Man könnte meinen…

…ich hätte eine große Drogeriekette überfallen, denn in meinem Badezimmer und auch in der restlichen Wohnung tummeln sich so viele Kosmetik- und Pflegeprodukte, dass ich gar nicht sagen kann, wer das alles verbrauchen soll. Auf die Idee, meine „Beauty-Eckchen“ mal unter die Lupe zu nehmen bin ich übrigens durch diese beiden Posts (Post 1 und Post 2) von Clara bzw. Zombiekatze gekommen. Da es sowieso mal wieder dringend Zeit wurde, mein Badezimmerregal von dicken Staubschichten zu befreien (naja gut, ganz so schlimm war es noch nicht, aber Übertreibung macht anschaulich, wie mein Deutschlehrer zu sagen pflegte), dachte ich mir: „Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden?!?“ und sammelte also sämtliche Produkte ein, um diese kurz darauf auf einer Kommode zwischenzulagern und gleichzeitig zu „arrangieren“, um ein halbwegs übersichtliches Foto hinzubekommen.

Kosmetik gesamt

Den deutlich größten Anteil machen definitiv Duschgels und Bodylotions aus, da ich kurz nachdem ich vegan geworden war, bei dm mal einen richtigen Kaufrausch erlebte – vor lauter Euphorie, wie viele vegane Produkte es doch gibt. Doch da ich momentan sowieso nur ganz selten zum Einkaufen außerhalb des Supermarkts komme (damals habe ich noch direkt neben ZWEI dm-Filialen gearbeitet), ist es mir eigentlich ganz recht, so viele Duschgel-Vorräte zu haben, da man das ja auch wirklich noch verbraucht. Übrigens ist nicht alles, was man auf dem Foto sieht vegan und/oder palmölfrei, aber ich brauche noch alles auf, was ich habe, auch wenn es z.B. bei allem, was man auf die Lippen schmiert für mich schon sehr seltsam ist. Nicht abgebildet ist auf dem Foto übrigens das riesige Sammelsurium an Zahnseide (fragt mich nicht warum ich so viel davon habe…), meine Haarspangen und meine Accessoires, aber das gehört ja alles auch nicht direkt dazu.

Sooo, und nun ratet mal, wie viel ich von den oben abgebildeten Produkten täglich verwende…

Kosmetik täglich

Richtig, nicht sehr viel. Duschgel, Seife, Deo, Gesichtscreme, Handcreme, Zahnpasta, Lippenpflege (Achtung: nicht vegan) und natürlich Zahnpasta & Zahnbürste sowie meine Haarbürste. Ich stehe einfach nicht besonders auf den ganzen Styling-Schnick-Schnack. Jedenfalls nicht im Alltag. Ansich schminke ich mich sehr gern, aber ich will das nicht machen, weil ich muss (also weil andere meinen, Frauen müssten geschminkt sein) und morgens um 7 h habe ich definitiv keine Muße dazu. Für mich ist Schminken eher wie bildende Kunst, wie Malerei, was nicht automatisch heißt, dass ich dann total aufgedonnert wäre, aber ich brauche Zeit dazu und sehe nicht ein, die z.B. von meinem Schlaf abzuknapsen. Noch dazu kommt: Ich hasse es, mich abzuschminken. Wenn man abends oder nachts nach Hause kommt, einfach nur noch ins Bett möchte, aber weiß, dann man es am nächsten morgen bereuen wird, wenn man sich abends nicht mehr die 15 min Zeit genommen hat, um das wasserfeste Augen-Make-Up zu entfernen. Es hat zwar irgendwie auch etwas meditatives, seine Haut immer und immer wieder zu reinigen, aber um 3 Uhr in der Früh kann ich trotzdem meist darauf verzichten. Quintessenz: Das dekorative Make-Up ist bei mir nur eins: Genauso „dekorativ“ wie der Name. Es steht nur rum. Benutzt wird es vielleicht 2-4 mal im Jahr. Ganz ohne würde ich mich trotzdem merkwürdig fühlen, ich weiß auch nicht…

Praktisch veranlagt wie ich bin, benutze ich auch Nagellack nicht sehr gerne, zumindest nicht für die Fingernägel. Egal welche Marke oder was ich mache, der Lack hält einfach an den „kritischen Stellen“ (Zeigefinger, Daumen) nicht einmal einen Tag. Und ja, ich benutze sogar einen Überlack. Aber ich arbeite auch. Ich wasche, putze, koche, spüle und man kann mir einfach nicht sagen, dass das keine Spuren hinterlässt. In einer Frauenzeitschrift habe ich mal vor einer Weile die (Scherz-)Theorie gelesen, dass Nagellack von antifeministisch eingestellten Männern erfunden worden sein muss – in der Hoffnung, die Frauen von Arbeit und Politik fernzuhalten. Diese wären, wenn der Plan aufginge, nur noch mit Ausbesserung abgeplatzter Stellen beschäftigt. Daher kein Nagellack auf meinen Fingern mehr, denn ich erachte es einfach als zu frustrierend, täglich meine Nägel abzulackieren und wieder neu anzupinseln. An den Zehennägeln dagegen hält der Lack bei mir durchaus einen Monat, aber ihr könnt euch ja ausrechnen, wie langsam so eine Flasche Nagellack dann leer wird.

