Zwetschgenknödel

Veganmofo

Zwetschgenknödel #3

Momentan tummeln sich die Familienrezepte, die ich von meiner Mutter, Schwiegermutter, Großmutter oder Urgroßmutter direkt oder indirekt übermittelt bekommen habe, ganz schön auf diesem Blog, aber so lange dabei immer oder immer öfter Leckereien bei rumkommen, ist das für dich, lieber geneigter Leser (ach halt, ich bin nicht Goethe…) euch hoffentlich okay.

Viele Rezepte habe ich überhaupt erst als Erwachsene zu schätzen gelernt. So mochte ich als Kind weder das Klausenburger Kraut oder die Crêpes-Torte besonders gerne. Und Zwetschgenknödel fand ich sogar echt doof, was nicht am Geschmack selbst lag, sondern eher daran, dass es für mich kein vollwertiges, da nicht herzhaftes Mittagessen darstellte (einzig auf der Almhütte in Österreich ließ ich mir Kaiserschmarrn sehr gern gefallen). Heutzutage bin ich in Sachen Mittagessen zwar immer noch kein wirklicher Süßzahn, für leckere Rezepte mache ich jedoch ab und an mal eine Außnahme.

Und so bat ich meine Mutter, mir doch das Rezept für ihre Zwetschgenknödel zukommen zu lassen, was sie dann auch sogleich tat, schließlich sollen Töchterchen samt Schwiegersohn doch auch außer (Mamas) Haus gut versorgt sein. Es ist so süß, weil sie inzwischen sogar „Ersatz für 1 Ei“ in die Rezepte schreibt. Allerdings habe ich mir den Ei-Ersatz bei diesem Essen geschenkt, denn aus Erfahrung kann ich sagen, dass man ein einzelnes Ei in Teig meist ersatzlos streichen kann. Ich glaube ohnehin, dass an viele Teigsorten nur aus Prinzip das eine Ei drankommt, weil man das halt schon immer so gemacht hat.

Bevor ich nun aber zum Rezept komme, möchte ich euren Blick noch kurz für die Auflaufform schärfen, in der die veganen Zwetschgenknödel daherkommen. Sie ist von Riess Emaille (Sarah Wiener Edition), mein ganzer Stolz, weil sie so tolle Farben hat (Obers-Zwetschge) und somit optimal zur Präsentation der Knödel qualifiziert ist. Ein paar andere Produkte der Serie habe ich auch, zum Geburtstag schenkte mir mein Mann z.B. noch eine Schüssel, die ihr sicherlich auch noch zu Gesicht bekommen werdet.

Ich kann mich noch an eine Zeitschrift erinnern, die meine Mutter immer las, als ich noch jünger war und in der eine Vierfach-Mutter eine Kolumne schrieb. Einmal ging es darum, wie sie anfing zu heulen, weil alle ihr zum Geburtstag nur Haushaltsartikel schenkten. Klar verstand ich den Punkt, dass es sie einfach störte, wie sie von ihrer Familie scheinbar gesehen wurde, allerdings würde man mich mit (sinnvollen) hübschen Küchenutensilien wohl kaum verschrecken können. Ich wünsche mir sogar mit großer Regelmäßigkeit Gläser, Schälchen, oder Küchenhandtücher und oute mich gerne als „Haushaltswarenfetischistin“ ;) Aber das habt ihr wahrscheinlich schon gemerkt, als ich der Vintage-Schüssel vom Flohmarkt eine Erwähnung in der Titelzeile schenkte. Problemlos könnte ich ein Küchenpendant zum Fashion-Blog füllen, das könnt ihr mir glauben. :)

Bevor ihr mir nun aber vor lauter Hunger vom Stuhl fallt oder wegdöst, weil ihr euch für Essen, nicht aber für das „Material“, auf dem sie liegen, begeistern könnt, komme ich mal lieber zum Rezept.

