Mission plastikfrei: Wiederverwendbare Gemüsesäcke aus Stoff

Einkäufe #1

Eigentlich habe ich schon vor langer Zeit aufgehört, Obst und Gemüse in diese dünnen Supermarktplastiktüten zu stecken, die für meinen Geschmack besonders schlimm sind, da sie viel schlechter wiederverwendet werden können als die immerhin etwas hochwertigeren Exemplare, die man oft in Modegeschäften erhält. Einmal kurz Gemüse reinpacken und zu Hause in den Müll, nein, das ist nun wirklich alles andere als nachhaltig. Wenn sie dort überhaupt mal heile ankommen, denn reißen tun diese Plastikmonster auch höllisch schnell.

In Bioläden gibt es immerhin oft Papiertüten, wobei deren Ruf ja auch nicht der allerbeste ist, Ressourcen werden auch zu ihrer Herstellung reichlich verbraucht und nachdem in diesen feuchtes Gemüse lag, steht es um eine potenzielle Wiederverwendung auch eher mau.

Also ging ich im letzten Jahr dazu über, Obst und Gemüse, falls möglich, vollkommen unverpackt zu kaufen, aber wenn im Biomarkt erst an der Kasse abgewogen wurde, schauten die Kassierer_innen meist ziemlich unglücklich, wenn ihnen auf dem Band eine Lavine aus 10 Mandarinen, 15 Äpfeln und 6 Zitronen entgegenrollten. Spätestens bei Kaiserschoten oder Champignons musste ich doch wieder auf Papiertüten zurückgreifen – man will ja schließlich kein Unmensch sein

Schon vor einiger Zeit hatte ich mich daher nach Alternativen umgesehen und bin schließlich auf Versionen aus Stoff gestoßen. Allerdings war das Material oft nicht näher definiert und dann kam schließlich auch der Umzug dazwischen. Neulich aber, noch ganz geflasht von der Tatsache, endlich wieder Internet zu haben, begab ich mich erneut auf die Suche und wurde, Google sei Dank, promt fündig: Der Onlineshop Use-Again führt Obst- und Gemüsebeutel bzw. -netze in unterschiedlichen Größen. Ein 2er-Pack kostet zwischen 4,95 und 5,95 und dafür, dass diese sogar das GOTS-Siegel tragen und eine gute Qualität aufweisen (Langzeitwerte habe ich natürlich noch nicht), ist der Preis denke ich wirklich fair.

Re-Sack #1

Re-Sack #2

Erwähnt werden sollte allerdings, dass die Beutel nicht ganz so leicht sind wie Papiertüten (das Gewicht ist auf dem Etikett mit 22 g angegeben), die großen Netze sogar mit 41 g, was bei sehr hochpreisigen Lebensmitteln eventuell bedacht werden muss. Da ich hier in der Kleinstadt Mittelstadt, anders als in Berlin, leider ohnehin keine Chance mehr habe, Nüsse und Saaten lose zu kaufen (ich habe zumindest noch nichts entdeckt) und es bei den meisten Obst- und Gemüsesorten keinen großen Unterschied macht, nehme ich dies gerne in Kauf oder wiege die Ware eben vorm Abfüllen in die Beutel.

Übrigens wurde ich nicht nur im Biomarkt gleich richtig für die Nutzung der Netze gelobt, sondern auch in der Bäckerei wurde mir das Brot anstandslos in den Beutel gelegt. Ich habe jetzt  immer ein paar in meiner Handtasche, damit ich auch für spontane Einkäufe gewappnet bin.

Einkäufe #2

8 Gedanken zu „Mission plastikfrei: Wiederverwendbare Gemüsesäcke aus Stoff

  1. MamaMia

    Wow, die Netze sind ja klasse! Sehen tol aus, DANKE für den super Tipp!
    ich hab halt bisher nur die Stofftaschen und die gibts eben nur in groß, das ist so doof wenn man grad etwas Gebäckoder ein wenig Obst reintun will.
    Genial… muss ich gleich gucken in dem Shop :-)
    GLG, MamaMia

    Antwort
    1. Natalie Autor

      Hallo MamaMia, es freut mich sehr, dass du jetzt was passendes gefunden hast und ich mit dem Teilen meiner Entdeckung helfen konnte :) Ich finde die Netze auch sehr praktisch, denn das gleiche Problem mit den großen Stoffbeuteln hatte ich auch immer. Jetzt ist es ja zum Glück gelöst :)

      Alles Liebe
      Natalie

      Antwort
  2. Sa

    Haha, die genervten Verkäuferinnen, wenn man drei Äpfel, zwei Zwiebeln und ne Hand voll Kartoffeln besorgt, kenne ich auch nur zu gut. :D

    Ich find deine Tipps zur Plastikvermeidung super, das erspart mir so einiges googeln und nach Dingen suchen, die ich auch brauche. :)

    Antwort
    1. Natalie Autor

      Ja, vor allem purzeln die Sachen oft noch so schön durcheinander, sodass sie die Gemüsesorten dann erst noch zusammensuchen müssen. Ich war dann schon immer ein bisschen peinlich berührt, wusste aber auch, wofür ich das mache. Nun hat das ja zum Glück ein Ende und ich steige als Kundin in der Beliebtheitsskala wieder an :D
      Freut mich, dass du die Tipps hilfreich findest, hatte mir auch schon überlegt, eine „Reihe“ draus zu machen :)

      Alles Liebe
      Natalie

      Antwort
  3. Fussel

    Hm, auch wenn sie hübsch sind, würde ich die Beutel nicht kaufen. Bei mir fliegen noch so viele ungenutzte Stoffreste rum, dass es eine Schande wäre, neu zu kaufen. Auch alte Bettwäsche, wo der Stoff an den Nähten sich schon durchscheuert, ist für Beutel wunderbar wiederverwendbar. Und selbst mit zwei linken Händen sollte es machbar sein, zwei Vierecke zusammenzunähen. Einfacher geht’s nicht.

    Antwort
    1. Natalie Autor

      Hey, klar, wenn man Stoffreste hat, dann ist es sicherlich gut, die zu verwenden. Ich habe die Preise von GOTS zertifiziertem Stoff mit den Preisen für die Beutel verglichen und mich dann fürs Kaufen entschieden. Stoffreste hatte ich nicht rumfliegen und Zeit ist bei mir gerade auch eine knappe Ressource (Abschlussarbeit). Aber das ist ja das Gute, jede_r kann ja für sich entscheiden, ob sie_er Stoffbeutel selbermacht oder kauft oder nichts von beidem ;)

      Antwort
  4. Peoniia

    Super tolle Sache diese Beutel. In Hamburg habe ich das Glück, überall mein Obst und Gemüse lose kaufen zu können – am allerliebsten auf dem Wochenmarkt (da weiß man sogar woher es kommt!). Stoffbeutel habe ich auch immer dabei. Aber selbst hier – man könnte denken, die Menschen in der Großstadt wären da aufgeschlossener – wird man doof angeschaut, wenn man drei Äpfel so aufs Band legt. Ich finde das aber immer sehr witzig :-D
    Lieben Gruß, Janine

    Antwort

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