Brettljause

Brettl-waaas? So in etwa war die Reaktion meines Freundes, als ich ihm sagte, was es heute zum Mittag geben würde. Den entsprechend irritierten Gesichtsausdruck müsst ihr euch einfach dazu denken :D …

Früher war ich mit meinem Eltern oft zum Wandern in Österreich, aber anders als uns die Werbung diverser Fast-Food-Riesen suggerieren möchte, gibt es auf Berghütten, in die man hungrig einkehren kann, eher selten Burger mit fettigen Pommes oder Zwiebelringe, sondern meistens Kaiserschmarrn oder eben Brettljause – in Deutschland eher unter „Versperplatte“ bekannt. Klar, ein bisschen klischeelastig ist so ein Essen schon, da es eben genau das ist, was man als wandernder Touri erwartet, aber trotzdem war ich immer wahnsinnig fasziniert. Während „Stulle und Brot“ eher unspektakulär geklungen hätte, veränderte sich alles, wenn man einzelne Stückchen und Portionen von diversen Aufschnitten bzw. Aufstrichen zusammen mit Brot auf einem dicken Holzbrett serviert bekam und das dann alles in uriger Atmosphäre nach einem längeren Fußmarsch verdrückte.

Mittlerweile sind aber unglaublich lange 12,5 Jahre seit meinem letzten Österreich-Aufenthalt vergangen (OMG, das muss bald mal wieder geändert werden!) und obwohl unsere Wohnung eher keiner romantischen Berghütte gleicht, wollte ich mal wieder eine Brettljause genießen. Schon als Kind fand ich die viele Wurst auf solchen Platten furchtbar „lästig“ (eine Abneigung gegen Wurst hatte ich quasi schon immer) und war eher dem Käse zugetan. Letzteres hat sich inzwischen natürlich auch erledigt und so überlegte ich ein paar Tage, wie die Zusammenstellung wohl aussehen könnte. Letztendlich landeten auf den Tellern – und schließlich in unseren Bäuchen – selbstgemachter Cashewkäse, Chorizo-Wurst sowie Hanf-Aufschnitt von Wheaty, ein bisschen Paprika und Tomate, selbstgemachtes Nussbrot, selbstgemachter Kräuterquark und „Erdapfelkäs“.

Bevor ich euch jetzt mit den Rezepten für die beiden letzteren Aufstriche versorge, kurz noch ein Auszug aus dem bizarren Leben eines Veganers: Da wir keine Holzteller zu Hause hatten, wollten wir diese gestern noch schnell besorgen, da wir ja ohnehin in diversen Läden/Einkaufszentren Erledigungen machen mussten und stilecht sollte es schließlich schon sein. Und so fiel uns bei der Suche auf, dass jedes einzelne runde Holzbrett, das wir sahen, als „Fleischteller“ betitelt war. Jetzt stehen in unserer Küche quasi zwei „zweckentfremdete“ Exemplare, da sie sicherlich niemals ein Stück Fleisch tragen werden. Nunja, ich bin mir sicher, es geht ihnen gut. In Zeiten wie diesen ist es besser, beruflich nicht ganz so festgelegt zu sein und wie ich finde, erledigen sie ihre Aufgabe auch als „Vegane-Köstlichkeiten-Teller“ ganz gut oder was meint ihr?

Brettljause

Erdäpfelkäs

Für eine Portion benötigt ihr:

♥ 300 g Kartoffeln

♥ 1/2 mittgroße Zwiebel

♥ 10 ml Olivenöl

♥ 75 ml pflanzliche Sahne

♥ 1/2 TL Kümmel

♥ 1/3 TL Salz

♥ 1/4 Bund Petersilie

Zubereitung:

1. Kartoffeln gar kochen, schälen und zu Kartoffelbrei stampfen.

2. Die halbe Zwiebel schälen, in sehr kleine Stücke schneiden oder noch besser, Zwiebel fein reiben oder mit dem Mixer feinschneiden. Die Petersilie ebenfalls kleinschneiden.

3. Das Öl und die pflanzliche Sahne gut mit der Kartoffelmasse vermischen (ich nehme dazu ebenfalls den Kartoffelstampfer). Anschließend mit der Zwiebel, der Petersilie, dem Salz und dem Kümmel vermischen. Ggf. vor dem Servieren kaltstellen. Die Masse hält sich im Kühlschrank problemlos ein paar Tage und ist ein fantastischer Brotaufstrich. Älter als 3 Tage ist er bei uns allerdings noch nie geworden, da er dann immer alle war.

Easy-Peasy-Kräuterquark

Für eine Portion benötigt ihr:

♥ 250 g Sojajoghurt

♥ 1 TL Paprika edelsüß

♥ 1-1,5 TL Knoblauchgranulat

♥ 1/3 TL Salz

♥ 1/4 TL Pfeffer

♥ 1/4 Bund Petersilie

Zubereitung:

1. Petersilie kleinschneiden.

2. Sojajoghurt in ein Müslischälchen geben und mit den restlichen Zutaten mischen

3. Mindestens 12 Stunden im unteren Kühlschrankfach (nicht Gemüsefach, dort ist es zu warm) lagern. Lacker als Brotaufstrich oder auch zu Pellkartoffeln.

4 Gedanken zu „Brettljause

  1. BaronVonMerkens

    „In Zeiten wie diesen ist es besser, beruflich nicht ganz so festgelegt zu sein und wie ich finde, erledigen sie ihre Aufgabe auch als “Vegane-Köstlichkeiten-Teller” ganz gut oder was meint ihr?“

    Hehe ; )

    Sieht klasse aus, oftmals sind ja die simplen Dinge immer noch die besten.

    Grüße

    Antwort
  2. miss viwi

    ..ach wie toll…ich mag sowas auch total gerne…
    …obwohl ich Österreicherin bin, war ich noch nie in meinem Leben auf einer Berghütte, bevor nicht wo Hütte eröffnet, auf der es eine vegane Brettljaus’n gibt, wird sich das auch nicht ändern *g…

    Danke für die tolle Idee.

    liebe vegane Grüße, miss viwi

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      hehe ja, das kenne ich aber auch. die dinge, die man „vor der haustür“ hat, nimmt man oft gar nicht wirklich wahr. Ich wohne ja auch in berlin und wahrscheinlich hat schon jeder tourist mehr von der stadt gesehen als ich.
      aber eben, das ist ja auch das praktische an dieser veganen brettljause, man wird sie sicherlich nirgendwo bekommen (hat also eine ausrede, warum es sich gar nicht lohnt, unter großer auf den berg zu steigen), sondern kann sie gemütlich zu hause genießen =)

      Antwort
      1. miss viwi

        …stimmt, so ist das oft. Für mich würde es sich also überhaupt nicht lohnen, auf einen Berg zu steigen *g Danke für die klasse Ausrede.
        lvg, miss viwi

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