Zwetschgenknödel #2

Für 16 Knödel (3-4 Portionen) benötigt ihr:

♥ 700 g mehligkochende Kartoffeln

♥ 170 g Mehl (Type 550)

♥ 16 möglichst kleine Zwetschgen

♥ 5 EL Semmelbrösel

♥ 4-5 EL mildes Rapsöl

♥ 1 TL Salz

♥ Zucker und Zimt zum Bestreuen und/oder Vanillesauce

Zubereitung:

1. Kartoffeln in der Schale gar kochen. Abschrecken und pellen. Abkühlen lassen.

2. Kartoffeln mit einer Kartoffelstampfer zu einem homogenen Kartoffelbrei verarbeiten. Mehl hinzufügen und zu einem Teig vermengen, der nicht oder nur ganz leicht klebrig sein sollte. Im Zweifelsfall noch etwas mehr Mehl hinzufügen.

3. Öl in einer Pfanne heiß werden lassen. Semmelbrösel hinzufügen und unter gelegentlichem Umrühren braten, bis sie eine bräunliche Farbe angenommen haben. Von der Platte nehmen.

4. Zwetschgen waschen, einschneiden (so dass sie an einer Seite noch zusammenhängen) und entsteinen.

5. Arbeitsfläche bemehlen und den Kartoffelteig in 16 gleich große Stücke teilen. Hierzu ist es am besten, den Teig zu vierteln und dann jedes Viertel erneut zu vierteln, ihr könnt aber natürlich all eure Register ziehen und mathematische Spielereien vom Feinsten anwenden. Hauptsache, es sind am Ende 16 etwa gleich große Stücke Teig. Nun je ein Teigstück zu einer Kugel rollen und diese Plattdrücken, so dass ein Kreis entsteht. In die Mitte die entsteinte Zwetschge setzen und den Teig um diese herum schließen. Um das ganze nun gleichmäßig rund zu bekommen, nochmals zwischen den Handflächen kugeln und beiseite legen. Mit dem restlichen Teig genauso verfahren. Keine Sorge, das geht fast schneller als es sich liest.

6. Einen möglichst großen Topf mit Wasser aufsetzen und wenn letzteres kocht, das Salz und einige der Knödel (sie sollten nicht gequetscht sein) hineingeben. Ich hatte einen mittelgroßen Topf genommen, weil ich keine Lust hatte, den großen spülen zu müssen ;) und habe je 8 Knödel unterbekommen. Die Zwetschgenknödel sinken zu Boden. Wenn sie fertig sind, was ungefähr nach 4, 5 Minuten der Fall sein sollte, kommen sie an die Oberfläche gesprudelt. Dann nehmt ihr sie mit einer Schaumkelle raus und lasst sie gut abtropfen.

7. Knödel nacheinander durch die angebratenen Semmelbrösel rollen und zum Servieren in eine hübsche Form legen.

Zwetschgenknödel #1

Wir haben die Knödel bei meiner Mutter immer mit Zucker und Zimt gegessen, was sehr gut passt, ich habe mir aber überlegt, dass ich beim nächsten Mal vielleicht eine Vanillesauce dazu ausprobieren werde.

Zwetschgenknödel #4

4 Gedanken zu „Zwetschgenknödel

  1. Kate

    Heey :) meine mum und ich wollen heute Abend mit ein paar Freunden pflaumenknödel machen. Deswegen wollten wir die doppelte Menge an Kartoffeln nehmen und da wäre die Frage ob man da auch ohne Probleme das Ei weglassen kann?
    Danke dir schonmal im voraus! :)

    Antwort
    1. Natalie Autor

      Hey :)
      klar, wenn ihr die restlichen Zutaten auch verdoppelt (also einfach die doppelte Menge vom Rezept), dann sollte das Ergebnis genauso funktionieren :)

      Viele Spaß beim Kochen!
      Alles Liebe
      Natalie

      Antwort
  2. Sabrina

    Danke danke danke für das tolle Rezept. Wir haben heute die halbe Menge genommen und es war für 2,5 Personen total ausreichend. Ich hatte nur mehr Brösel + da noch etwas Rohrzucker mit angeröstet. Gefüllt waren sie mit Zwetschgen und Nektarinenstücken. Sehr sehr lecker, super simpel und wird definitiv wieder gekocht <3.

    Antwort
    1. Natalie Autor

      Oh, das freut mich aber, dass die Knödel bei euch gut angekommen sind. Die Idee, noch anderes Obst als Zwetschgen zu nehmen ist auch super :)

      LG Natalie

      Antwort

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