Archiv der Kategorie: Nachhaltigkeit

Let’s talk about…Menstruationstassen

menstruationstasse-1

Jede Frau zwischen der Pubertät und der Menopause benötigt sie rund einmal im Monat: Menstruationshygiene. Doch dafür, dass die Periode eine doch nicht ganz unerhebliche Rolle im Leben von Mädchen und Frauen ausmacht, fällt es vielen verhältnismäßig schwer, sie zu thematisieren. Auch wenn unsere Kultur menstruierende Frauen nicht per se stigmatisiert, werden sie doch auch nicht dazu ermutigt, darüber zu sprechen. Geht es um „die Tage“, werden diese oft eher bei bei vorgehaltener Hand und etwas peinlich berührt behandelt, stiefmütterlich und als unrein betrachtet. Auch ich habe etwas gezögert, hier auf dem Blog darüber zu schreiben, konnte aber nicht länger vor mir rechtfertigen, sonst so viel Wert auf female Empowerment zu legen und mich dann hier zu genieren.

Als in meiner Mädelsclique alle in der Pubertät waren, haben wir einmal kurz über die Frage „Binde oder Tampon“ gesprochen, das Thema dann aber wieder ad acta gelegt. Ehrlich gesagt habe ich mich mit beidem nie wirklich wohlgefühlt, aber es als notwendiges Übel abgetan. Von Alternativprodukten habe ich erst Jahre später erfahren, mit Anfang 20. Zunächst skeptisch, traute ich mich dann Mitte 20 doch einmal, ein solches auszuprobieren.

Inzwischen verwende ich Lunacups seit rund vier Jahren und bin sehr zufrieden. Da ich immer wieder auf interessierte Mädchen und Frauen stoße, die sich bisher noch nicht ganz sicher sind, ob eine Menstruationstasse etwas für sie ist, fasse ich an dieser Stelle mal meine Erfahrungen zusammen.

menstruationstasse-2

Vor- und Nachteile von Mensturationstassen:

Vorteile:

1. Keine bösen Überraschungen

Wer kennt es nicht? Lieblingsunterhose an und dann spontan die Tage bekommen. Mist! Lunacups kann frau schon vor Beginn der Tage einsetzen, denn im Gegensatz zu Tampons haben sie keine austrocknende Wirkung. Keine doofe Überraschung und die Lieblingsunterhose somit gerettet.

2. Frei von Schadstoffen

Tampons und Binden werden aus Baumwolle hergestellt, die chemisch teils extrem stark behandelt wird. Selbst Bioprodukte schneiden in Tests nur mittelmäßig ab. Mondtassen bestehen aus Silikon und sind schadstofffrei.

3. Abfallvermeidung

Wer sich den Mülleimer einmal während bzw. nach den Tagen anschaut, weiß, wovon ich bei „Abfall“ spreche. Rechnet Mal aus, wie viel Tampons oder Binden ihr täglich, monatlich oder Jährlich verbraucht, ihr werdet staunen. Das ist ganz schön viel Müll, der da zusammenkommt. Umweltschonend sieht anders aus.

4. Spart Geld

Eng mit dem letzten Punkt der Masse an verbrauchten Produkten ist auch der finanzielle Aspekt verbunden. Hersteller geben an, dass die Tassen bis zu 10 Jahre verwendet werden können. Bedenkt ihr, wie viel Geld ihr in dieser Zeit für Monatshygiene ausgegeben hättet, spart ihr jede Menge ein. Noch dazu entkommt ihr der hohen Steuer für Tamons und Binden. Diese beträgt nämlich in Deutschland 19 Prozent, also nicht den verminderten Steuersatz, dem Grundnahrungsmittel, aber z. B. auch Bücher oder Blumensträuße unterliegen. Vielleicht sind euch in anderen Ländern ja mal Kampagnen rund um das Thema „Menstruieren ist kein Luxus“ aufgefallen. Eine Menstruationstasse wird zwar (vermutlich) auch mit 19 Prozent besteuert, aber ihr werdet immerhin nicht jeden Monat aufs Neue abgezockt.

5. Minimalistischer

Die meisten Menschen neigen ja tendenziell zur Vorratshaltung. Und wer regelmäßig Tampons oder Binden verwendet, wäre ja auch schön blöd, entsprechende Produkte nicht dann zu kaufen, wenn sie gerade im Angebot sind. Und wer sich nicht mehr sicher ist, ob noch welche zu Hause sind, kauft eben noch eine Packung, wird ja nicht schlecht. Das stimmt zwar grundsätzlich auch, aber der Platz ist dann eben doch begrenzt. Eine Schublade mit 236 Tampons gehört mit Menstruationstasse der Vergangenheit an. Frau braucht exakt ein Exemplar, that’s it. Die ist entweder in Gebrauch oder benötigt nur minimal Platz.

6. Unabhängigkeit

Wer gerne reist, hat vielleicht schon bemerkt, dass gerade Tampons unterschiedlich daher kommen. „Was bitte soll ich mit  bzw. ohne Applikator machen und finde ich überhaupt Hygieneprodukte, die für mich angenehm sind, wenn ich sie brauche?“ sind nur wenige Fragen, die dabei aufkommen können. Als ich in Moldawien ankam, und von meiner Mitbewohnerin (hey, that’s you <3) darauf hingewiesen wurde, dass es mitunter recht schwierig und/oder teuer sein kann, entsprechende Produkte zu finden, war ich noch glücklicher über die Menstruationstasse, die ich ohne großen Aufwand überall mit hinnehmen kann und die mich unabhäghängig von den jeweilig erhältlichen Hygieneartikeln im spezifischen Land macht.

7. Angenehm zu tragen

Last but not least ein natürlich sehr wichtiger Aspekt: das Tragegefühl: Was nützen einem all die positiven Aspekte, wenn es sich nicht gut anfühlt?! Zumindest für mich tut es das aber und schenke ich dem Internet glauben, bin ich damit nicht allein. Durch die flexible Struktur passt sich alles ergonomisch wunderbar an und austrocknen tut, wie bereits erwähnt, auch nichts.

