Veganes Weihnachtsessen

Festtagsmenü #1

Festtagsmenü #2

Tofu-Nuss-Braten #2

Was isst ein Veganer zu Weihnachten? Das ist wohl DIE Frage, die alle Jahre wieder für Spannung sorgt. Nicht nur bei Veganern selbst, sondern möglicherweise auch bei Angehörigen, die „ihren Veggies“ eine Freude bereiten wollen. Oder andersherum, vielleicht wollt ja auch ihr für eure – hoffentlich – offenen und neugierigen Familien kochen.

Wenngleich es eine Reihe einfacher und leckerer veganer Gerichte gibt, an Weihnachten darf das Essen ruhig auch mal aufwändiger und feierlicher sein, zumindest, wenn man ein bisschen für diese klassische Festtagsstimmung übrig hat. Während es an Heiligabend bei uns üblicherweise (Tofu-)Würstchen mit Kartoffelsalat gibt, werden am 25. und 26. oft Braten oder Rouladen aufgefahren. Bisher haben wir uns immer gekauften Fleischersatz mitgebracht, doch schon lange wollte ich einen Nussbraten ausprobieren, kam in den vergangenen Jahren jedoch einfach nicht dazu.

Dieses Jahr habe ich es endlich geschafft, und das sogar noch im November, denn ohne Probekochen geht natürlich nichts. Bei der Zusammenstellung des Gerichts habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen und die Rezepte selbst zusammengeschustert bzw. mich von dem leiten lassen, was mir gestern im Biomarkt in die Augen sprang und passend erschien. Das Möhrenrezept stammt allerdings von meiner Oma, woanders (außer noch bei meiner Mama, die das Rezept wiederum übernommen hat), habe ich sie noch nie so gegessen. Einzig den Zucker habe ich durch Ahornsirup ersetzt.

Falls ihr euch vorstellen könnt, zu Nikolaus, Weihnachten, an Heilige 3 Könige, sofern ihr in den Genuss dieses Feiertages kommt, oder einfach so, einen zarten Tofu-Nuss-Braten mit Kartoffel-Kräuter-Nockerl/Knödeln (die Form ist variierbar), geschmorten Möhrchen und Cranberrysauce zuzubereiten, kommt gleich das Rezept. Zwei kleine Anmerkung habe ich aber noch:

1) Zunächst habe ich, anders als sonst, die Arbeitsschritte getrennt nach den einzelnen Komponenten aufgeführt, da es sonst ein zu großes Durcheinander gegeben hätte, ihr müsst also schauen, wie ihr es zeitlich abstimmt. Ich habe zuerst die Knödelmasse vorbereitet, dann den Braten und 20-30 Minuten, bevor dieser aus dem Ofen kam, Möhren und Sauce zubereitet und die Knödel/Nockerl gegart.

2) Den Braten musste ich aufgrund der Form (19×12,5×7) so groß halten. Er reicht für 6-8 Portionen, die Karotten für ca. 2-3, die Nockerl für 2-4 und die Sauce für 4-6. Wir werden davon zu Zweit nun noch mehrere Tage essen und dann auch immer andere Beilagen kochen, aber wenn z.B. 6 Leute vom Braten essen wollen und ihr die anderen Beilagen dazukochen wollt, müsst ihr sie passend umrechnen. Aber so ein bisschen (Denk-)Sport ist vor so einem üppigen Mahl vermutlich nicht schlecht.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Nachkochen!

Festtagsmenü #1.1

Zutaten:

Für die Knödel

♥ 500 g Kartoffeln

♥ 100 g Mehl

♥ 1 EL Sojajughurt

♥ 1/2 TL Salz

♥ 10 g gehackte Petersilie

Für den Braten

♥ 200 g Tomatentofu

♥ 400 g Naturtofu

♥ 200 g Cashews

♥ 2 große Zwiebeln

♥ 200 g Karotten

♥ 125 g Champignons

♥ 3 Knoblauchzehen

♥ 25 schwarze Oliven

♥ 5 getrocknete Tomaten

♥ 10 g Petersilie, frisch

♥ 1 TL Oregano

♥ 1/2 TL Pfeffer

♥ 1/2 TL Salz

♥ 1/4 TL gemahlene Liebstöckelblätter

♥ 1 TL Paprikapulver, edelsüß

♥ 3 EL Mehl

♥ 1 EL Olivenöl

Für die geschmorten Möhren

♥ 400 g Möhren

♥ 1 EL Öl

♥ 1 TL Ahornsirup

♥ 50 ml Wasser

♥ 1/3 TL Salz

Für die Cranberrysauce

♥ 1 Zwiebel

♥ 1 EL Öl

♥ 200 g Cranberries

♥ 100 ml Weißwein

♥ 100 ml Cranberrysaft

♥ 4 EL Ahornsirup

♥ 1/2 TL Salz

Zubereitung:

Knödel

Kartoffeln schälen, grob würfeln und in ungesalzenem, kochenden Wasser garen. Wasser durch ein Sieb abgießen.

