Baklava

Und schon wieder habe ich meinen armen kleinen Blog verwahrlosen lassen. Ich hoffe, er und ihr könnt mir noch mal verzeihen. Für Ende März stand die Abgabe eines wichtigen Uniprojekts an, sodass ich wochenlang pausenlos am Recherchieren und Schreiben war. Da ich mich in dieser Zeit bis auf wenige Ausnahmen (wie zum Beispiel bei diesem Rezept) ohnehin nicht sonderlich kreativ betätigt habe – weder in der Küche noch in anderen Bereichen – und Beiträge über Nudeln und Bolognese aus dem Glas nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst hätten, habe ich mich lieber „vornehm“ zurückgenommen, bis ich mal wieder mit etwas ein wenig Anspruchsvollerem dienen kann bzw. Zeit finde, die paar wenigen Rezepte, die in dieser Zeit entstanden sind, zu (virtuellem) Papier zu bringen.

Normalerweise bin ich eher so die Marke „Langeweileesserin“, weshalb sich mein Essverhalten während stressigerer Uniphasen etwas unschön gestaltet. Dieses Mal jedoch fiel diese Zeit in einen kleinen „Umbruch“, da ich mir nämlich vorgenommen habe, nun ein wenig auf meine Ernährung zu achten und auch wieder mit dem Sport anzufangen, um das ein oder andere Fettpölstchen zum Rückzuck zu zwingen. Ha! Doch wäre natürlich ich nicht ich und keine Foodbloggerin, hätte ich nicht zuvor noch mal einen feinen Deal mit mir selbst ausgehandelt: Ich beschloss, mir zuvor noch mal richtig was gönnen und nahm mir im Rahmen dessen ein Wochenende Zeit zum Backen, Kochen und natürlich auch zum Schlemmen.

Wenn schon, denn schon, dachte ich mir, und entschied mich denn auch ziemlich schnell für Baklava. Was habe ich es immer geliebt, wenn ich mal griechisch oder türkisch essen war, zum Dessert diese kleine süße Köstlichkeit serviert zu bekommen, die wahrscheinlich doppelt so viel Kalorien hatte wie die 5 Gänge zuvor alle zusammen, aber egaaaaaal (Kalorien müssen beim Herstellungsprozess sowie beim Essen unbedingt ausgeblendet werden, tut euch also einen gefallen und schlagt gar nicht erst nach, ja?)! Auf die Idee, Baklava selbst zu machen kam ich das erste Mal, als eine Bekannte meines Bruders eine große Portion, frisch aus ihrer Küche, auf seinen Geburtstag mitbrachte. Gleich am nächsten Tag Nun, ein paar Jahre später machte ich mich dann also endlich auf zum Yufka-Blätter-Kauf, um das Vorhaben umsetzten zu können.

Veganisieren war übrigens nicht notwendig, denn viele traditionelle Zubereitungsarten kommen schon per se ohne tierische Inhaltsstoffe aus. Honig wird Baklava wohl nur regional (laut Google wohl insbesondere in Griechenland) statt des Zuckersirups beigefügt. Auf der Suche nach DEM perfekten Rezept bin ich dann allerdings wieder zu meiner alltäglichen Praxis übergegangen und habe kombiniert, gestrichen und ergänzt, wie es mir gerade gepasst hat. Das Ergebnis konnte sich sowohl sehen als auch schmecken lassen, alles andere hätte mich an meinem Schlemmerwochenende aber auch hart getroffen. Der Herstellungsprozess ist übrigens nicht besonders schweirig, allerdings dauert er ein Weilchen. Falls ihr nun Appetit bekommen habt, hier kommt das Rezept:

 

Baklava

Für eine große Auflaufform (34 x 20) Baklava benötigt ihr:

♥ 470 g Yufka-Blätter (ca. 15 Stück)

♥ 250 g Alsan (oder andere vegane „Butter“)

♥ 200 g Pistazien (etwa 500 g ungeschält)

♥ 200 g Walnüsse (geschält gewogen)