Nachteile:

1. Zeitaufwand

Erst einmal Vorweg: einen wirklichen Nachteil hat die Menstruationstasse für mich eigentlich nicht. Um fair zu sein, muss aber erwähnt werden, dass es minimal mehr Zeit kostet, das Produkt monatlich fünf Minuten auszukochen und zwischen der Benutzung zu reinigen. Einen Tampon auszupacken ist geringfügig weniger zeitaufwendig als die Tasse auszuspülen. Auch das Einsetzen dauert am Anfang vielleicht ein klein bisschen, mit etwas Übung geht das aber ruckzuck.

2. Gewöhnungsbedürftig

Für manche Frauen ist es sicherlich erst einmal komisch, ihr Blut so deutlich vor sich zu sehen, gerade in Tampons ist es deutlich versteckter. Wer sich vor Blut ekelt, ist vielleicht erst einmal schockiert. Meist ist es aber nur eine Frage der Gewöhnung.

Gebrauch:

Einsetzen:

Vor dem Einführen sollte frau die Menstruationstasse für 5 Minuten auskochen. Wer keinen Topf verwenden möchte, findet auch entsprechende Mikrowellenprodukte, die für kleines Geld zusätzlich erworben werden können. Zum Einführen die Tasse falten (C-förmig hat sich bei mir am besten bewährt, s. Foto) und dann aufploppen lassen. Am besten geht das übrigens, wenn die Tasse zuvor mit sehr kaltem Wasser abgespült wurde. Zum Schluss den Sitz überprüfen, indem du mit einem Finger vorsichtig am Tassenrand entlangstreichst. Dadurch wird verhindert, das etwas danebengeht. Falls du dich anfänglich unsicher fühlst, kann die Mondtasse auch gut mit waschbaren Stoffpads (s. u.) kombiniert werden, die du online oder in Unverpacktläden kaufen kannst und auch einzeln als Ersatz zu Einmalbinden verwenden kannst. Die Tiefe, in der die Menstruationstasse eingesetzt wird, kann variiert werden, also am besten einfach ausprobieren, wie es am besten passt.

menstruationstasse-3

stoffpads

Waschbare Stoffpads (hier: Sckoon Organic Pads)

Entfernen:

Zum Entfernen leicht mit dem Beckenboden gegen die Tasse drücken und somit das Vakuum auflösen. Tasse mit 2 Fingern leicht zusammendrücken und dann vorsichtig am Stil/dem Ring ziehen. Mit lauwarmen/kaltem Wasser ausspülen und wieder einsetzen. Am Ende der Menstruation nochmal auskochen (optional) und bis zur nächsten Menstruation im Stoffbeutelchen, das meist mitgeliefert wird, aufbewahren.

Beides braucht meist ganz wenig Übung, aber mit der Gebrauchsanleitung und ggf. einem Erklärvideo sollte es klappen.

Produkte:

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Herstellern. Ich habe bisher die Me Luna und die Ruby Cup ausprobiert. Meine Me Luna hatte einen Ring und war aus recht weichem Silikon. Für den Anfang fand ich sie gut, allerdings verlor das Silikon mit der Zeit seine Festtigkeit und sie ploppte nicht mehr so gut auf. Deshalb habe ich sie nach 3 Jahren gegen eine Ruby Cup ausgewechselt. Diese ist deutlich fester und bislang bin ich mit ihr sehr zufrieden, obwohl ich anfänglich wegen des Stils etwas skeptisch war. Ich bin gespannt, wie lange sie hält, da mich die 3 Jahre bei der Me Luna doch etwas enttäuscht haben, wenn 10 Jahre versprochen werden. Allerdings hat sich der Kauf auch so schon kosten- und ressourcenmäßig bezahlt gemacht.

Bezugsquellen:

Die Mondtassen erfreuen sich inzwischen einer gewissen Beliebtheit, weshalb sie inzwischen sogar in der Drogerie zu bekommen sind. Ich möchte dir zum Kauf besonders die inzwischen zum Glück zahlreich vorhandenen Unverpackt-Läden ans Herz legen. Ansonsten gibt es aber auch diverse Onlineshops, die alternative Mensturationsprodukte vertreiben.

Fazit:

Falls du dich bisher mit herkömmlichen Monatshygieneprodukten nicht so wirklich wohlgefühlt hast, einfach neugierig bist oder umweltschonender leben möchtest, würde ich dir empfehlen, der Mondtasse einfach mal eine Chance zu geben. Manchmal braucht es etwas, bis mensch sich aus der Komfortzone traut, zumindest für mich hat es sich aber definitiv gelohnt.

ABER: Wenn du dich am Ende gar nicht wohlfühlst oder es gar nicht erst ausprobieren möchtest, weil schon die Vorstellung dich erschaudern lässt, lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Trotz der vielen positiven Aspekte entscheidest du, was für dich und deinen Körper akzeptabel bzw. angenehm ist.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Aufräumen mit Marie Kondo

marie-kondos-buecher

Marie Kondo ist die Ikone des Aufräumens und derzeit in aller Munde. Wer sich mit dem Thema Minimalismus bzw. Reduzierung von Besitz auseinandersetzt, kommt an ihr eigentlich nicht vorbei. Grund genug, euch ihr Buch „The Life-Changing Magic of Tidying“ sowie ihre Praxisbuch „Spark Joy“ näher vorzustellen. Für den Fall, dass ihr es nicht ganz so detailliert möchtet, springt gerne gleich zu meinem Fazit am Ende meines Artikels.

