Rauchige Auberginencreme

Auberginensalat

Meine Oma kommt vom Balkan, was mich kulinarisch stark geprägt hat, denn sie ist eine äußerst gute Köchin (auch wenn sie lustigerweise gar nicht allzu gerne kocht) und hat schon immer die fantastischsten Gerichte für uns zubereitet.

Heutzutage ist es für sie wahrscheinlich etwas frustrierend, wenn wir vorbeikommen, denn zu weiten Teilen ist die Balkanküche recht fleischlastig. Viele Speisen werden mit Hackfleisch gefüllt und der obligatorische Sauerrahm kommt ohnehin über nahezu jedes Gericht. Allerdings ist auch die Gemüseküche sehr schmackhaft und auch, wenn oftmals sehr viel mehr Fett verwendet wird als hierzulande, die Art der Zubereitung lässt einfach ganz andere Aromen entstehen, die für mich sehr bereichernd sind.

Ein großer Favorit von mir ist die Auberginenpaste. Praktischerweise ist sie von Natur aus vegan, d.h. wenn man sie nicht mit Mayonnaise, sondern mit reinem Öl zubereitet. Je nach Land und Region werden sehr ähnliche Speisen einen Tick anders zubereitet.

Bei meiner Oma gibt es sie traditionellerweise als Vorspeise zu jeder Menge Brot – noch ein Charakteristikum der Balkanküche, man ist zu wirklich allem Brot, das man aber auch nicht weglassen sollte, da man die relativ fettige Speise sonst nicht so gut verträgt. Mein Mann und ich essen sie aber eigentlich zu jeder Tageszeit sehr gerne. Wenn vom Vortag etwas übrig bleibt, was leider nicht sehr oft vorkommt, dann freuen wir uns beim Frühstück sehr darüber.

Ich muss zugeben, auch wenn ich immer besser in der Zubereitung werde, die Auberginenpaste bekommt meine Omi einfach noch besser hin. Aber ich bleibe am Ball und übe, übe, übe ;)

Für…ach was, es ist eh immer viel zu wenig…benötigt ihr (naja, als Vorspeise reicht die Menge vielleicht für 4-6 Personen):

♥ 3 Auberginen, möglichst „gerade“ geformt (nein, ich arbeite an keiner neuen EU-Verordnung mit, ich erkläre unten warum die Form wichtig ist)

♥ 60 ml Rapsöl

♥ ½ (mittelgroße) Zwiebel

♥ Salz

♥ optional Tomaten und Oliven zum Anrichten.

Zubereitung:

1. Zunächst widmen wir uns der Auberginenzubereitung. Ziel dieser ist es, dass in den Auberginen ein möglichst starkes Raucharoma entsteht. Am besten gelingt dies, wenn man die Auberginen in Alufolie wickelt und draußen auf den Grill oder noch besser in die Glut legt. Meine Oma sagt, dass man sie bei einem Gasherd auch direkt auf die Platte legen kann. Bei Jamie Oliver habe ich auch schon mal gesehen, dass er mit Paprika so verfahren ist. Ich selbst besitze jedoch weder einen Grill noch einen Gasofen und benutzte daher eine Pfanne. Hierbei ist es wichtig, dass die Auberginen möglichst wenig gebogen sind, so dass die Auflagefläche gleichmäßig ist. Bratet die Auberginen so lange, bis die Schale von außen „verbrannt“, also Schwarz und schrumpelig ist.

gegrillte Aubergine

2. Heiße Auberginen mit kaltem Wasser übergießen, so dass die Schale etwas abplatzt. Wenn die Aubergine so abgekühlt ist, dass man sie anfassen kann, die Schale abziehen.

3. Wenn die Auberginen ausgekühlt sind, aufschneiden und versuchen, die Flüssigkeit im Inneren der Aubergine möglichst gut ablaufen zu lassen. Diese ist nämlich bitter.

4. Da die Flüssigkeit allerdings noch eine Weile „nachtropft“, bauen wir uns eine Vorrichtung, damit man nicht einen halben Tag mit Aubergine in der Hand durch die Wohnung laufend auf die Teppiche tropfen muss. Und zwar lehnen wir ein Brett schräg an die Küchenfliesen und legen auf die Küchenplatte darunter Küchenkrepp. Die Auberginen lehnen wir nun schräg am Brett an. Das Küchenpapier saugt sich nach und nach mit Flüssigkeit voll. Ich habe es alle 3, 4 Stunden erneuert, insgesamt also 2-3 mal.

Auberginensalat Zubereitung

5. Nun kommt der Punkt, an dem sich Tradition und meine „Interpretation“ scheiden. Früher war es üblich, die Auberginen nach ca. 12 Stunden abtropfen so fein zu hacken, bis eine extrem dünne, breiähnliche Konsistenz entsteht. Dafür gab es sogar spezielle Holzmesser, damit die Aubergine bei der Berührung mit dem Messer nicht oxidiert. Was es nicht alles gibt. Ich dagegen nutze die Errungenschaften der modernen „Hausfrau“ und gebe die Auberginen in eine hohe Schüssel, wo ich sie mit einem Pürierstab bearbeite. Nach und nach das Öl hinzufügen. Nun die Zwiebel mithilfe einer Küchenreibe feinreiben und unter die Auberginencreme mischen. Mit Salz abschmecken und auf einer Platte/in einer Schüssel anrichten. Mit Brot genießen.

Auberginensalat auf Brötchen

 

2 Gedanken zu „Rauchige Auberginencreme

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