Vegane Gazpacho

Gazpacho #1

Eigentlich wollte ich das Rezept für diese Gazpacho schon letztes Jahr posten, doch leider ließen sich meine Aufzeichnungen partout nicht mehr entziffern, also half nur nochmal machen. Da ich dies aber nicht außerhalb der Saison machen wollte und Gazpacho im Winter eh nicht so der Hit wäre, blieb mir nur das Abwarten bis zu diesem Sommer übrig. Als ich dann neulich das Kalenderblatt umdrehte und feststellte, dass nun alle Gemüsesorten, die ihr für die Suppe benötigt, reif sind, fackelte ich nicht lange. Zugegeben, richtig sommerlich ist es derzeit ja nicht gerade, aber spätestens, wenn die Sonne dann doch mal rauskommt und einen daran erinnert, dass 35° doch schon ziemlich warm sind, ist sie eine perfekte Wahl. Sie sättigt gut, und liegt dabei doch nicht wie ein Stein im Magen. Und so wird sie gemacht:

Gazpacho #2

Zutaten für 2-4 Personen:

♥ 125 g Paprika, entkernt

♥ 400 g Tomaten, ohne Strunk

♥ 150 g Gurke

♥ ½ rote Zwiebel (60 g), geschält

♥ 1 Knoblauchzehe, geschält

♥ Saft von ½ Zitrone

♥ 400 g Passata

♥ 50 g Tomatenmark

♥ 200 ml Wasser

♥ 1 EL Ahornsirup

♥ 2 EL Olivenöl

♥ 1 Messerspitze Vanille

♥ 1 gestrichener TL Zimt

♥ 1 gehäufter TL Salz

♥ Pfeffer

♥ 2 Scheiben Brot

♥ optional etwas gehacktes Gemüse (Gurke, Paprika, Zwiebeln, Oliven…) zum Garnieren

Zubereitung:

1. Alle Zutaten in den Standmixer geben. Die größeren Komponenten ggf. vorher zerteilen. Für ca. 2 Minuten mixen, bis die Gazpacho homogen ist.

2. Ich mag die winzigen Gemüsefasern in der Suppe und gesund sind sie auch, aber wer das nicht mag, kann die Gazpacho noch passieren.

3. Kaltstellen und erst unmittelbar vorm Servieren aus dem Kühlschrank holen. Nochmal umrühren. Nach Belieben mit gehacktem Gemüse verzieren.

Gazpacho #3

Vegane Erdnuss-Kokos-Sauce

Erdnuss-Kokos-Sauce #1

Als ich das letzte Mal nach Berlin kam, um mein Abschlusszeugnis abzuholen – ich bin jetzt auch ganz offiziell Master of the Univ…äh of Arts – gingen wir zusammen mit meinem Schwager und dessen Freundin Hot Pot (chinesisches Fondue) essen. Noch bevor wir im Restaurant ankamen, schwärmten sie uns in allen Farben von der leckeren Erdnusssauce vor, sodass wir diese dann natürlich auch bestellten. Dazu bekamen wir eigens eine veganisierte Version, die wir dann großzügig über Reis, Gemüse, Tofu und Reisbandnudeln verteilten. Lecker wie sie war, hätten wir darin baden können, aber aus unerklärlichen Gründen stand an diesem Abend leider kein entsprechender Zuber für uns bereit.

Also blieb mir nur das genaue Einprägen des Geschmacks zwecks anschließendem Nachbau übrig, damit der Quell dieser wunderbar cremigen Sauce nie wieder versiegen möge. Wieder zuhause dauerte es keine drei Tage, bis ich mich an einer Rezeptur versuchte, die erstaunlich gut gelang und dabei noch so einfach war – der Schlüssel ist die Kombination mit reichlich Kokosmilch. Ehrlichgesagt so einfach, dass ich dafür erst gar kein Rezept verbloggen wollte, aber da mich so viele Leute auf Instagram immer mal wieder danach gefragt haben, veröffentliche ich es nun doch. Und eigentlich ist es eh zu gut, um es geheim zu halten. Also Obacht, so geht’s:

Erdnuss-Kokos-Sauce #2

Zutaten:

♥ 200 ml Kokosmilch

♥ 2 großzügig gehäufte EL Erdnussmus (fein)

♥ 1 EL Sojasauce

♥ ½ TL Knoblauchgranulat oder 1 kleine Knoblauchzehe, gepresst

♥ 1 TL Ahornsirup

Zubereitung:

1. Kokosmilch zusammen mit der Erdnussbutter und der Sojasauce rund 5 Minuten aufkochen lassen, bis eine cremige Konsistenz erreicht ist.

