Kerniges Hanfbrot

Hanfsamen rangieren wohl nicht gerade auf den vorderen Plätzen, wenn es um die beliebtesten Lebensmittel geht, dabei handelt es sich bei der Ölsaat eigentlich um ein echtes Superfood mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen wie zum Beispiel ungesättigten Fettsäuren, allen essenzielle Aminosäuren sowie Mineral- und Ballaststoffen. Ihr braucht auch keine Sorge zu haben, dass ihr nach ihrem Genuss  tagelang nicht zurechnungsfähig seid: Hanfsamen, wie sie in Lebensmitteln Anwendung finden, haben nämlich keinerlei berauschend Wirkung.

Trotz meines „Lobgesangs“ hatte ich bislang – abgesehen von einem Wheaty-Brotbelag – noch keine Hanfsamen zu mir genommen. Da ich allerdings beim kürzlichen Durchstöbern meiner Vorräte im Rahmen des Use Up-Along Hanfsamen „gefunden“ habe, musste eine Idee her, was sich damit so alles anstellen lässt. Diesbezüglich war ich vollkommen ahnungslos, da ich das – Achtung, anschnallen, schlechter Wortwitz – „Tütchen“ nicht mit einer bestimmten Vorstellung von potenziellen Verwendungsmöglichkeiten selbst gekauft, sondern geschenkt bekommen hatte.

Also rätselte ich ein wenig,  befragte unser aller Lieblingssuchmaschine und kam plötzlich auf Brot. Da unsere Brot-Vorräte sich ohnehin gerade dem Ende neigten machte ich mich gestern also ans „experimentelle“ Backen, da mich kein Rezept spontan vollkommen überzeugte. Die  Hanfsamen etwa, die in einigen Rezepten als gemahlene Version vorgesehen sind, musste ich unzerkleinert in den Teig geben, denn wir besitzen noch keine Mühle (im Nachhinein ist mir die Pfeffermühle als Alternative eingefallen, aber selbst wenn es funktioniert hätte, wäre ich EWIG beschäftigt gewesen) und der Mörser wollte nicht so wie ich. Falls ihr es nicht so gerne kernig mögt, könnt ihr den Hanf also natürlich auch mahlen, wahrscheinlich ist dann aber eine geringfügig höhere Wassermenge notwendig. Hier aber erst einmal meine Version.

Brot #1

Für 1 Brot benötigt ihr:

♥ 500 g Dinkelmehl

♥ 250 ml lauwarmes Wasser

♥ 1 Packung Trockenhefe

♥ 2 TL Vollrohrzucker

♥ 1 TL Salz

♥ 1 TL gemahlenen Koriander

♥ 150 g Hanfsamen

♥ 50 g Leinsamen

♥ optional ein paar Körner zum Bestreuen

Zubereitung:

1. Mehl, Wasser, Hefe, Zucker, Koriander und Salz in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verkneten. Ich mache das am liebsten mit meinen Händen, aber falls ihr eine Küchenmaschine oder ein Rührgerät mit Knethaken habt, könnt ihr natürlich auch diese die Arbeit machen lassen.

2. Die Schüssel z.B. mit einem (sauberen! ;) ) Geschirrtuch abdecken und an einem „warmen Ort“, z.B. auf der Heizung, für 45-60 Minuten gehen lassen.

3. Nach diesem „Mittagsschlaf“ können die Samen nun in den Teig eingeknetet werden

4. Anschließend den Teig in die favorisierte Form bringen. Da wir es ganz gerne mögen, wenn die Stullen am Rand nicht winzig und die in der Mitte plötzlich riesig sind, entscheide ich mich meistens für einen Quader und nehme mir zwecks Perfektionierung eine kleine gefettete und geölte Kastenform zu Hilfe.

5. Den Teig (in oder ohne) Kastenform im Ofen platzieren und weitere 30 Minuten gehen lassen, bevor das Brot schließlich noch mit ein paar Körnern bestreut und der Optik wegen längs eingeschnitten werden kann.

6. Das Brot sollte nun bei ca. 200°C für 35-40 Minuten gebacken werden oder eben, bis es gut aussieht.  Anschließend aus dem Ofen holen, auskühlen lassen und genießen.

Brot #2

Eine kleines Anekdötchen habe ich auch noch für euch: Falls ihr euch wundert, dass die Kurste so kross und dunkel wirkt, das liegt daran, dass Das Brot ca. doppelt so lange im Ofen war, wie von mir erdacht. Nachdem ich nach 30 Minuten befand, dass es noch kuuurz weiterbacken können – ironischerweise, damit es noch etwas mehr Bräune entwickele – machte ich mich daran, den Artikel übers Savory zu schreiben. Und verpeilte natürlich prompt, das Brot aus dem Ofen zu nehmen. Mein Liebster fragte mich dann schließlich nach (s)einem kurzen Ausflug in die Küche etwas zweifelnd, ob ich die Zeit denn noch im Blick habe, worauf hin ich wie von der Tarantel gestochen zum Backofen eilte. Von der inzwischen dunkel verfärbten Körnerverzierung musste ich das Brot leider befreien, aber trotz des anfänglichen Schreckens erwies sich das Brot als noch gut essbar – die Kruste ist einfach nur seeehr knusprig und etwas dicker als normal…

3 Gedanken zu „Kerniges Hanfbrot

  1. Ines

    Ha! Deine Backanektote könnte von mir sein. Weil ich dazu noch meinen Gasbackofen nicht so ganz im Griff habe und mich auch leider niemand dran erinnert, wie viel Zeit schon vergangen ist, endet’s dann manchmal nicht so glimpflich. Das Brot sieht aber auf jeden Fall lecker aus!

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Hey Ines,
      ja, das mit deinem Ofen hatte ich gestern auch schon gelesen, ein Gasofen ist bestimmt noch mal eine größere Herausforderung. Ich hatte mir ja extra eine Uhr gestellt, aber für die letzten 5 Minuten dann nicht mehr, weil unser Kurzzeitmesser eine leichte Macke hat und bei Zeiten unter 10 Minuten manchmal zwischendrin aufhört zu ticken. Zum Glück hat mein Mann das Brot ja noch bemerkt. Eigentlich schmeckt es auch wirklich ganz gut, nur das Schneiden ist ziemlich kompliziert. ;)

      Alles Liebe
      Natalie

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s