Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti

Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an meinen Beitrag über unsere Flitterwochen im wunderschönen Zürich. Damals hatte wir das Privileg, dank einer großzügigen Gutscheinspende meiner Tante und meines Onkels gleich zweimal im ältesten vegetarischen Restaurant Europas, dem Hiltl, zu Gast sein zu dürfen. Die feine Auswahl machte uns die Entscheidung nicht leicht, aber die Situationslogik half zum Glück ein bisschen nach: Bei unserem ersten Besuch im Restaurant erschien es uns nur angemessen, das Zürcher (nein, kein  Rechtschreibfehler, das i spart man sich tatsächlich) Geschnetzelte, natürlich in der rein pflanzlichen Version, zu bestellen.

Als einge-tofu-ter Fan von Rösti war ich natürlich selig, dass es das Kartoffelwunder gleich dazugab und beschloss, das Gericht zu Hause mal nachzubasteln. Wie der geneigte Leser selbstverständlich sofort erkennt, hat es jedoch bis zur tatsächlichen Umsetzung des Vorhabens ein ganzes Jahr gedauert. Irgendwie hatte ich dann doch ein bisschen mehr Respekt vor den Rösti als ich mir eingestehen wollte, ganz grundlos, wie sich nun herausgestellt hat. Denn es funktioniert wirklich: Rösti aus Kartoffeln. Nur Kartoffeln. Keine Eier, kein Speck, oder was wagemutige Küchenforscher bislang alles noch hinzugefügt hatten.  Einfach nur Kartoffeln – naja, und ein paar Gewürzen. Nun möchte ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen.

Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti #1

Für 2 Personen benötigt ihr:

Für das Rösti

450 g Kartoffeln

½ TL Salz

¼ TL Pfeffer

2-3 EL Öl für die Pfanne

Fürs Geschnetzelte

50 g Sojastreifen

2 EL Öl

½ TL Salz

¼ TL Pfeffer

1 Zwiebel

300 g Champignons

250 ml pflanzliche Sahne

10 g Petersilie

Zubereitung:

1. Kartoffeln schälen und sie mit einer groben Reibe oder der entsprechenden Funktion eurer Küchenmaschine raspeln.

2. Kartoffeln mit Salz und Pfeffer vermengen und ca. 20 Minuten stehen lassen.

3. Sojastreifen mit 1 TL Gemüsebrühe vermengen und mit kochendem Wasser übergießen. Ca. 20 Minuten einweichen lassen.

4. Das Salz entzieht den Kartoffeln in den 20 Minuten Ruhezeit Flüssigkeit. Ist die Zeit vergangen, Wasser durch ein Sieb abgießen.

5. Kartoffeln in ein (sauberes!) Küchentuch geben und ausdrücken. Ohne allzu großen Kraftaufwand fließt aus den Kartoffeln so noch mal einiges an Wasser ab.

6. Sojastreifen über einem Sieb abgießen, vorsichtig ausdrücken und in einem Schälchen mit 2 EL Öl, ½ TL Salz und ¼ TL Pfeffer vermengen.

7. Öl in der Pfanne auf mittlerer Stufe heiß werden lassen. (bei mir: Stufe 2 von 3). Kartoffelraspeln nun gleichmäßig auf dem Pfannenboden verteilen und etwas andrücken, so dass keine Lücken vorhanden sind. Nun etwas Hitze wegnehmen (habe auf 1,5 runtergeschaltet). Dies ist wichtig, da das Rösti ca. 15-20 Minuten pro Seite liegen muss, damit die Kartoffeln gar werden. Bei großer Hitze wären die Kartoffeln in der Zwischenzeit schon längst schwarz und das wollen wir ja nicht.

8. Derweil Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Champignons putzen und vierteln. Beiseite stellen.

9. Nach ca. 15 Minuten muss das Rösti gewendet werden. Dazu den Rand des Röstis vorsichtig lösen. Das Wendemanöver selbst habe ich mithilfe einer Tortenplatte durchgeführt: Platte auf die Pfanne drücken, Pfanne umdrehen und anschließend das Rösti wieder in die Pfanne rutschen lassen. Et voilà.