Aufräumtechnisch macht mir so schnell eigentlich niemand was vor. Schon als Kind habe ich supergerne mein Zimmer aufgeräumt und sogar regelmäßig meinem Bruder dabei geholfen, Ordnung in sein Spielzeug zu bringen oder gar alte Versandkataloge meiner Eltern aussortiert, wann immer ich durfte. Doch als in dem Minimalistenforum, in dem ich Mitglied bin (damals noch ein separater Thread bei Kleiderkreisel) so viele anfingen, von Marie Kondo zu schwärmen, musste ich mir das Buch doch mal anschauen. Ich habe es, das muss ich zu meiner Schande gestehen, nicht ausgeliehen, sondern gekauft, da ich es unbedingt in der Originalsprache lesen wollte, wobei es ein Weilchen gedauert hat, bis ich dann auch mal kapiert hatte, dass das Buch zuerst auf Japanisch erschienen ist und nicht in englischer Sprache verfasst wurde. Aber da hatte ich es eh schon auf Englisch bestellt und war mit dieser Wahl auch sehr zufrieden. Für mich klingen Ratgeber auf deutsch irgendwie immer besonders altbacken.

Auch wenn schon der Titel keine minimalistischen Schwerpunkte verspricht, hatte ich Minimalismus aufgrund verschiedener Rezensionen als integralen Bestandteil erwartet. Dies trifft allerdings nur eingeschränkt zu. Hauptsächlich (es gibt Ausnahmen!) befasst sich das Buch nicht schwerpunktmäßig mit dem Nutzen von Gegenständen („Brauche ich wirklich 150 Paar Schuhe?“), sondern stellt die persönliche Beziehung zu diesen in den Mittelpunkt: „Bereitet mir Teil xy Freude oder nicht?“ Wenn von den 150 Schuhe im Schuhschrank 99 positive Gefühle („Spark Joy“) hervorrufen, dürfen diese entsprechend der Logik von Marie Kondo auch bleiben. Positive Gefühle legt die Autorin der Praxis halber weiter aus, damit auch aktuelle Steuerratgeber oder Tesafilm, die nicht unbedingt dazu prädestiniert sind, stärkere positive Emotionen hervorzurufen, jedoch sehr nutzlich seien können und das Leben vereinfachen, erfasst werden können.

Ziel ist es für sie also nicht, am Ende einen reduzierten Capsule Wardrobe erschaffen zu haben, sondern nur noch von Dingen umgeben zu sein, die einen beglücken. Gleichzeitig soll beim Ausmisten Ordnung geschaffen werden. Auch wenn die positive Grundeinstellung zur (gut sortierten!) Schuhsammlung Gegenteiliges vermuten lassen würde, vertritt Kondo durchaus die These, dass die meisten Menschen, gemessen daran, was sie wirklich glücklich macht, zu viel besitzen. So legt sie ihren Klient*innen bzw. Leser*innen auch erst einmal nahe, vor dem Aufräumen gründlich auszusortieren, wobei sie im Buch leider konstant dazu rät, die Dinge, die nicht bleiben dürfen, wegzuwerfen. Sicherlich wäre es hier ratsam, alternative Ansätze zu wählen, gerade weil sie Dingen ohnehin einen hohen Stellenwert einräumt und diese geradezu personifiziert. Vor diesem Hintergrund wäre es nur konsequent, materiellen Gütern Achtsamkeit zu schenken, indem auf eine mögliche Weiternutzung hingewiesen wird, die ja auch viel ressourcenschonender wäre. Allerdings scheint Kondo hier einen eher individualistischen und für sie pragmatischen Ansatz zu verfolgen: Aus den Augen, aus dem Sinn – je schneller die Dinge aus dem Haus kommen, desto besser.

Beim Aussortieren selbst geht Kondo sehr strukturiert vor, nämlich nach den Kategorien Kleidung, Bücher, Dokumente, Sonstiges sowie Erinnerungsstücke und zwar genau in dieser Reihenfolge, da sie die Meinung vertritt, dass es leichter sei, sich von Kleidung als von Erinnerungsstücken zu trennen. Wesentlicher Bestandteil der KonMari-Methode ist es, alle Güter einer Kategorie an einem Ort zu versammeln und diese dann auf einmal auf ihre Fähigkeit, Freude zu versprühen zu „testen“. Laut Marie Kondo ist das Chaos bei vielen Menschen der Tatsache geschuldet, dass sie sich beim Aufräumen immer einem bestimmten Ort widmen, dabei aber beispielsweise vergessen, dass im Keller, auf dem Dachboden oder aber im Flur noch weitere sieben Winterjacken hängen, die sie weder alle brauchen noch mögen. Gleichzeitig empfiehlt Kondo, sich lieber wenige Tage und an einem Stück dem Aufräumen zu widmen als jeden Donnerstagnachmittag eine Schublade aufzuräumen. Wer so vorgehe, werde nie fertig und schaffe auch kein passendes System, das jedoch zentral sei, um Unordnung dauerhaft zu vermeiden: Nur, wenn jedes einzelne Teil einen festen Platz in der Wohnung habe, sei es möglich, die Wohnung dauerhaft von Chaos zu befreien.

Dazu bietet sie insbesondere in ihrem zweiten Buch, das sie seltsamerweise erst für Menschen, die das erste Buch komplett durchgearbeitet haben (also bereits Ordnung mit der KonMari-Methode geschaffen haben), empfiehlt, gute Praxistipps, sei es zum effizienten Falten und Lagern von Kleidung oder dem Sortieren des Badezimmerschranks. Wer das zweite Buch also überhaupt kaufen möchte (die Methode lässt sich auch allein mit dem ersten gut begreifen), sollte es meines Erachtens parallel oder unmittelbar nach dem ersten lesen, um die Erkenntnisse dann gleich verarbeiten zu können.