♥ 400 g Zucker

♥ 300 ml Wasser

♥ 2 EL Zitronensaft

Zubereitung:

1. Pistazien schälen. Am besten erledigt ihr das am Vorabend bei einer mittelspannenden Serie ;)

2. Alsan etwas zerkleinern und in der Mikrowelle schmelzen, das dauert je nach Mikrowelle zwischen 1 bis 2 Minuten.

3. Die Lasagneform mit ein bisschen Alsan einfetten. Jetzt die Yufka-Blätter auspacken. Meine waren ziemlich genau doppelt so groß wie die Form, so dass ich ein Blatt immer halbiert habe. Das erste Yufka-Stück kommt in die Form, so dass der Boden vollständig bedeckt ist und wird mithilfe eines Pinsels dünn mit Butter bestrichen. Anschließend das nächste Stück Yufka-Teig darauf geben und wieder mit Alsan bestreichen. Damit fortfahren, bis etwa 10 Yufka-Blätter (jeweils in Größe der Form, im Zweifelsfall müsst ihr die Blätter so wie ich zurechtschneiden) übereinanderliegen.

4. Pistazien in einer Küchenmaschine zerkleinern (oder ggf. zerhacken, falls eine solche nicht zur verfügung steht). Alles, bis auf ca. 2 EL gleichmäßig auf dem oberen Teigblatt verteilen.

5. Auf den Pistazien wieder ca. 10 Stücke Teig übereinander schichten (jeweils wieder mit Butter zwischen den Blättern).

6. Nun die Walnüsse in der Küchenmaschine zerkleinern und in die Form geben. Darüber die letzten 10, jeweils von Butter getrennten Teigschichten verteilen.

7. Die restliche Butter nun über das Backlava geben, falls keine Butter mehr übrig ist, ruhig noch etwas schmelzen, sonst trocknen die Blätter zu sehr aus. Nun nehmt ihr ein Messer und schneidet vorsichtig die einzelnen Stücke vor. Da Baklava nicht gerade leichte Kost ist, empfiehlt es sich, eine überschaubare Größe zu wählen, z.B. 5×5 cm oder sogar noch kleiner.

8. Während das Baklava nun ca. 30 Minuten bei ca. 175° in den Ofen wandert, bereitet ihr den Zuckersirup vor: Dazu Zucker, Wasser und Zitronensaft in einen Topf geben und unter regelmäßigen umrühren aufkochen lassen. Platte auf niedrige Hitze runterschalten und noch ca. 15 Minuten einkochen lassen.

9. Sobald das Baklava fertig gebacken ist, mit dem Zuckersirup übergießen, schaut dabei, dass er schön gleichmäßig verteilt ist. Nun am besten warten, bis alles etwas abgekühlt ist. Und dann heißt es: Auf die Plätze, fertig, los…genießen!

 

Baklava #2

Noch eine Anmerkung zu den Nüssen: Ich wollte eigentlich nur die Pistazienschicht machen, aber da ich noch so viel Teig übrig hatte, entschied ich mich dazu, noch eine zweite Nuss-Schicht nach weiteren 10 Blättern hinzuzufügen. Pistazien hatte ich keine mehr und so nahm ich Walnüsse, die man auch in manchem traditionellen Rezept fand. Hätte ich von Anfang an gewusst, dass ich Pistazien und Walnüsse verwenden würde, hätte ich wahrscheinlich einfach beide Nusssorten gemischt. So war es allerdings genauso lecker, nur musste man die Nüsse eben separat zerheckseln.

2 Gedanken zu „Baklava

  1. Ines

    Mhh, Baklava! Die grösste Herausforderung an diesem Rezept ist es wohl, 500 Gramm Pistazien zu schälen ohne die Hälfte zu essen. :D

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Hihi, da sagst du aber was! Wir mussten wirklich ganz schön diszipliniert sein, aber es waren zum Glück am Ende etwas mehr als 200 g, so dass dann doch noch etwas für den „spontanen Eigenbedarf“ abfiel ;)

      Antwort

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