Mettigel statt Christstollen

Es gibt sie, diese Tage, an denen einfach alles schiefläuft. Am Samstag wurde mir die ganz besondere Ehre zuteil, mal wieder einen solchen erleben zu dürfen. Die Packstation wollte das Päckchen nicht rausrücken, in ganz Berlin waren nicht DIE passenden veganen Schuhe aufzutreiben und mein Christstollen, mit dem ich die Vorweihnachtszeit 2013 einläuten wollte, hatte ebenfalls andere Pläne mit mir. Gut, letzteres habe ich selber zu verschulden, da ich letztes Jahr zwar alle Zutaten fein säuberlich aufgeschrieben habe, allerdings nicht daran gedacht habe, wie verdammt lang so ein Jahr sein kann und dass ich dann sicherlich nicht mehr wüsste, welche Tasse ich mit „einer Tasse“ meinen könnte. Und so landete gleich mal die doppelte Menge Flüssigkeit im Teig, da ich gestern nicht mit den kleinen Kaffeetassen sondern mit den größeren Bechern gemessen habe. Weil ich dann auch noch eine enorme Menge viel zu feuchten Teig hatte (da mir das Rezept für die Weihnachtspakete an unsere Verwandtschaft in die Hände gefallen war), konnte ich nicht einfach neu beginnen, sondern kippte sämtliche Vorräte an gemahlenen Nüssen, die ich in meinem Back-Kästchen finden konnte, hinein, um den Teig ein wenig „trockenzulegen“. Letztendlich ist das Ergebnis zwar doch noch ganz gut geworden, da sich der Teig aber wirklich nicht gut handhaben ließ und ich mich irgendwie an Sandkastenschlachten erinnert fühlte, werde ich euch das Rezept erst in ein paar Wochen geben können, wenn die gigantomanische Christstollenmenge verspeist ist – ich bin überzeugt davon, dass mein Liebster mir dabei eine große Hilfe sein wird – und eine neue Fuhre gebacken werden kann.

Natürlich habe ich noch mehr Rezepte parat (passenderweise ebenfalls auf Zetteln, die ich immer wie wild in der Küche kritzel) und bevor mich mit meiner Zettelwirtschaft das nächste Mal das gleiche Schicksal ereilt, tippe ich es lieber schnell ab. Nun kommt für euch also ein Mett(igel)rezept. Zugegeben, die Rezeptidee ist nicht wirklich neu, hier kommt aber meine favorisierte Mischung:

Mettigel

Zutaten:

Fürs Mett:

♥ 100g Reiswaffeln

♥ 230 ml Wasser

♥ 50 g Tomatenmark

♥ 1 große Zwiebel

♥ 1 leicht gehäufter TL Salz

♥ 1 TL Knoblauchgranulat

♥ ½ TL Kerbel

Zum Verzieren:

♥ ein paar Salzstangen

♥ 1 Olive, Gurke o.ä

Zum Servieren:

♥ Zwiebelstreifen

♥ Cornichons

♥ Baguette/Brot/Brötchen

♥ worauf ihr sonst noch Lust habt

Zubereitung:

1. Die Reiswaffeln in eine Schüssel mittlerer Größe geben und zerkrümeln. Das Wasser hinzufügen und mit den Waffeln – man kann es ruhig so sagen – „vermanschen“. Ich nehme dafür immer meine Hände, ich finde, das geht am besten so. Wenn man nicht gerade Fernsehkoch ist und das ästhetische Empfinden der Zuschauer nicht stören möchte, dann gibt es eigentlich keinen Grund, es anders zu machen. Falls ihr (kleine) Kinder/Geschwister etc. habt, helfen die euch sicherlich auch sehr gerne dabei.

2. Die Zwiebel schälen, kleinhacken oder reiben. Zusammen mit den restlichen Zutaten zu den Waffeln geben und ebenfalls alles verkneten.

3. In ein großes Glas (z.B. Gurkenglas) geben und mindestens 12 Stunden durchziehen lassen. Dann könnt ihr es auf die Stulle schmieren und mit kleingeschnittenen Gürkchen und Zwiebeln essen oder ihr formt die Masse auf einem Teller. Für den Partygag „Mettigel“ ein paar Salzstangen zerbrechen, in die Masse stecken und mit kleinen Olivenstückchen Auge und Nase formen.

Stillt den Hunger auf Deftiges garantiert :)

Den Igel gab es übrigens auf einer kleinen Feier mit ein paar überzeugten Fleischessern, die sich doch tatsächlich zu der Vorstellung haben hinreißen lassen, wir hätten extra für sie Fleisch gekauft. Haha, never! Nachdem wir sie darauf hingewiesen haben, dass das „Tierchen“ auf dem Teller rein pflanzlich ist (schon mal drüber nachgedacht, wie markaber es eigentlich ist, mit totem Tier ein Tier zu Formen? Fiel mir gerade so spontan auf*) und wir ihn auch nur ausnahmsweise als Partygag derart geformt haben, wurde lustig rumgeraten, woraus das Mett bestehen könnte. Ich muss ehrlich sagen, entgegen der landläufigen Meinung unter Veganern, erinnert mich die Konsistenz zwar sehr an Mett, der Geschmack aber nur eingeschränkt. Finde ich aber super so!

*mich lässt das Thema momentan nicht mehr los, so dass ich darüber demnächst wohl auch mal schreiben werde. Gewisse Eigenarten entdecke ich auch immer wieder bei bestimmten Ersatzprodukten…aber dazu ein anderes Mal mehr.

Ein Gedanke zu „Mettigel statt Christstollen

  1. Pingback: Vegan Brunchen (inklusive Organisationstipps) | Essen. Leben. Leben lassen.

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