Mein Fazit:

Marie Kondos Bücher waren für mich durchaus inspirierend. Ihre Methode, nach Kategorie und in einem Rutsch aufzuräumen, entspricht meiner sonstigen Aufräumpraxis, sodass hier nicht mehr so viel Neues für mich dabei war. Die ein oder andere Idee, etwa zu Faltmethoden von Socken oder der Lagerung von T-Shirts habe ich jedoch mitgenommen. Auch manche Zitate bzw. Konzepte sind mir durchaus positiv im Gedächtnis geblieben. So etwa „Sometime means never“ bzw. „Sometime never comes“, wenn es darum geht, dass Dinge, die bisher nicht verwendet wurden, oft nur aufbewahrt werden, weil sie irgendwann vielleicht doch gelesen, getragen oder gebraucht werden könnten.
Auch die Frage „Am I having trouble getting rid of this because of an attachment to the past or because of fear for the future?“ finde ich durchaus wichtig. Wir müssen uns klar machen, dass Erinnerungen im Kopf und nicht in der verstaubten Kiste auf dem muffig-feuchten Dachboden gespeichert sind. Als Foodbloggerin musste ich auch ganz besonders über ihren Vergleich von Küchengadgets mit Kinderspielzeug schmunzeln: Am Anfang sei alles ganz toll und aufregend, aber nach kurzer Zeit verliere es seinen Reiz. Da ist zumindest für mich definitiv etwas dran, weshalb ich mich in den letzten Jahren von einigem getrennt habe. Wäre es nicht schon weg, hätte ich es spätestens nach der Lektüre aussortiert.

Weniger gut gefallen hat mir der unnachhaltige Ansatz, aussortierte Besitztümer einfach wegzuwerfen. Hier möchte ich definitv an Möglichkeiten wie Verkaufen, Verschenken bzw. Spenden erinnern. Auch ihr System erscheint, wie an zahlreichen von ihr angeführten Anekdoten deutlich wird, stellenweise willkürlicher als sie zugibt. Über spirituelle und sehr unpraktische Ansätze habe ich hinweg gelesen. Als Minimalistin habe ich beispielsweise ohnehin nur eine Tasche, die ich im Alltag verwende, sodass ich gar nicht einsehe, diese täglich auszuräumen. Auch das meditative Falten für Kleidung wird für mich wohl nie zum Hobby werden, aber das ist okay, Ratgeber sind ja nicht dazu da, um wortwörtlich umgesetzt zu werden, etwas gesunder Menschenverstand und die Fähigkeit, Anpassungen vorzunehmen, sind immer von Nutzen. Doch geärgert hat mich dann aber Kondos etwas altbackenes Geschlechterbild sowie die gut gemeinte Empfehlung an Frauen, gerade nachts etwas „Feminines“ zu tragen. Vermutlich möchte sie die Leute davon abhalten, 200 Schlafshirts zu behalten, aber es gibt keine Notwenidgkeit, feminin auszusehen, was von der Autorin praktisch synonym zu „gepflegt“ verwendet wird. Doch wie ich mich kleide, geht Marie Kondo echt nichts an. #sorrynotsorry

Trotz meiner angeführten Kritik finde ich die Bücher durchaus lesenswert und inspirierend. Wer sie nicht kaufen möchte, diese aber auch nicht in der Bibliothek erhält oder schlichtweg keine Zeit zum Lesen hat, findet zahlreiche Youtube-Videos, auch von Marie Kondo persönlich, in der die Methode erklärt wird. Und wer daran keinen Spaß hat, bekommt die KonMari Methode sogar ganz kurz in der neuen Gilmore Girls Staffel präsentiert, wobei (und ich hoffe, das ist nicht zu sehr gespoilert) diese hier nicht sonderlich gut wegkommt.

Merken

Merken

Merken

Merken

Mission Plastikfrei: Brotdosen, Lunchboxen und Bentoboxen aus Edelstahl

Brotdosen komplett

In meinem immer wieder gern hervorgekramten Artikel über mein Vorhaben, Plastik zu reduzieren und Müll zu vermeiden habe ich damals als Ziel genannt, mir für unterwegs Alternantiven zu Plastikdosen zu suchen. Inzwischen haben sich nun schon verschiedene Modelle angesammelt. Nicht nur, um euch an meinem Fortschritt teilhaben zu lassen, sondern auch, um euch einige Erfahrungen im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit mitzugeben, stelle ich euch die Dosen heute im Einzelnen vor. Falls ihr selbst gerade auf der Suche seid, hilft euch die Aufstellung vielleicht sogar bei der Kaufentscheidung weiter. Für uns gilt, dass wir keine der Dosen missen möchten, auch wenn wir manche ein bisschen lieber mögen als andere.

ECO Brotbox, Modell Dabba Magic mit Snackbox

Die ECO Brotbox macht einen sehr soliden Eindruck, der einen nicht täuscht. Die Dose ist auch nach knapp 2 Jahren noch nicht verbeult. Allerdings, das ist ein Nachteil, ist gerade die untere Etage sehr flach, da die obere Brotdose halb in dieser einsinkt (gewollt). Dadurch muss selbst eine zusammengeklappte Brotscheibe schon arg gequetscht werden, für Cookies ist diese Ebene aber perfekt. Oben hat eine Stulle besser Platz, bei einem Brötchen wird es dann aber schon wieder eng. Die obere Brotdose kann, genauso wie die Snackbox, in die wir gerne selbstgemixtes Studentenfutter füllen, auch separat transportiert werden, die untere Dose hingegen hat keinen eigenen Deckel. Wir nutzen die Dose zwar regelmäßig, meistens aber eher als Ergänzung zu einer weiteren Brotdose oder wenn wir mal in unserem Lieblingscafé ein Stück Kuchen holen, diesen aber zu Hause konsumieren möchten. Allein fasst sie zumindest für zwei eher hungrige Zeitgenossen wie uns nicht genügend Essen, um uns durch einen ganzen Tag zu bringen. Die Dose ist leider auch nicht auslaufsicher, einmal ist mir der Deckel zudem schon abgegangen (dies passiert allerdings nicht, wenn ihr die Boxen gemeinsam verwendet, dann wird der Deckel nämlich zusätzlich durch die Bügel fixiert).

