Shepherd’s Pie

Veganmofo

Shepherd's Pie #1

Eigentlich ist die Namensherkunft des traditionell irischen Gerichts „Shepherd’s Pie“ ziemlich makaber, denn die Bezeichnung rührt nicht etwa vom Lieblingspausensnack eines Hirtens her (was man sich zumindest für die Prä-Massentierhaltung noch irgendwie romantisierend vorstellen könnte), sondern daher, dass klassischerweise Hackfleisch aus Lamm verwendet wird. Das arme Lämmchen im Essen als „Schäfer“ (auch: Beschützer) in den Titel einzubauen finde ich irgendwie…sehr strange…

Zum ersten Mal habe ich das Gericht, das mit einem klassischen Kuchen so gar nichts am Hut hat, als Teenager in einer Zeitschrift meiner Mutter entdeckt und mir gewünscht, dass sie es mal nachkocht (damals war die Küche noch nicht so mein Territorium), was sie dann auch getan hat. Hackfleisch war ja bezeichnenderweise lange Zeit das einzige an Fleisch, das ich gegessen habe. Damals habe ich den Shepherd’s Pie jedenfalls total gerne gemampft und hätte nichts dagegen gehabt, dies auch fünfmal die Woche zu tun.

Mittlerweile hatte ich es aber sicherlich schon 6-8 Jahre nicht mehr auf dem Teller gehabt, mit Fleisch sowieso nicht. Als ich mir neulich bei den Vegan MoFo Vorbereitungen Gedanken machte, welche herzhaften Gerichte ich in der Zeit so vorstellen könnte, fiel mir diese längst vergessene Speise aber wieder ein und ich beschloss, einfach mal veganen Shepherd’s Pie (hier passt der Name doch viel besser, ich meine womit könnte man Tiere besser beschützen als durch das Ersetzen durch fleischfreie Alternativen?!) auszuprobieren, was ich heute dann endlich tat. Auch ohne das Original zu kennen lohnt sich das Nachmachen.

Shepherd's Pie #2

Für die No-Meat Schicht:

♥ 100 g kleine Sojaschnetzel

♥ 1 TL Salz

♥ 250 g Karotten

♥ 1 Zwiebel

♥ 1 Knoblauchzehe

♥ 2 Lorbeerblätter

♥ 50 g Tomatenmark

♥ 3 EL Öl

♥ 250 ml Wasser

♥ 1 TL veganes Gemüsebrühepulver

Für die Kartoffelschicht

♥ 700 g Kartoffeln

♥ 1 TL Salz Fürs Salzwasser

♥ 200 ml Sojamilch

♥ 30 g Butter

♥ 1 Prise Muskat

Außerdem:

♥ etwas Fett für die Form

Zubereitung:

1. Kartoffeln mit dem Sparschäler schälen und in kleine Stücke schneiden. Beiseite stellen.

2. Sojagranulat mit kochendem Wasser übergießen und 1 TL Salz hinzufügen.

3. Derweil Karotten schälen, längs vierteln und Möhrensticks kleinschneiden. Zwiebeln schälen und würfeln. Knoblauchzehe ebenfalls schälen.

4. Sojagranulat nach ca. 10-15 Minuten Einweichzeit (Packungsanweisung beachten!) durch ein Sieb abgießen und vorsichtig ausdrücken.

5. Bei hoher Temperatur 2 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Sojagranulat darin ca. 5 Minuten unter gelegentlichem Rühren anbraten lassen. In der Mitte der Pfanne eine Mulde formen und dorthin nochmals 1 EL Öl geben. Die Zwiebeln in die Mulde gleiten lassen und ca. 2 Minuten anbraten lassen (zwischendurch Zwiebeln wenden). Nun Sojagranulat und Zwiebeln in der Pfanne vermischen und Möhren hinzufügen. Weitere 3 Minuten braten lassen.

6. Knoblauch in die Pfanne pressen, Lorbeerblätter ergänzen und Tomatenmark untermischen.

7. Pfanne mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen und Gemüsebrühenpulver dazugeben. Hitze auf kleine bis mittlere (1,5 von 3 bei mir) Temperatur herunterschalten und 20 Minuten köcheln lassen.

8. Währenddessen Kartoffeln in Salzwasser gar kochen. Wasser durch ein Sieb abgießen und Kartoffeln zurück in den Topf geben (dafür am besten einen unbeschichteten verwenden) und mit dem Kartoffelstampfer zerkleinern. Matsch, matsch, das macht Spaß! :)

9. Nach und nach die 200 ml Sojamilch zunächst mit dem Kartoffelstampfer, später dann mit einem Löffel in die Kartoffelmasse einarbeiten. Butter ebenfalls unterrühren und mit einer Prise Muskat und ggf. noch etwas Salz/Pfeffer abschmecken.

10. Auflaufform einfetten und nun erst die Soja-Karotten-Mischung auf den Boden geben und diese danach mit der Kartoffelmasse bedecken. Dazu am besten einen Löffel mit großer Kante wie einen Spachtel verwenden, ich hatte sogar einen Löffel pro Hand, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.

11. Den Auflauf für ca. 40 Minuten bei 200° C in den Backofen schieben, damit die Kartoffelschicht eine Kruste bildet (das ist sooo gut!). Danach etwas abkühlen lassen, da das ganze höllisch heiß ist (in der Zeit kann man z.B. wunderbar Fotos machen ;) ) und dann servieren. Guten Appetit!

Shepherd's Pie #3

Tipp: Wenn ihr gerade keine Karotten da habt, nehmt irgendetwas anderes, Pilze, Erbsen, ganz egal! Klassischerweise ist es wohl sowieso ein Essen zur Resteverwertung.

Ein Gedanke zu „Shepherd’s Pie

  1. Pingback: Vegan Mofo Day 15 – Banana Beignets & Lemon Curd | Bananen-Beignets & Zitronencreme | VGNGF = vegan, glutenfree, delicious.

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