Wieso? Weshalb? Warum?

Da die meisten Leute unheimlich neugierig sind, wenn es um die persönlichen Essgewonheiten von Person A oder Z geht, erzähle ich hier jetzt auch mal, wie ich zum Veganismus kam

Der Vegetarismus zieht sich eigentlich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Das lag aber ursprünglich daran, dass ich Fleisch einfach nie richtig mochte. Jedenfalls Fleisch, das nach Fleisch schmeckte. Ich muss sagen, als Kind oder Jugendliche hatte meine Abneigung gegenüber Schnitzel und Co. echt nichts mit Mitleid zu tun, weil ich mir schlicht und einfach keine Gedanken machte, sondern einfach mit persönlichem Geschmack. Fleisch, das nicht so sehr nach Fleisch schmeckte (klingt wirklich paradox) aß ich schon, aber sobald eine Sehne, ein gramm Fett dran war, schob ich es mit der Gabel beiseite. Während meiner gesamten Pubertät ernährte ich mich sehr häufig nur von den Beilagen, da ich von Ersatz-Produkten nichts wusste und die ja auch noch nicht so verbreitet waren. Jedenfalls nicht in normalen Supermärkten.

Als ich mich dann mit 18, 19 entschied, Vegetarierin zu werden (immer noch nicht wegen der armen Tiere, sondern da in einer Kochsendung jemand auftrat, der Vegetarier war, weil er mal sehen wollte, wie lange er es ohne Fleisch aushalten würde und ich mir daraufhin dachte: „Das könntest du ja auch mal ausprobieren!“), kaufte meine Mutter vegetarische Kochbücher und bekochte mich daraufhin kreativ mit allen möglichen Dingen. Ein halbes Jahr aß ich kein Fleisch, dann war ich mal eine Woche bei Freunden, die viel Fleisch aßen und nicht extra kochten und dann aß ich doch wieder mit…inzwischen schmeckte es mir sogar… -.-

Etwas später fasste ich aber doch wieder den Entschluss, vegetarisch zu leben (diesmal für immer) und kam wenige Tage später mit einem tollen Mann zusammen (weil er so toll ist, ist er natürlich immer noch mein Freund :) ), der schon mehrere Jahre vegetarisch lebte. Wir zogen dann auch relativ schnell zusammen und mit dem gemeinsamen Kochen und allem passte es einfach perfekt.

Gelatine aß ich von Anfang an nicht mehr, von Kälberlab, Klärung mit Gelatine, oder Fischblase etc. erfuhr ich leider erst etwas später. Käse, kaufte ich ab jetzt immer Bio und immer deklariert, bei Milchprodukten achtete ich, sofern das Geld es zuließ, auch immer auf Bioqualität, wohl wissend, dass es nicht ausreicht, auf Fleisch zu verzichten – inzwischen sehr wohl aus ethischen Gründen – aber zu „normalen“ Supermarktprodukten zu greifen, wo die artgerechte Haltung ja wohl eher weniger gegeben ist.

Mein schönes Bio-Bild zweifelte ich aber erstmal nicht an. Ich war überzeugt, das Optimum gefunden zu haben und alles, was ein Demeter- oder Bioland-Siegel hat mit gutem Gewissen essen zu können. Veganer verstand ich nicht. Warum aßen sie bloß keinen leckeren Käse, keine Milch, keine Sahne…sollte man denn auf alles verzichten, wo das doch eigentlich keinen Sinn ergibt? Oder etwa doch???!?!

Auf die Antwort stieß ich, als ich eigentlich gar nicht auf der Suche war: Anfang Juli 2012 fasste ich den Entschluss, mal wieder ein bisschen auf gesunde Ernährung zu achten, weil ich mich selbst dabei ertappte, wie ich anfing, wirklich ALLES mit Käse zu überbacken. Außerdem hatte ich noch Reste vom selbstgemachten Sushi, und suchte ein Rezept für einen vegetarischem Sushi-Salat – und landete auf einem veganen Blog. Da stand, wie sich durch Veganismus die Gesundheit verbessern kann und ich fing an, nachzuforschen. In den nächsten Tagen durchforstete ich zahlreiche vegane Blogs und hatte plötzlich ein Aha-Erlebnis, als ich bei Totally Veg! Artikel über Eier und Milch las. Ja natürlich: Kühe geben ihre Milch nicht für mich, sondern für ihre Kinder! Wie konnte ich nur so dumm sein? Und dann noch die armen Kälber, die für bzw. wegen „meiner“ Milch geschlachtet werden. Mir wurde schlagartig klar, dass ich das nicht weiter unterstützen kann und entschied mich, Veganerin zu werden.

Sofort erzählte ich meinem Freund von meinen neuen Erkenntnissen und von meinem Entschluss, ab jetzt vegan zu leben. Er war auch überrascht und schockiert über die neuen Fakten. Und entschied sich recht schnell, es mir gleichzutun. Jetzt gibt es also wieder zwei Veganer mehr :)

Mit diesem Wissen, gibt es kein zurück. Aber zurück möchte ich auch gar nicht.

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