ECO Brotbox #1

ECO Brotbox #2

ECO Brotbox #3

LunchBots, Modell Bento Duo

Die ebenfalls nicht auslaufsicheren Bento-Boxen von Lunchbots gibt es in verschiedenen Aufteilungen, aber da es in dem Laden, in dem wir eingekauft haben, nur dieses Modell gab, mussten wir uns gar nicht erst mit der Frage nach der besten Partitionierung befassen. Letztendlich gefällt uns die Dose aber sehr gut, denn auf beiden Seiten ist genug Platz für je ein kleines Sandwich oder auch mal ein (eher flaches) Brötchen. So genutzt ist für viel mehr dann aber kein Raum. Vielleicht noch für einen kleinen Riegel oder ein paar Cocktailtomaten, das war’s dann aber auch. Da die Dose nicht auslaufsicher ist, ist auch hier der Nutzungsumfang eingeschränkt. Minimal stabiler auf den ersten Blick wirkt im direkten Vergleich die ECO-Brotbox, beide sind aber nach fast zwei Jahren Gebrauch nicht sichtbar beschädigt. Der Deckel hat sich auch hier schonmal beim Transport gelöst, als ich sie wohl zu gierig bepackt hatte.

Lunchbots #1

Lunchbots #2

Life Without Plastic, Modell Round Stainless Stell Airtight Take-Out Container with Dividers

Diese Dose kauften wir vor rund einem Jahr als Ergänzung zu den Brotdosen, denn im Gegensatz zu diesen ist die Box von Life Without Plastic auslaufsicher. Zunächst war ich etwas skeptisch, inwiefern die drei Klammern, die den abgedichteten Deckel auf der Dose fixieren, mit der Zeit an Spannung einbüßen würden, aber bislang sind noch keine Abnutzungserscheinungen aufgetreten. So kann sich mein Mann inzwischen regelmäßig über ein „richtiges“ Mittagessen freuen, wenn am Vortag etwas übrig geblieben ist und sich dabei sicher sein, dass nichts ausläuft. Wir beide genießen unsere Hauptmahlzeit auch gerne mal auf Zimmertemperatur, falls ihr euch aber ein warmes Essen wünscht, solltet ihr natürlich daran denken, zum Aufwärmen einen separaten Teller zu verwenden, sonst sprüht die Mikrowelle so „lustige“ Funken, die die Kolleginnen wahrscheinlich nicht ganz so sehr erfreuen wird und auch ziemlich einschüchternd sind. Grundsätzlich kann die Dose mit herausnehmbaren Wänden auch in 2-4 Sektionen geteilt werden, aber da wir weniger die Bentotypen sind, haben wir diese noch nie genutzt. Grundsätzlich gefällt uns die Dose so gut, dass wir uns noch eine zweite gekauft haben. Das einzige, worauf ich achten würde ist, dass nichts direkt auf den Klammern liegt und sich diese öffnen. Das ist bisher erst einmal passiert, allerdings ohne schlimmere Auswirkungen, bei Suppe wäre es eventuell kritischer gewesen. Der Behälter fasst 1,1 Liter, also eine ordentliche Portion.

Life Without Plastic groß #1

Life Without Plastic groß #2

Life Without Plastic groß #3

Life Without Plastic, Modell Stainless Steel Airtight Watertight Food Storage Container – 12 cm / 4 3/4″

Die kleine Schwester des Take-Out Containers fasst 675 Mililiter und ist ebenfalls auslaufsicher. Wir nutzen sie nicht so regelmäßig wie letztere. Wenn ich allerdings unterwegs bin und zuhause nicht zum Frühstücken gekommen bin, nehme ich mir darin sehr gerne Overnight Oats oder auch mal Müsli mit. Auch für Obstsalat oder ein bisschen Rohkost hat die Dose eine perfekte Größe. Des weiteren ist sie mit sieben Zentimetern unsere höchste Box und somit unsere erste Wahl, wenn wir mal einen Muffin oder Cupcake mitnehmen oder einen solchen in einem Café kaufen und nach Hause transportieren möchten.

Life Without Plastik klein #1

Life Without Plastik klein #2

Life Without Plastic klein #3

Merken

Merken

Buchvorstellung: Zero Waste Home

Zero Waste Home front

Wie ihr auf dem Blog wahrscheinlich schon mitbekommen habt, beschäftige ich mich derzeit viel mit der Reduzierung von Plastik, das nicht selten als Einwegprodukt daherkommt (Plastikbesteck lässt grüßen) und generell von Abfällen, nicht nur in der Küche, sondern beispielsweise auch im Bad. Obwohl Bea Johnson die Galionsfigur der Zero Waste Bewegung ist, hörte ich zuallererst von ihrer „kleinen Schwester im Geiste“, Lauren Singer. Auf sie bin ich vor rund anderthalb Jahren durch einen Artikel auf irgendeiner amerikanischen Seite aufmerksam geworden und sofort saugte ich alles auf, was ich auf ihrem Blog Trash is for Tossers über diesen ressoucenschonenden Lebensstil las. Einige Änderungen hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon implementiert, doch die Vielfalt der Möglichkeiten war mir damals noch nicht ansatzweise bewusst.

Bea Johnson, die auch Lauren Singer als Vorbild nennt, lernte ich erst über diesen Umweg kennen und muss zugeben, bei einem ersten Blick auf ihren Blog Zero Waste Home noch nicht übermäßig begeistert gewesen zu sein (ich habe keine Ahnung mehr, warum). Vielleicht war es der Tatsache geschuldet, dass eine Studentin mir wesentlich mehr Identifikationspunkte ermöglichte, die es bei einer in einem für meine Verhältnisse riesigen Haus lebenden Familie mit Kids nicht so ohne Weiteres gab. Ich habe ein paar Artikel gelesen, die mir, möglicherweise auch aufgrund der Tatsache, dass ich keine Englisch-Muttersprachlerin bin, irgendwie sehr streng vorkamen (als ich neulich nochmal den Blog las, konnte ich für das Zustandekommen dieses Eindrucks allerdings keine Erklärung mehr finden). Manchmal macht vielleicht auch einfach die vermeintliche Perfektion zunächst Angst. I don’t know. Als ich jedoch vor ein paar Monaten mal wieder auf Youtube nach Zero Waste Inspiration suchte und dabei über Bea Johnsons Rede bei Google stolperte, war sie mir plötzlich ultrasympathisch und ich beschloss, mir doch ihr Buch zu kaufen.

