Heu und Stroh

Dieses Gericht hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, wenn man das über Essen überhaupt sagen kann, denn es markiert quasi den offiziellen Anfang meiner Kochleidenschaft. Mit 10 Jahren nahm ich nämlich an einem Kochkurs für Kinder Teil (ich weiß gar nicht mehr, ob das meine eigene Idee gewesen war oder die meiner Eltern, die dachten, es könne ja nicht schaden), in dem wir neben Kartoffelsuppe, Nudelsalat, Plätzchen oder Quarkspeise eben auch „Heu und Stroh“ gekocht haben.

Wenn ihr euch jetzt fragt, was das denn für eine außergewöhnliche Solidarisierung mit Weidetieren darstellt oder ob jetzt eine neue Debatte folgt, wer hier eigentlich wem das Essen wegisst, dann muss ich euch enttäuschen oder auch beruhigen (je nachdem, wie diskussionsfreudig ihr seid), es handelt sich dabei nämlich um ein Pastagericht aus grünen und weißen Bandnudeln, dem das Gericht, das klassischerweise mit Pilzsauce serviert wird – ich habe es außerdem mit Erbsen kennengelernt – seinen Namen verdankt: Grün wie Heu und gelb wie Stroh.

Auf die Idee, dieses Gericht mal wieder zu kochen, bin ich aber eigentlich erst durch ein neues amerikanisches Kochbuch gekommen, das ich mir vor kurzem bestellt habe, nämlich Chloe’s Kitchen von Chloe Coscarelli, die scheinbar in Amerika eine Art „Shootingstar der veganen Küche“ ist und über das ich, wenn ich ein paar Rezepte ausprobiert habe, vielleicht auch noch eine Rezension verfassen werde.  Jedenfalls enthält besagtes Buch auch ein Rezept für Heu und Stroh und auch, wenn ich es doch mit anderen Grundzutaten gekocht habe als die Autorin, so habe ich ihre Idee, eingelegte Tomaten hinzuzufügen gleich mal übernommen.

Bei der Gewürz-Blüten-Mischung, die ich verwendet habe, handelt es sich übrigens um ein Produkt von Sonnentor mit dem wunderbaren Namen Gute Laune. Eine Extra-Portion von letzterer schadet schließlich nie. Falls es beim Anblick der Verpackung nicht klappt, dann hoffentlich spätestens beim Essen der Nudeln, aber dafür müsst ihr jetzt natürlich noch eine Kleinigkeit tun.

Für 4 Portionen benötigt ihr:

Nudeln:

♥ 200 g weiße Bandnudeln

♥ 200 g grüne Bandnudeln

♥ etwas Salz

Für die Sauce:

♥ 500 g Champignons

♥ 230 g Erbsen (Abtropfgewicht)

♥ 1 Zwiebel

♥ Öl für die Pfanne

♥ 250 ml Hafersahne

♥ 12 getrockente Tomaten, eingeweicht oder in Öl eingelegt

♥ ½ TL Salz

♥ ¼ TL Pfeffer

♥ 1 gehäufter EL Gewürz-Blüten-Mischung oder italienische Kräuter

♥ ggf. etwas Speisestärke zum Andicken

Zubereitung:

1. Zur Vorbereitung Champignons waschen/putzen, die Enden des Stiels abschneiden und alle Champignons in Scheiben schneiden, Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden und die Erbsen durch ein Sieb abgießen, kurz mit Leitungswasser abspülen und abtropfen lassen.

2.Auf einer Platte Öl in einem Topf erhitzen, auf einer anderen Nudelwasser aufsetzen und wenn es kocht, Nudeln und Salz dazugeben und  kochen lassen, bis die Nudeln so weich sind, wie man sie gerne hätte.

3. Derweil die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Champignons und Erbsen ebenfalls in den Topf geben, kurz anbraten und mit der Hafersahne ablöschen. Ca. 5 Minuten köcheln lassen.

4. In der Zwischenzeit die Tomaten in Streifen bzw. Würfel schneiden. Wenn ich Tomaten habe, die zuvor in Olivenöl eingelegt waren, spüle ich sie meistens einmal kurz mit Wasser durch, damit sie nicht zu fettig sind. Das ist aber Geschmackssache.

5. Wenn die 5 Minuten um sind, Tomaten und Gewürze zu der Sauce geben. Ist diese noch zu flüssig, bietet es sich an, diese mit Speisestärke oder Mehl etwas anzudicken. Siebt man diese aber einfach in die Sauce, bilden sich oft kleine nervige Klümpchen, die nicht so lecker schmecken, wenn man sie aufbeißt (ich spreche da aus Erfahrung). Der Trick besteht also darin, das Pulver mit einer kleinen Menge Wasser in einem kleinen separaten Schälchen anzurühren, weil man so viel besser unter Kontrolle hat, ob sich eine homogene Flüssigkeit gebildet hat. Ist dies der Fall, kann man diese nach und nach zur Sauce geben. Es dauert ungefähr eine Minute, bis der Effekt eintritt, also seid vorsichtig und haut nicht gleich eine halbe Packung rein. Ich hatte ca. 1 gehäuften EL in 30, 40 ml Wasser aufgelöst. Alternativ kann man übrigens auch mit etwas geribener Kartoffel andicken, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dauert das aber ein klein wenig länger.

6. Wenn die Nudeln fertig gekocht sind, Wasser abgießen und zusammen mit der Sauce auf den Tellern verteilen.

2 Gedanken zu „Heu und Stroh

  1. Pingback: Buchvorstellung: Chloe’s Kitchen | Essen. Leben. Leben lassen.

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