Erdbeerkuchen à la Oma

Wenn der Sommer sich momentan schon so rar macht, möchte ich ihn wenigstens auf kulinarischen Pfaden aufspüren. Auch das ist zugegebenermaßen etwas schwieriger als sonst, denn in Anbetracht des diesjährigen Wetterchaos wollten auch saisonale Obst- und Gemüsesorten nicht so gut und zahlreich reifen wie sonst. Das bilde ich mir zumindest ein. Letztes Jahr gab es in meinem kleinen Stammbioladen z.B. jede Woche frischen Spagel, dieses Jahr nicht. Auch die ersten deutschen Erdbeeren habe ich erst Mitte Juni gesichtet und dann natürlich auch die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und sie verkostet (immerhin waren sie wirklich sehr gut).

Da die roten Früchtchen zu meinem Lieblingsobst zählen – einst wurde mein Opa, der mir einmal Erdbeeren mitbrachte von meinem dreijährigen Ich sogar zum „Erdbeeropa“ erklärt – verspüre ich momentan den intensiven Drang, die verbleibende Erdbeerzeit noch so gut wie irgend möglich auszunutzen. Klar, dass dazu auch das Umsetzen eines altbewährten Erdbeerkuchen-Familienrezepts gehört. Die Kombination von Pudding, Marzipan und Nussboden macht das ganze natürlich nicht gerade zu einer kalorienarmen Angelegenheit, aber wer möchte das denn schon wissen, wenn ein Stück großartiger Erdbeerkuchen vor einem steht? :)

Auch wenn der Vergleich per se eigentlich schon vollkommen ungeeignet erscheint (etwa so, als würde man Max Frisch und Rosamunde Pilcher in einem Satz nennen), ist der Nussboden viel, viel besser als dieser fertige Tortenboden aus dem Supermarkt, der 3,5 Sekunden nach der „Kontaktaufnahme“ mit dem Obst schon durchgeweicht ist. Das beste ist natürlich immer der ungläubige Blick in den Augen von Gästen in Kombination mit der typischen Äußerung: „Und DER ist jetzt auch vegan??? Hääääh? Wie machst du das?“

Aber damit meinen Worten auch Taten folgen können, komme ich nun mal zum Rezept.

Erdbeerkuchen

Für einen Kuchen (Ø 28 cm) benötigt ihr:

Für den Boden:

♥ 200 g Zucker

♥ 200 g Apfelmark (ggf. auch Mischungen, ich hatte einmal Apfel-Bananen- und einmal Apfel-Aprikosen-Mark)

♥ 100 g geschmacksneutrales Rapsöl (nicht nativ)

♥ 200 g Haselnüsse, gemahlen

♥ 50 g Haselnüsse, gehackt

♥ 500 g Mehl

♥ 1 Päckchen Backpulver

♥ etwas Öl und Mehl für die Form

Für den Belag:

♥ 1 Packung = 200 g Marzipanrohmasse (die im Supermarkt sind meistens ohne Honig, im Bioladen aber gelegentlich auch mit)

♥ 1 Päckchen Vanille-Puddingpulver (ca. 35-40 g)

♥ ~ 500 ml Pflanzenmilch

♥ ~ 30-40 g Zucker

♥ ~ 750 g Erdbeeren

♥ Mandelblättchen zum Verzieren

Zubereitung:

1. Ein wenig Öl auf ein Stück Küchenrolle geben und damit die Tortenbodenform (ich habe diese ) einfetten. Anschließend etwas Mehl in die Mitte der Form geben und dieses durch Schwenken verteilen.

2. Zucker, Apfelmark, Öl und Nüsse zu einer geschmeidigen Masse vermengen und anschließend das Mehl und das Backpulver zunächst unterrühren, anschließend etwas kneten (der Teig bleibt klebrig). Das war’s auch schon, der Teig kann nun gleichmäßig in der Form verteilt und anschließend ca. 35 Minuten bei 175° C (ihr beachtet wie immer die individuellen Backeigenschaften eures Ofens) im Backrohr verweilen.

3. In der Zwischenzeit könnt ihr euch an den Pudding machen. Die gängigen Versionen müssen mit ca. 500 ml Milch und 2 EL bis 40 Gramm Zucker zubereitet werden. Haltet euch dabei einfach an die Anleitung auf der Packung, ihr müsst nichts weiter beachten.

4. Wascht die Erdbeeren und befreit sie von ihrem Strunk. Falls sie nach dem Waschen sehr nass sind, könnt ihr sie abtropfen lassen, mache ich aber nie.

5. Wenn der Kuchen fertig gebacken ist, lasst ihn etwas abkühlen und stürzt ihn erst dann aus der Form. Ich lege dazu immer einen Teller auf die Teig-Seite und drehe das ganze dann einfach um: Voilà, ohne größere Anstrengungen ist alles da, wo es hingehört. Wenn ihr euch den Schritt mit dem Einölen/Bemehlen vorher nicht gespart habt, sollte sich auch alles recht problemlos aus der Form lösen.

6. Schneidet das Marzipan in Streifen und verteilt diese auf dem Kuchen. So sollte es dann in etwa aussehen (die weißen Spuren am Tortenbodenrand kommen vom Mehl)

Marzipanschicht

7. Obendrauf verteilt ihr nun zuerst den erkalteten Pudding und anschließend darauf die Erdbeeren. Wenn ihr wollt, könnt ihr noch ein paar Mandelblättchen darüber streuen, das Auge isst schließlich…usw.

Am besten schmeckt mir der Kuchen übrigens, wenn er schon 1, 2 Tage im Kühlschrank durchgezogen ist. Das Marzipan ist dann etwas weicher, der Pudding hat das Erdbeeraroma aufgenommen und der Boden ist immer noch nicht durchgeweicht.

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich hoffe, ihr seid ebenso überzeugt wie ich :)

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