Da ich in der Bibliothek keine Chance hatte, ihr Buch zu finden (und die Möglichkeit einer Fernleihe zu diesem Zeitpunkt noch nicht bedacht habe), war ihr Buch tatsächlich das erste, das ich mir zum Thema Zero Waste/Minimalismus zulegte. Ich sehe einen gewissen Widerspruch darin, mir Bücher zu kaufen, die sich mit der Reduzierung von Besitz befassen. Das ist schon ziemlich ironisch, ne? Nicht zuletzt deshalb schlägt die Autorin im Buch selbst auch vor, dieses nach dem Lesen in der Bibliothek abzugeben oder an Freunde/Verwandte weiterzugeben, was ich definitiv machen werde.

Jetzt aber mal zum Buch selbst. Ich habe es mir in der Taschenbuchausgabe gekauft. Erschienen ist dieses bei Scribner und kostet in Amerika rund 17 Dollar. Da englischsprachige Bücher in Deutschland keiner Buchpreisbindung unterliegen, kann der Preis schon mal zehn Euro auseinanderklaffen. Ich meine, ich habe rund 20 Euro bezahlt. Das Buch ist auch als E-Book erhältlich, da ich allerdings keinen entsprechenden Reader habe und das Lesen am Laptop für mich nicht sonderlich komfortabel ist, entschied ich mich für die Version zum anfassen.

Am Anfang des Buchs beschreibt Bea Johnson ihren persönlichen Weg zum Zero Waste Lifestyle (wobei sie betont, dass es derzeit unmöglich ist, bei 0,00 Prozent Müll herauszukommen) und stellt ihre fünf Grundprinzipien (die so genannten 5 R’s) Refuse (what we do not need), Reduce (what we do need and cannot refuse), Reuse (what we consume and cannot refuse or reduce), Recycle (what we cannot refuce, reduce or reuse) und Rot (compost the rest) vor. Auf diese kommt sie im Laufe der einzelnen Kapitel immer wieder zurück. Letztere sind sehr gut strukturiert und übersichtlich in die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Hauses und des alltäglichen Lebens gegliedert. So widmet sie sich hier der Küche und dem Einkaufen (dem Bereich, an den vermutlich die meisten zunächst denken, wenn sie „Zero Waste“ hören), dem Badezimmer, Toilettenartikeln und Wellness, dem Schlafzimmer und dem Kleiderschrank, dem Haushalt und der Instandhaltung, dem Arbeitsplatz und Junk Mail, Kindern und der Schule, Feiertagen und Geschenken sowie Zero Waste unterwegs. Am Ende eines jeden Kapitels gibt sie eine kleine, kompakte Zusammenfassung über die 5 R’s, die in diesem Bereich möglich sind. Außerdem gibt es Tipps zum Implementieren dieses Lebensstils (auch wenn sie diese zudem in den einzelnen Unterkapiteln liefert). In einem abschließenden Kapitel befasst sie sich mit der Zukunft von Zero Waste und zeichnet eine Utopie, wie sich eine Zero Waste Welt gestalten könnte. Im Anhang befinden sich noch einige Links und Bezugsquellen, wobei diese überwiegend für in den USA lebende Menschen interessant sind.

Für mich hat die Lektüre des Buchs sehr viel gebracht. Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit Minimalismus und bin seither stetig am downsizen meines Kleiderschranks, des Kücheninventars oder des Bücherregals, die ich regelmäßig durchgehe um zu sehen, ob alles noch aktuell ist und benötigt wird. Hierfür bietet das Buch zahlreiche Inspirationen und Praxistipps. Bea Johnson zeigt wunderbar die Verbindung zwischen Minimalismus und Zero Waste auf, ohne dabei lehrmeisterinnenhaft daherzukommen. Sie betont stets, dass Prioritäten anders verteilt sein können und etwas, das für ihre Familie und sie funktionieren kann, für andere eben nicht funktioniert. Gleichzeitig ermutigt sie aber dazu, bestimmte Dinge einfach mal auszuprobieren und bestärkt einen darin, sich nicht so leicht abwimmeln zu lassen, wenn einem etwas wichtig ist (sei es von der Frau am Tresen, die, für mich als Veganerin nicht relevant, Fleisch oder Käse nicht in die mitgebrachte Dose füllen möchte und auch nicht von hartnäckigen Unternehmen, die den Briefkasten mit Werbekatalogen fluten).

Sehr erfrischend finde ich es auch, dass sie immer mehrere Seiten beleuchtet. So habe ich durch das Buch zum Beispiel rausgefunden, dass in Amerika so gut auf selbstgemachte Zahnpasta zurückgegriffen werden kann, da das Wasser dort in den meisten Regionen wohl fluoridiert ist. Auch geht sie darauf ein (darüber hatte ich auch schon nachgedacht), dass verpackungsfrei relativ ist, da der Unverpackt-Laden die Produkte natürlich verpackt bekommt und somit eine Art „Lagerfläche“ darstellt, die man selbst zu Hause bräuchte, würde man Großpackungen bestellen. Großpackungen sind, bezogen auf die Relation Verpackung/Inhalt „günstiger“ als kleinere Verpackungen, bei denen im Verhältnis recht viel Müll anfällt. Sonnencreme kauft sie inzwischen zwar lose, aber damals hat sie noch gesagt, dass sie bei starker Sonnen-Exponition auf Sonnencreme aus Glas oder Metallbehältern zurückgreift. Ich finde das insofern interessant, als es für mich manchmal etwas schwer erscheint, alle Komponenten (die eigenen [evtl. sogar gesundheitlich erforderlichen] Bedürfnisse, das Vegan-sein eines Produkts und die Unverpacktheit…) unter einen Hut zu bringen. So finde ich auch, dass es weniger darauf ankommt, dass der von einem produzierte Müll am Ende des Jahres in ein Mason Jar passt, sondern, dass man sich den Umweltfolgen seines Konsums erst einmal bewusst wird und für sich versucht, diese, so gut es eben geht, einzudämmen. Dabei müssen auch Opportunitätskosten wie Zeit oder auch zurückgelegte Wege berücksichtigt werden, denn was bringt es einem, wenn man in der Theorie zwar ein tolles, verpackungsfreies Leben führen könnte, aber dafür dann den ganzen Tag in der Küche stehen müsste oder, noch besser: erstmal mit dem Auto eine lange Strecke auf sich nehmen muss, um dann verpackungsfrei einzukaufen, was ökologisch natürlich auch nicht sinnvoll wäre?