Petersilie waschen und grob hacken. Kartoffeln mit einem Stampfer zu einem Mus verarbeiten und zusammen mit dem Sojajoghurt, Mehl, Salz und der gehackten Petersilie verkneten. Mit den Händen vorsichtig 6-8 kleine Knödel oder Nockerl formen.

Mithilfe einer Schaumkelle vorsichtig in kochendes Salzwasser setzen, bis sie an die Oberfläche kommen. Mit der Schaumkelle aus dem Wasser nehmen und gut abtropfen lassen.

Braten

Tofu mit den Händen sehr fein zerkrümeln und in eine große Schüssel geben. Cashwekerne in der Küchenmaschine feinmahlen und zum Tofu geben.

Zwiebeln, Karotten und Knoblauch schälen, Champginons putzen. Gemeinsam oder nacheinander, je nach Größe der Küchenmaschine feinheckseln. Ebenfalls in die große Schüssel geben

Oliven entsteinen und mit den getrockneten Tomaten und der Petersilie in die Küchenmaschine geben und feinheckseln. Zu den anderen Zutaten hinzufügen.

Nun Oregano, Paprikapulver, Liebstöckelblätter, Salz, Pfeffer und Mehl ergänzen und alle Zutaten mit den Händen gut durchkneten, sodass eine möglichst homogene Masse entsteht. Abschmecken und am besten in einen rechteckigen, gewässerten Römertopf oder in einem rechteckigen, kleinen Bräter mit Deckel geben (am besten nach und nach und die einzelnen Schichten immer wieder andrücken, damit der Braten nicht zu bröselig wird), sodass nichts austrocknet. Zum Schluss die Oberfläche des Bratens mit dem Olivenöl bestreichen und den Deckel aufsetzen. Für ca. 70-80 min bei 180°C in den Ofen stellen.

Geschmorte Möhren

Möhren schälen, in der Küchenmaschine oder mit einer Handreibe grob raspeln.

1 EL Öl in einem Topf heiß werden lassen und, wenn es soweit ist, die Möhren hinzufügen. Ca. 5 Minuten unter gelegentlichem Umrühren und ansonsten geschlossenem Deckel anbraten lassen.

Anschließend den Ahornsirup dazugeben und ca. eine Minute weiterbraten. Der Sirup karamelissiert ein bisschen, möglicherweise haften die Möhren etwas am Topf. Das ist erwünscht und bringt den typischen Schmorgeschmack. Wasser dazugeben und weitere 5 Minuten mit geschlossenem Deckel und gelegentlichem Wenden weitergaren. Das Wasser sollte danach vollkommen verkocht, die Möhren gar sein. Mit etwas Salz abschmecken.

Cranberrysauce

Für die Cranberrysauce in einem kleinen Topf 1 EL Öl erhitzen. Derweil Zwiebel schälen und in kleine Stücke würfeln. Wenn das Öl heiß ist, die Zwiebel ca. 3 Minuten unter gelegentlichem Rühren darin anbraten.

Cranberries waschen, und diese zusammen mit dem Ahornsirup zu den Zwiebeln geben. Kurz umrühren, Deckel auf den Topf und etwa 5 bei mittlerer Hitze Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren.

Nun Cranberrysaft und Weißwein hinzufügen und weitere 10 Minuten bei geschlossenem Deckel und gelegentlichem Umrühren vor sich hinköcheln lassen. Zum Schluss mit etwas Salz abschmecken.

Alles auf hübschen Tellern anrichten und servieren. Guten Appetit.

Zum Schluss noch ein Bild vom Braten, so wie er aus dem Ofen kommt…

Tofu-Nuss-Braten

4 Gedanken zu „Veganes Weihnachtsessen

  1. Pingback: Vegan Wednesday #118 | Essen. Leben. Leben lassen.

  2. Pingback: Vegan Wednesday #122 (Festtagsedition) | Essen. Leben. Leben lassen.

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