Alle paar Tage/wenn nötig/je nach Zeit/nach Möglichkeit benutze ich auch noch folgende Produkte:

Kosmetik regelmäßig

Hand- und Nagelpeeling, Mundwasser, Shampoo, Spülung, Haarkur, Zahnseide, Bodylotion und ja, ich gebe es zu, Reinigungsmilch. Man weiß ja nie, ob man sich nicht doch mal schminkt…

Letztendlich ist mein Ziel aber „Weniger ist mehr“. Ich habe keine Lust mehr auf den Konsumwahnsinn und wenn das hier aufgebraucht ist, kaufe ich nur noch wenige, dafür aber sorgfältig ausgewählte Produkte. Ich bin alt genug, um mich zu kennen und zu wissen, was ich benutze. Punkt. Memo an mich selbst.

17 Gedanken zu „Man könnte meinen…

  1. alphabetaclara

    :) so ähnlich sieht das bei mir auch aus. Täglich benutze ich wirklich nur Duschgel, Gesichtsreinigung, Make-Up, Zahnbürste, Deo, Zahnpasta und Mascara. Und meine Haarbürsten natürlich. Der Rest… teilweise einmal die Woche, teilweise ganz selten. Meine Handcremetube habe ich seit 3 Jahren…haha! Witzig wieviel sich so ansammelt ohne dass man es je benutzt.

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Hey Clara,
      ja, das ist wirklich gruselig, wie schnell man doch eine riesige Samllung beisammen hat, ohne sich irgendeiner „Schuld“ bewusst zu sein ;) Hier man ein Nagellack, da mal ne Lotion – wie viel man hat, merkt man oft erst, wenn man das wirklich mal an einem Platz zusammenträgt, weshalb ich die „Aktion“, die du gestartet hast auch gleich sehr interessant fand. Ich wünsche dir viel Spaß beim Vorräte aufbrauchen und falls du dann noch einen Nagellack brauchst, sag Bescheid, vielleicht habe ich dann ja noch einen oder 5 über ;)

      Antwort
  2. tatzenrundschau

    Mir geht es da im Moment ähnlich wie dir. Ich habe unzählige Bodylotions und Duschgele, ebenfalls aufgestockt, als es bei mir mit den tierversuchsfreien Produkten anfing. Stellenweise hatte ich noch Lotions von vor 2 Jahren. Es war einfach zu viel und ich musste echt aussortieren. Bin dann das ein oder andere Produkt bei meiner Mutti losgeworden :-D

    Auf jeden Fall muss ich mich ebenfalls zügeln und nur noch das bestellen, was ich auch wirklich brauche. Tut mir gut, der Umwelt und meinem Geldbeutel.

    Liebe Grüße

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Hey, danke für deinen Kommentar.

      Nach welcher Zeit hast du die alten denn dann weggeworfen? Ich bin da immer total unsicher, wie lang ich das Produkt aufheben soll. Bei Duschgel finde ich das ja halbwegs unbedenklich und es hält auch wirklich relativ lange. Also auf denen, die ich im letzten August gekauft habe, steht z.B. 2015 als Richtwert drauf. Mascara dagegen soll man ja beispielsweise angeblich bereits nach 2 Monaten wegwerfen und in der Zeit habe ich mich vielleicht gerade erst einmal geschminkt oder so und fänd das dann schon ziemlich happig.

      Meiner Mutter oder Freundinnen kann ich leider nichts anbieten, die sind alle bestens versorgt. Die Mutter einer Freundin hat sogar so viel (schon als ich mit ca. 11 das erste mal bei ihr zuhause war, konnte ich nicht fassen, wie viel Tiegel, Flakons und Tübchen EIN einzelner Mensch besitzen kann), dass nicht nur meine Freundin selbst, sondern auch der ganze Freundeskreis regelmäßig mit aussortierten Produkten bedacht werden. ;)

      Genau das ist auch meine Meinung – eigentlich spricht wirklich alles für einen gemäßigteren und bewussteren (Kosmetik-)Konsum. Ich drücke dir die Daumen, dass das für dich gut klappt. :)

      Antwort
  3. Lea

    „Für mich ist Schminken eher wie bildende Kunst, wie Malerei, was nicht automatisch heißt, dass ich dann total aufgedonnert wäre“ Für mich auch. Deshalb habe ich jetzt auch kein Make Up mehr, weil das für mich immer nur ein spaß war und ich eigentlich auch keine gelegenheiten hatte mich geschminkt aus dem haus zu begeben.

