zufrieden, obwohl ich anfänglich wegen des Stils etwas skeptisch war. Ich bin gespannt, wie lange sie hält, da mich die 3 Jahre bei der Me Luna doch etwas enttäuscht haben, wenn 10 Jahre versprochen werden. Allerdings hat sich der Kauf auch so schon kosten- und ressourcenmäßig bezahlt gemacht.

Bezugsquellen:

Die Mondtassen erfreuen sich inzwischen einer gewissen Beliebtheit, weshalb sie inzwischen sogar in der Drogerie zu bekommen sind. Ich möchte dir zum Kauf besonders die inzwischen zum Glück zahlreich vorhandenen Unverpackt-Läden ans Herz legen. Ansonsten gibt es aber auch diverse Onlineshops, die alternative Mensturationsprodukte vertreiben.

Fazit:

Falls du dich bisher mit herkömmlichen Monatshygieneprodukten nicht so wirklich wohlgefühlt hast, einfach neugierig bist oder umweltschonender leben möchtest, würde ich dir empfehlen, der Mondtasse einfach mal eine Chance zu geben. Manchmal braucht es etwas, bis mensch sich aus der Komfortzone traut, zumindest für mich hat es sich aber definitiv gelohnt.

ABER: Wenn du dich am Ende gar nicht wohlfühlst oder es gar nicht erst ausprobieren möchtest, weil schon die Vorstellung dich erschaudern lässt, lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Trotz der vielen positiven Aspekte entscheidest du, was für dich und deinen Körper akzeptabel bzw. angenehm ist.

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