Generell lädt das Buch sowohl zum Nachdenken als auch zum Mit- und Nachmachen ein und wird durch zahlreiche Listen und Rezepte abgerundet. Ein ganz tolles Buch für alle, denen ein nachhaltiger Lebensstil am Herzen liegt. 292 großartige Seiten, inklusive detailliertem Index, sodass das Buch auch auf bestimmte Themen hin durchsucht werden kann, wenn gerade keine Zeit ist, es von vorne bis hinten durchzulesen. Ich selbst habe mit den Gebieten begonnen, die mich am meisten interessierten und es dann nochmal komplett gelesen, um es in einem Gesamtkontext zu haben. Über die ein oder andere Erkenntnis, werde ich sicherlich noch berichten.

Zero Waste Home back

Selbstgemachte Erdnussbutter

Erdnüsse lose

Gleich nach der letzten Butter folgt noch eine weitere, dieses Mal aber eine zum Essen: Erdnussbutter. Die gekauften Versionen schmecken uns beiden eher mäßig, noch dazu enthalten sie meistens Palmöl, das wir so gut es geht meiden. Wenn die Erdnussbutter dann auch noch in Plastik daherkommt, ist die Umweltsünde perfekt.

Natürlich ist hinsichtlich des Verpackungsmülls Selbermachen nur sinnvoll, wenn man die Erdnüsse nicht in Plastik eingeschweißt kaufen muss (auch wenn man dann wegen Palmöl auch wieder abwägen könnte). Bei unserem Bioladen gibt es zum Glück ein paar wenige Nusssorten lose zu kaufen, darunter auch Erdnüsse.

Der zeitaufwändigste Part der Herstellung kommt definitiv dem Schälen zu, aber mit einer guten Serie oder schöner Musik lässt sich das entspannt nebenbei erledigen.

Erdnussbutter #2

Für ein Glas Erdnussbutter benötigt ihr:

♥ ca. 400 g Erdnüsse (gewogen mit Schale)

♥ 30 g Roh-Rohrzucker oder ein anderes Süßungsmittel eurer Wahl

♥ 2 g Salz

♥ 1-2 EL geschmacksneutrales Öl, falls nötig

Zubereitung:

1. Erdnüsse schälen.

Erdnüsse

2. Wenn ihr crunchige Erdnussbutter wollt, nehmt ein paar Erdnüsse beiseite.

3. Erdnüsse (minus der beiseite gestellten) zusammen mit Zucker und Salz mithilfe eines Pürierstabs zu Erdnussbutter verarbeiten (ein bisschen Öl ist dann wahrscheinlich notwendig). Wenn euer Pürierstab nicht so stark ist und ihr einen Mini-Mixer habt, könnt ihr die Erdnüsse auch zunächst feinheckseln und anschließend mit dem Pürierstab bearbeiten. Alternativ könnt ihr die Nussbutter natürlich auch mit einem High-Speed-Blender herstellen (zusätzliches Öl braucht ihr dann wahrscheinlich nicht), ich habe einen solchen allerdings nicht.

4. Zum Schluss die restlichen Erdnüsse feinhacken und unter die Erdnussbutter heben. Schmeckt gut auf Brot oder im Kuchen (Peanut Butter Jelly Time <3), aber leider auch pur viel zu gut ;) Passt auf, die ist ratz fatz ausgelöffelt.

Erdnussbutter #1

Projekt Abfallvermeidung: Abschminken ohne „Mount Wattepad“

Kosmetik #2

Wie ihr wisst, ist es ein erklärtes Ziel von mir, Plastik so gut es geht nach und nach aus den unterschiedlichen Lebensbereichen zu verbannen. Ganz vorne mit dabei sind da natürlich sinnlose Einweg-Verpackungen aus dem Supermarkt, die sich binnen einer Woche schon erschreckend anhäufen können. Nun ist es aber natürlich nicht so, dass man alle anderen Abfälle geflissentlich ignorieren kann, ganz im Gegenteil: Auch die Müllberge, die etwa im Badezimmer so anfallen können, stören mich schon seit einer Weile; gerade die ganzen Watteprodukte auf Baumwollbasis, die ja wirklich nicht nachhaltig sind, waren mir ein Dorn im Auge und veranlassten mich auch, bereits vor über 2 Jahren von Tampons auf meine MeLuna umzusteigen, eine Entscheidung, die ich niemals bereut habe.

Nun war damit zwar schonmal ein Störfaktor beseitigt, doch nach jeder Partynacht – denn wochentags schminke ich mich oft nicht – sah ich zahlreiche Wattepads im Schlund des Abfalleimers verschwinden, kein allzu schöner Anblick. Um diesem Problem Abhilfe zu schaffen, nahm ich mir erst vor, mir selbst Pads zu häkeln oder aus alten Waschlappen welche zu nähen, was natürlich noch besser gewesen wäre als sie neu zu kaufen (werde ich auf kurz oder lang noch machen, mal sehen, ob da ein vorzeigbares Tutorial bei rausspringt). Aufgrund chronischen Zeitmangels jedoch, entschied ich mich nach Wochen des Hinausschiebens für die Bestellung von waschbaren Frotteepads und Stofftüchern. Meine Wahl fiel dabei auf Bio-Baumwoll-Produkte von ImseVimse, die ich für 11,95 (10 Pads) bzw. 13,95 (12 Tücher) preislich in Ordnung fand, schließlich kann man sie vermutlich einige Jahre verwenden. Schminkt man sich natürlich öfter, kommt man möglicherweise bei aufwändigeren Augenmakeups mit je einer Packung nicht aus, weil man der Nachhaltigkeit natürlich keinen Dienst erweisen würde, würde man zu Gunsten wiederverwendbarer Produkte täglich extra die Waschmaschine anschmeißen. Aber das ist ja logisch.