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Liebe Lea,
      ja, Gelegenheiten gibt es bei mir auch selten, denn ich bin nicht so der große Partygänger und für eben mal ins Café halte ich es auch nicht für nötig, mich wer weiß wie aufzustylen. Aber dann kommen sie halt doch wieder, die (einzelnen) Tage, an denen es mich plötzlich in meinen Fingern kitzelt und ich einfach unheimlich Lust darauf habe, mich zu schminken. Basics wären aber auch dann „nur“ Eyeliner, Wimperntusche, Kajal, Lipliner und Lippenstift, auf den Rest könnte ich getrost verzichten. Eine Grundausstattung möchte ich für mich persönlich zwar einfach da haben, aber es ist natürlich auch durchaus nachvollziehbar, Schminke ganz „abzuschaffen“, wenn man sie einfach nicht großartig benutzen würde. Ich bin z.B. hart am überlegen, ob ich mich für meine Hochzeit schminken soll. Selbst das mach ich dann spontan nach Lust und Laune…

      Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Ich nehme das mal als Kompliment, schreibe aber in Anbetracht der „gefährlichen Situation“ nicht, dass mich das freut & hoffe ganz entschieden, dass es dir inzwischen wieder gut geht ;))))

      Antwort
  4. H.N.

    Von dem ganzen Plastikflaschen-Kram kann man sich zwei Produktlinien sparen, wenn man auf Pflanzenölseife und festes Shampoo umsteigt. Das wären zumindest zwei Verpackungen weniger. Ich habe nur allerbeste Erfahrungen damit. Meine Haut ist nicht mehr so trocken (wie früher im Winter trotz Lotion) und Pflanzenölseife läßt sich viel leichter abspülen. Ich friere auch nicht mehr so direkt nach dem Duschen. Duschgels bilden immer so einen Film, der die gesamte Haut benetzt. Das passiert mir nicht mehr!

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      ja, da gebe ich dir Recht, genau das ist auch mein Plan. Mit der ganzen Plastikfrei-Sache beschäftige ich mich eigentlich erst, seitdem ich Veganerin geworden bin, was ja erst vor 6 Monaten war. Anfänglich habe ich nochmal viele Produkte gekauft und hatte noch unvegane Reste. Inzwischen denke ich da aber auch anders. So wenig Plastik wie möglich, so viel wie nötig. Und notwendig ist es bei Seige/Shampoo eben nicht. Festes Shampoo habe ich mittlerweile auch schon ausprobiert und fand das richtig, richtig gut. Jetzt heißt es halt nur noch, alte Produkte aufbrauchen und danach gescheite Sachen kaufen.

      Antwort
  5. Angie

    Wie beruhigend, dass ich nicht als Einzige so viel Kram im Bad habe. Wobei, deine Menge schaff ich mal 3 :O Ich ärgere mich gerade, dass ich bei meiner Ausmistaktion letztens nicht zum Fotoapparat gegriffen habe :(

    Tja, da hilft nur aufbrauchen oder verschenken und nicht mehr neukaufen.

    Antwort
  6. konsumboykott

    Hallo!

    Ich schmökere gerade ein bißchen in deinem Blog rum und muss ziemlich schmunzeln …
    Irgendwie erinnert mich deine „Badezimmerausstattung“ ein bissl an meinen Vorrat.

    Ich kann mich jetzt auch mal eine Zeit lang duschen, eincremen und peelen, ohne gleich unter den Kosmetik-Sicherheitsbestand zu fallen ;-)

    Antwort
  7. Liath

    Huhu!
    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen, sehr schön! :)

    Bei mir ist es relativ ähnlich – zwar habe ich keine Vorräte an Duschbad, aber allen möglichen anderen Kram (Bodylotion, Körperbutter, Massageriegel, Peelings). Und auch recht viel dekorative Kosmetik, obwohl ich ebenso wie du mich nicht täglich schminke, sondern das eher als „Zeichnen auf dem Gesicht als Leinwand“ ansehe – mit Kreativität, Ruhe und Liebe, um mich vor einem wichtigen Termin zu entspannen oder in eine bestimmte Rolle zu kommen (graue Büchermaus meets Partygängerin, roten Lippenstift und Smokey Eyes sei dank).

    Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, weniger zu kaufen (vor jedem Kauf also zu fragen: BRAUCHE ich das? Wirklich? Sicher?) und auch mehr selbst zu machen. Spart Plastikmüll und Geld. :)

    Antwort
    1. Zehlendorfmädchen Autor

      Hallo Liath,

      freut mich, dass dir mein Blog gefällt :)
      INZWISCHEN mache ich das mit den Konsumüberlegungen auch so wie du (Impulsivkäufe, sind ja die „Hauptschuldigen“ an meinen Vorräten). Aber die Sachen sind jetzt halt da ;)
      Möglicherweise werde ich auch einen Großteil verschenken und nur die „Key-Pieces“, wie du sie oben auch nennst (roten Lippenstift, Kajal, Wimperntusche, Eye- und Lipliner) behalten…

      Antwort
  8. Pingback: Blogevent-Empfehlung: Mit dem Use Up Along zum bewussten Konsum | Essen. Leben. Leben lassen.

  9. Pingback: Selbstgemachte Body Butter | Essen. Leben. Leben lassen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s