2. Knoblauch und Ahornsirup einrühren und den Herd ausschalten. Mir schmeckt die Sauce am besten, wenn sie leicht abgekühlt ist.

Passt super zu Reis, Gemüse, Reisnudeln, veganen Satéspießen, gebratenem Tofu, Sommerrollen…

Erdnuss-Kokos-Sauce #3

Mission Plastikfrei: Brotdosen, Lunchboxen und Bentoboxen aus Edelstahl

Brotdosen komplett

In meinem immer wieder gern hervorgekramten Artikel über mein Vorhaben, Plastik zu reduzieren und Müll zu vermeiden habe ich damals als Ziel genannt, mir für unterwegs Alternantiven zu Plastikdosen zu suchen. Inzwischen haben sich nun schon verschiedene Modelle angesammelt. Nicht nur, um euch an meinem Fortschritt teilhaben zu lassen, sondern auch, um euch einige Erfahrungen im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit mitzugeben, stelle ich euch die Dosen heute im Einzelnen vor. Falls ihr selbst gerade auf der Suche seid, hilft euch die Aufstellung vielleicht sogar bei der Kaufentscheidung weiter. Für uns gilt, dass wir keine der Dosen missen möchten, auch wenn wir manche ein bisschen lieber mögen als andere.

ECO Brotbox, Modell Dabba Magic mit Snackbox

Die ECO Brotbox macht einen sehr soliden Eindruck, der einen nicht täuscht. Die Dose ist auch nach knapp 2 Jahren noch nicht verbeult. Allerdings, das ist ein Nachteil, ist gerade die untere Etage sehr flach, da die obere Brotdose halb in dieser einsinkt (gewollt). Dadurch muss selbst eine zusammengeklappte Brotscheibe schon arg gequetscht werden, für Cookies ist diese Ebene aber perfekt. Oben hat eine Stulle besser Platz, bei einem Brötchen wird es dann aber schon wieder eng. Die obere Brotdose kann, genauso wie die Snackbox, in die wir gerne selbstgemixtes Studentenfutter füllen, auch separat transportiert werden, die untere Dose hingegen hat keinen eigenen Deckel. Wir nutzen die Dose zwar regelmäßig, meistens aber eher als Ergänzung zu einer weiteren Brotdose oder wenn wir mal in unserem Lieblingscafé ein Stück Kuchen holen, diesen aber zu Hause konsumieren möchten. Allein fasst sie zumindest für zwei eher hungrige Zeitgenossen wie uns nicht genügend Essen, um uns durch einen ganzen Tag zu bringen. Die Dose ist leider auch nicht auslaufsicher, einmal ist mir der Deckel zudem schon abgegangen (dies passiert allerdings nicht, wenn ihr die Boxen gemeinsam verwendet, dann wird der Deckel nämlich zusätzlich durch die Bügel fixiert).

ECO Brotbox #1

ECO Brotbox #2

ECO Brotbox #3

LunchBots, Modell Bento Duo

Die ebenfalls nicht auslaufsicheren Bento-Boxen von Lunchbots gibt es in verschiedenen Aufteilungen, aber da es in dem Laden, in dem wir eingekauft haben, nur dieses Modell gab, mussten wir uns gar nicht erst mit der Frage nach der besten Partitionierung befassen. Letztendlich gefällt uns die Dose aber sehr gut, denn auf beiden Seiten ist genug Platz für je ein kleines Sandwich oder auch mal ein (eher flaches) Brötchen. So genutzt ist für viel mehr dann aber kein Raum. Vielleicht noch für einen kleinen Riegel oder ein paar Cocktailtomaten, das war’s dann aber auch. Da die Dose nicht auslaufsicher ist, ist auch hier der Nutzungsumfang eingeschränkt. Minimal stabiler auf den ersten Blick wirkt im direkten Vergleich die ECO-Brotbox, beide sind aber nach fast zwei Jahren Gebrauch nicht sichtbar beschädigt. Der Deckel hat sich auch hier schonmal beim Transport gelöst, als ich sie wohl zu gierig bepackt hatte.

