Frisch aus der Weihnachtsbäckerei: Leckerer Christstollen

Christstollen die Zweite dieses Jahr: Nachdem das Backen der ersten Christstollen aufgrund akuter Rezept-Verwirrungen eher chaotisch ablief, habe ich am Wochenende den zweiten Versuch gestartet. Da das Original-Rezept partout nicht mehr aufzufinden war (die Aufzeichnungen von letztem Jahr erschienen mir nach wie vor seltsam), ging ich zu meiner altbewährten Küchenroutine über, die da lautet: experimentieren!

Ich muss gleich dazu sagen, dass ich in Stollen sehr auf Marzipan und Rosinen (um letztere habe ich früher immer einen großen Bogen gemacht) stehe. Ich habe dabei irgendwie immer das Gefühl, dass die meisten Rezepte für Leute gedacht sind, die den klassischen Stollen gar nicht so sehr mögen, also immer nur Mini-Mengen Zitronat, Orangeat & Rosinen einplanen. Ich kenne da dagegen keine Gnade und haue so viel davon in den Teig, wie dieser verkraften kann. Wer das nicht so gerne mag, reduziert die Menge entsprechend.

Ein weiteres Mysterium ist für mich Attila Hildmann, der in einem seiner Stollenrezepte – sofern ich mich richtig erinnere – berichtet hat, dass er Rosinen in Christstollen viel zu weich findet und sie daher lieber gar nicht einweicht. Bei mir ist nämlich das genaue Gegenteil der Fall! Ich denke mir: „Harte Rosinen, wer braucht denn bitte sowas?“ Aber ich schätze mit Stollen ist es so wie mit der Frage, ob man zu Pommes Ketchup oder Mayo isst (definitiv beides!) oder wie mit der Vorliebe für Mac oder Microsoft – reine Glaubenssache ;)

Sodele, genug philosophiert, ab geht’s zum Rezept!

Christstollen #1

Für 2 Laibe Christstollen benötigt ihr:

♥ 800 g Mehl

♥ 200 g gemahlene Haselnüsse

♥ 200 g gemahlene Mandeln

♥ 100 g gehackte Mandeln

♥ 2 Tüten Trockenhefe

♥ 2 Tüten Vanillezucker

♥ 1 leicht gehäufter TL Zimt

♥ ½ TL Kardamom

♥ ½ TL Salz

♥ 100 g Öl

♥ 310 ml Pflanzenmilch

♥ 500 g Rosinen, in Wasser + Rum eingeweicht

♥ 1 Packung Zitronat

♥ 1 Packung Orangeat

♥ 800 g Marzipan

Zubereitung:

1. Die Rosinen in einer Schale mit Wasser und einem Schuss Rum für 3, 4 Stunden einweichen

2. Alle Zutaten außer die Rosinen, das Zitronat, das Orangeat und das Marzipan vermengen und sehr gut durchkneten

3. Den Teig für ca. 45 Minuten an einem möglichst warmen Ort ruhen lassen, dabei mit einem Tuch bedecken

4. 400 g Marzipan mit der groben Seite der Gemüsereibe in den Teig raspeln

5. Die Rosinen durch ein Sieb abschütten, etwas abtropfen lassen und gemeinsam mit dem Zitronat und dem Orangeat in den Teig einkneten. Am Anfang sieht es nach viel zu vielen Rosinen aus, aber glaubt mir, das wird

6. Legt ein Backblech mit Backpapier aus, nehmt ein Viertel des Tags und formt diesen so auf dem Blech zu einem Laib, dass noch ein zweiter Stollen Platz hat. Nehmt nun weiter 200 g Marzipan, formt dieses zu einer Rolle, die wo breit ist wie der Stollen und platziert diese in der Mitte. Nun nehmt ihr ein weiteres Viertel des Teigs und modelliert damit die Oberseite des Stollens. Ich weiß, dass man Stollen normalerweise rollt, finde aber, dass es mit dem „Modellieren“ besser funktioniert und es ist auch weniger schlimm ist, wenn der Teig mal etwas klebt

7. Wiederholt den Vorgang für den 2. Stolle

8. Schiebt das Backblech auf die zweite Schublade von oben. In meinem Herd hat er bei 190° C knapp über eine Stunde gebraucht, bis er fertig war

9. Lasst den Stollen auskühlen. Da die Rosinen an der Oberfläche des Stollens meist verbrennen, entfernt diese nun per Hand. Anschließend bepinsel ich den Stollen ganz dünn mit geschmacksneutralem Rapsöl (statt Pflanzenmargerine, die nicht kaufe) und siebe den Puderzucker darüber.

Christstollen #2

Lasst es euch schmecken! Demnächst probiere ich mich an ein paar Plätzchen aus meinem Backbuch „Von Christstollen bis Zimtstern – Vegane Weihnachtsbäckerei“, das ich bereits letztes Jahr besorgt, aber dann aufgrund chronischen Zeitmangels erst einmal nur durchgeblättert habe.

Wie sieht es bei euch aus? Verbringt ihr die halbe Weihnachtszeit Plätzchen backend in der Küche oder könnt ihr euch nicht so dafür erwärmen?

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