10. Sojaschnetzel in einer Pfanne bei großer Hitze scharf anbraten. Wenn sie etwas Farbe angenommen haben, Zwiebeln hinzufügen. Dazu noch einen Schuss Öl in die Pfanne geben. Unter gelegentlichem Umrühren weitere ca. 2 Minuten braten lassen. Hitze etwas runterdrehen.

11. Champignons ebenfalls in die Pfanne geben und weitere 3-5 Minuten braten lassen. Nun die pflanzliche Sahne hinzufügen und warten, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Dabei gelegentlich umrühren.

12. Rösti halbieren, Auf zwei Teller verteilen, zusammen mit dem Zürcher Geschnetzelten anrichten und mit Petersilie bestreuen. Bon Appetit.

Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti #2

6 Gedanken zu „Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti

  1. Rotkäppchen

    Als Schweizerin kann ich bestätigen, dass das nach einer sehr gut gelungenen klingt und ausschaut 👍(Ja, es heisst „die“ Rösti, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.)
    Selber seit 35 Jahren ohne Fleisch, wäre ich noch nie auf die Idee gekommen, das „Züri Gschnätzlets“, wie es die Zürcher nennen, in Veganer Variante zu kochen. Nach dem Lesen dieses Beitrags wird sich das aber DEFINITIV ändern! DANKE!
    Liebe Grüsse
    Cornelia

    Antwort
    1. Miss Diamond Autor

      Liebe Cornelia,

      oooh, auf das „die“ wäre ich ja niemals gekommen, vielen Dank für die kleine Schweizerdeutsch-Nachhilfe. An dem Dialekt fürs „Geschnetzelte“ habe ich mich gar nicht erst versucht, ich bin auf diesem Gebiet absolute Amateurin, wie man merkt. ;)
      In meiner Variante fehlt der Weißwein, den hatten wir gerade nicht da, aber ich bin auch da nicht sicher, ob er rein muss. Letztendlich ist es ja nur vom Urlaub inspiriert. Wäre mal gespannt, wie du es kochen würdest! :) Falls signifikant anders, würde ich mich auch da über Anmerkungen freuen :)

      Alles Liebe
      Natalie

      Antwort
  2. Ines

    Da kann ich Cornelia nur zustimmen. Zumindest optisch trifft’s dein Züri Geschnätzlets definitiv! Geschmacklich werd ichs wohl nie beurteilen können, da ich das Original mit Tier noch nie hatte, aber das macht ja nichts.

    Bei der Rösti find ich’s immer etwas frustrierend, wie wenig von der anfangs vollen Pfanne Kartoffeln am Schluss noch übrig bleibt.

    Antwort
    1. Miss Diamond Autor

      jetzt wo du’s sagst, weiß ich gar nicht, ob ich das „Original“ mal gegessen habe, wenn ja nur als Kind und da hat es mir dann sicherlich nicht geschmeckt, mochte Fleisch damals aufgrund der Konsistenz einfach nicht. Also bin ich ebenfalls in einer recht guten Position, denn egal, wie sehr es geschmacklich hinkommt, ich weiß es einfach nicht. Meine aber, dass die Version im Hiltl zumindest ähnliche Geschmackskomponenten hatte.

      Mit der Rösti hast du Recht, die specken schon ganz schön ab, sie verlieren ja jeden Menge Wasser, die Kartoffeln. Ich habe leider nur eine Pfanne in der entsprechenden Größe, sonst hätte ich vielleicht gleich 2 gemacht, aber am Ende hat es auch so gut gereicht. Zusätzlich zu den beiden Portionen Geschnetzeltes auf den Tellern war noch einiges in der Pfanne, das hat mein Mann dann gemampft, während ich schon pappsatt war ;)

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s