Enttäuscht war ich zunächst einmal, dass zwar die Frotteepads in einem Wäschebeutelchen, die Tücher jedoch in Plastik verpackt zu mir kamen. Das müsste nun ja wirklich nicht sein…

Kosmetik #1

Ansonsten finde ich beide Produkte aber wirklich gut, ich habe den Eindruck, dass die Pads durch das „Mehr“ an Struktur sogar besser reinigen als herkömmliche Wattepads, die Tücher nehme ich immer für größere Flächen oder auch zum Abtrocknen meines Gesichts. Danach lasse ich beide trocknen, bevor ich sie schließlich in den Wäschekorb befördere. Inzwischen habe ich die Produkte seit ein paar Monaten und finde diese Vorgehensweise sowie das Sammeln auch im Alltag praktikabel. Praktischerweise sind beide bis 90° waschbar und trocknergeeignet, wobei ich sie einfach immer zusammen mit meinen Handtüchern auf 60° wasche, damit die Maschine auch wirklich ausgelastet ist.

Bestellt habe ich die wiederverwendbaren Abschminkprodukte übrigens bei blumenkinder.eu, wo ihr auch unterschiedliche Arten von Mondtassen, Stoffwindeln, oder Slipeinlagen bekommt, alle wiederverwendbar, versteht sich. Von letzteren habe ich übrigens auch verschiedene Marken erstanden, also wenn ihr dazu oder zur MeLuna auch nochmal was wissen mögt, erwähnt das einfach in den Kommentaren, dann kann ich dazu eventuell auch nochmal was schreiben.

Loveco Berlin

Bereits letztes Jahr im November eröffnete in der Sonntagstraße in Berlin, unmittelbar am Ostkreuz gelegen, das loveco, ein nachhaltiges und faires Modegeschäft, das – hört hört – ausschließlich vegane Mode führt. Aufgrund von Weihnachtsstress und Sparvorhaben schaffte ich es dann schließlich erst Anfang 2015 in den wundervollen Shop, auch schon wieder etwas länger her. Nun aber ist Schluss mit dem Vorenthalten und mein längst überfälliger Bericht ist endlich da. So viel schonmal vorweg: Wer einen Berlinbesuch einplant (oder sogar hier wohnt) und sich in Sachen nachhaltiger Mode und Accessoires umsehen möchte, sollte unbedingt einen Besuch bei loveco einplanen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein, versprochen.

Schon allein optisch ist der Shop ein wahrer Augenschmaus und man merkt, dass Inhaberin Christina den Laden mit ganz viel Liebe und Geschick eingerichtet hat. Pardon, ich gestehe, ich habe mal in der Einrichtungs-/Möbelbranche gearbeitet und achte daher vielleicht etwas mehr aufs Interieur; aber ich finde, dies trägt maßgeblich zur Atmosphäre bei. Und die wiederrum ist wichtig, weil wir uns ja schließlich in aller Ruhe umschauen und uns ggf. auch – genauso entspannt – für etwas entscheiden wollen.

Raum 1 #1

Frische Tulpen (meine Lieblingsblumen) auf dem Tisch, Kleidung an Kupferrohren, die „Jeansnische“ und wie cool ist z.B. eine Schaukel mitten im Shop?!

Raum 1 #2

Ich liebe ja so Läden, in denen immer neue Details zu entdecken sind. So geht es mir im loveco eigentlich jedes Mal. Den wunderschönen Schmuck von A beautiful Story, der lässig von der Wand hängt, habe ich zum Beispiel erst bei meinem zweiten Besuch entdeckt, nachdem mich mein Mann auf diesen aufmerksam gemacht hatte. Das Armband, das mir er mir dann zu Ostern geschenkt hat, hat er übrigens auch hier gekauft.

Raum 1 #3

Im hinteren Teil des Ladens befinden sich dann neben Männerbekleidung…

Raum 2 #1

…auch noch verschiedene Accessoires, Papeterie-Artikel, kleine Täschchen, Sonnenbrillen, Schuhe, Soulbottles und Produkte von Dr. Bronner. Möchte man andere oder sich selbst mal beschenken, wird man hier sicherlich fündig. Wer „nur mal so zum Gucken“ vorbeischauen möchte, muss schon ganz schön diszipliniert sein und obwohl ich wirklich sehr bewusst und wenig einkaufe, habe ich ein paar Schätzen einfach nicht widerstehen können.

Raum 2 #2

Von welcher Marke diese Socken sind, weiß ich gar nicht so genau, aber die Idee, sie in einem Vintagekoffer zu platzieren, finde ich auch total charmant. Den kann man in Ruhe durchstöbern und bekommt so ein bisschen Flohmarkt-Feeling.

Raum 2 #3

Ich hoffe, meine kleinen Ausschnitte haben euch Lust aufs Bummeln gemacht, denn es lohnt sich wirklich, sich hier durch viele tolle Marken von Armed Angels bis Wunderwerk zu stöbern. Und wenn ihr mal die ein oder andere Nachfrage habt, bekommt ihr sicherlich kompetente Beratung.

Für alle, die sich Fairtrade-Läden fernhalten, weil sie sich vor den Preisen „fürchten“, noch ein kleines Bild zum Nachdenken, das direkt vorm Laden steht.

Buy better, buy less.

Niemand braucht 20 Jeans oder 50 Blusen und Shopping ist kein Hobby – schon gar nicht, wenn es zu Lasten von Mensch und Umwelt geht. Klingt logisch, oder?

Übrigens: Ganz, ganz zufällig habe ich bei Facebook eben noch entdeckt, dass ihr am morgigen Samstag (02.05.15) 10% Rabatt auf eure Einkäufe erhaltet und zusätzliche 10% der Tageseinnahmen nach Nepal gespendet werden. Find ich richtig gut. :)

Adresse:
Sonntagstr. 29
10245 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 12.00-20.00
Sa 11.00-18.00