Lunchbots #1

Lunchbots #2

Life Without Plastic, Modell Round Stainless Stell Airtight Take-Out Container with Dividers

Diese Dose kauften wir vor rund einem Jahr als Ergänzung zu den Brotdosen, denn im Gegensatz zu diesen ist die Box von Life Without Plastic auslaufsicher. Zunächst war ich etwas skeptisch, inwiefern die drei Klammern, die den abgedichteten Deckel auf der Dose fixieren, mit der Zeit an Spannung einbüßen würden, aber bislang sind noch keine Abnutzungserscheinungen aufgetreten. So kann sich mein Mann inzwischen regelmäßig über ein „richtiges“ Mittagessen freuen, wenn am Vortag etwas übrig geblieben ist und sich dabei sicher sein, dass nichts ausläuft. Wir beide genießen unsere Hauptmahlzeit auch gerne mal auf Zimmertemperatur, falls ihr euch aber ein warmes Essen wünscht, solltet ihr natürlich daran denken, zum Aufwärmen einen separaten Teller zu verwenden, sonst sprüht die Mikrowelle so „lustige“ Funken, die die Kolleginnen wahrscheinlich nicht ganz so sehr erfreuen wird und auch ziemlich einschüchternd sind. Grundsätzlich kann die Dose mit herausnehmbaren Wänden auch in 2-4 Sektionen geteilt werden, aber da wir weniger die Bentotypen sind, haben wir diese noch nie genutzt. Grundsätzlich gefällt uns die Dose so gut, dass wir uns noch eine zweite gekauft haben. Das einzige, worauf ich achten würde ist, dass nichts direkt auf den Klammern liegt und sich diese öffnen. Das ist bisher erst einmal passiert, allerdings ohne schlimmere Auswirkungen, bei Suppe wäre es eventuell kritischer gewesen. Der Behälter fasst 1,1 Liter, also eine ordentliche Portion.

Life Without Plastic groß #1

Life Without Plastic groß #2

Life Without Plastic groß #3

Life Without Plastic, Modell Stainless Steel Airtight Watertight Food Storage Container – 12 cm / 4 3/4″

Die kleine Schwester des Take-Out Containers fasst 675 Mililiter und ist ebenfalls auslaufsicher. Wir nutzen sie nicht so regelmäßig wie letztere. Wenn ich allerdings unterwegs bin und zuhause nicht zum Frühstücken gekommen bin, nehme ich mir darin sehr gerne Overnight Oats oder auch mal Müsli mit. Auch für Obstsalat oder ein bisschen Rohkost hat die Dose eine perfekte Größe. Des weiteren ist sie mit sieben Zentimetern unsere höchste Box und somit unsere erste Wahl, wenn wir mal einen Muffin oder Cupcake mitnehmen oder einen solchen in einem Café kaufen und nach Hause transportieren möchten.

Life Without Plastik klein #1

Life Without Plastik klein #2

Life Without Plastic klein #3

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Veganes Bananenbrot

Bananenbrot #1

Ohne vorangegangene Google-Recherche behaupte ich jetzt einfach mal ganz frech vom Fleck weg, dass wohl mindestens so viel Bananenbrotrezepte wie Foodblogs im Internet zu finden sind. Ich hoffe, für euch es nicht allzu schlimm, wenn noch ein weiteres hinzukommt, denn es schmeckt einfach zu gut, um das Rezept für mich zu behalten. Noch dazu ist es perfekt zur Bananen-Reste-Verwertung. Ich kann nicht oft genug betonen, dass Bananen eigentlich erst so richtig reif sind, wenn sie schon braun werden / sind (da ich alle reifen schon fürs Bananenbrot verwendet hatte, blieben fürs Foto leider nur die unreifen übrig, aber ich vertraue auf euer Vorstellungsvermögen;)). Während andere Leute, die sich dessen vielleicht nicht bewusst sind, ohne zu zögern die Biotonne öffnen und die vollreifen Früchtchen entsorgen, freue ich mich wie ein Keks über braune Bananen, weil das bedeutet, dass ich jetzt endlich wieder Bananen-Pancakes (mit oder ohne weitere Früchte), Bananen-Kuchen oder eben auch Bananenbrot zubereiten kann. Yeah!

Bananenbrot #2

Zutaten für einen großen Laib Bananenbrot:

♥ 4 große, reife Bananen (bei kleineren Bananen die Menge anpassen)

♥ 65 g Öl

♥ 125 g Pflanzenmilch

♥ 300 g Dinkelvollkornmehl

♥ 150 g Birkenzucker*

♥ 100 g gemahlene Haselnüsse

♥ 1 Messerspitze gemahlene Vanille

♥ 1 gehäufter TL Ceylonzimt

♥ 10 g Backpulver

♥ 2 EL Wasser

♥ 50 g gehackte Haselnüsse

♥ Öl und Mehl für die Backform

*da ich weder Zucker noch Birkenzucker lose bekomme, verwende ich Birkenzucker. Wenn euer Unverpacktladen aber Haushalts- oder Rohrzucker lose vertreibt, nimmt ruhig den, wenn es nicht unbedingt zuckerfrei seien soll.

Zubereitung:

1. In einer großen Schüssel drei der Bananen mit einer Gabel zerdrücken. Öl und Pflanzenmilch hinzufügen und alles miteinander verrühren. Dass auch alle Flüssigkeiten in Gramm angegeben sind, liegt daran, dass ich meine Waage zwischendurch nicht umgestellt habe.

2. Vollkornmehl nach und nach in den Teig einrühren. Birkenzucker, die gemahlenen Haselnüsse sowie den Ceylonzimt und Vanille ebenfalls hinzufügen.

3. In einer Tasse Backpulver und Wasser miteinander verquirlen, bis es schäumt und in den Teig rühren. Haselnüsse grob hacken und mit dem Teig vermischen.

4. Eine große Kastenform einfetten, bemehlen und den Teig gleichmäßig darin verteilen. Zum Schluss noch nach Lust und Laune mit der letzten Banane verzieren und im Ofen für ca. 55 Minuten bei 180° (Umluft) backen. Unbedingt in der Form auskühlen lassen, da es sonst zerfällt und dann endlich, endlich eine dicke Scheibe probieren. Ich esse das Bananenbrot gerne pur, mit Ahornsirup beträufelt oder mit Konfitüre oder Erdnussbutter bestrichen. Früchte passen auch ganz fein dazu.

Bananenbrot #3

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Rote-Beete-Risotto

Rote-Beete-Risotto #1

Huhu, na, kennt ihr mich noch? Ich bin die, die diesen Blog normalerweise füttert, diese Aufgabe in den letzten zwei Monaten jedoch sträflich vernachlässigt hat. ;) Diese Blogpause kam auch für mich überraschend, aber mir fehlte recht plötzlich einfach die Zeit zum Schreiben, noch mehr allerdings die Motivation zum Abwiegen. Eigentlich ist mein zweiter Vorname in der Küche nämlich Improvisation, was sich aber ein bisschen mit dem Entwickeln reproduzierbarer Rezepte beißt. Da möchte jeder Schuss Zitronensaft und jedes Quäntchen Curry notiert werden. Ich war also in den letzten Monaten durchaus kulinarisch kreativ unterwegs (was ihr mitbekommen habt, wenn ihr mir auf Instagram folgt), aber platzierte die Zutaten eher Pi mal Daumen im Kochtopf oder der Pfanne.

Nun entschädige ich euch für das Warten aber mit einem schmackofatzigen Rote-Beete-Risotto, das mich gut durch die trüberen Tage dieses Winters gebracht hat. Rote Beete solltet ihr schon mögen, wenn ihr dieses Risotto nachkocht, denn es schmeckt nicht nur so am Rande ganz leicht nach dem Gemüse, sondern ist voll davon. Wer das genauso gut findet wie ich, ist beim folgenden Rezept richtig.

Rote-Beete-Risotto #2

Für ca. 3 Portionen benötigt ihr:

♥ 250 g Risotto-Reis

♥ 2 große Zwiebeln

♥ 2 Knollen Rote Beete (hier 530 g ungeschält gewogen)

♥ 1 Knoblauchzehe

♥ 1 EL Gemüsebrühepulver

♥ 700 ml Rote-Beete-Saft

♥ 250 ml Wasser

♥ Saft von ½ Zitrone

♥ 2 EL Olivenöl

♥ Pfeffer & eventuell zusätzlich Salz nach Geschmack

Zubereitung:

1. Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch schälen und feinhacken. Rote Beete schälen und in kleine Würfel (ca. 1×1 cm) schneiden.

2. Zwiebeln zusammen mit dem Reis ohne Öl rund 3 Minuten im Topf anrösten lassen.

3. Rote Beete, Knoblauch, Gemüsebrühenpulver und rund ein Drittel des Safts hinzufügen. Auf mittlerer Hitze einkochen lassen und aufpassen, dass nichts anbrennt, durch den hohen Zuckergehalt des Saftes, passiert dies doch recht schnell, also gelegentlich mal umrühren.

4. Sobald der Reis die Flüssigkeit fast absorbiert hat, Wasser bzw. noch mehr Saft hinzufügen und den Vorgang entsprechend wiederholen. Insgesamt dauert es bei mir rund 35-40 Minuten, bis die Flüssigkeit verkocht und das Risotto schön schlotzig ist.

5. Zum Schluss Zitrone auspressen und gemeinsam mit dem Olivenöl unter den Reis heben. Nach Geschmack Pfeffern und Salzen.

Rote-Beete-Risotto #3

Rote-Beete-Risotto #4

Tipp: Da das Risotto verhältnismäßig süß ist, schaffe ich gerne durch Avocado ein geschmackliches (aber auch optisches!) Gegengewicht. Mit ein bisschen Nüssen und/oder Saaten getoppt macht es noch mehr her.

PS: Ich mag die Kombination aus weichem Reis und noch bissfester Roter Beete, falls ihr letztere jedoch weicher mögt, einfach vorgaren.

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Geröstete Mandeln mit Rosmarin

Rosmarinmandeln #1

Eigentlich hatte ich diese Mandeln schon Anfang Dezember zubereiten wollen, doch irgendwas kam immer dazwischen: mal hatte ich Mandeln da, aber keine Zeit, dann wieder war es umgekehrt. Doch heute, einen Tag vor Weihnachten Heilig Abend, habe ich es dann neben dem Backen von Kuchen und den letzten Plätzchen endlich geschafft. Das hat auch den Vorteil, dass die gerösteten Mandeln noch schön frisch sind und sich dann auch noch gut als Last-Minute-Geschenk für liebe Menschen eignen.

Rosmarinmandeln #2

Für eine Portion benötigt ihr:

♥ 200 g Bio-Mandeln mit Schale (es gibt auch europäische Mandeln)

♥ 2 EL mildes Sonnenblumen- oder Rapsöl oder anderes Öl mit hohem Rauchpunkt

♥ 1 leicht gehäufter TL Paprikapulver

♥ 1 leicht gehäufter TL Fleur de Sel

♥ Rosmarinnadeln von 3 Zweigen (je ca. 20 cm lang)

Zubereitung:

1. Öl mit Paprikapulver und Salz glattrühren

2. Rosmarin waschen, die Nadeln abzupfen und zur Mischung hinzufügen.

3. Mandeln unterrühren und alles sehr gut umrühren, sodass alle Mandeln benetzt sind. Bei 160° Umluft oder 180° Ober-/Unterhitze 10 Minuten rösten lassen.

4. Am besten noch warm genießen und großzügig teilen. Aber auch kalt schmecken die Mandeln noch sehr gut.

Wer süße, gebrannte Mandeln bevorzugt, wird bei diesem Rezept fündig. Ich finde es aber ganz angenehm, zwischen all den süßen Naschereien in der Weihnachtszeit auch mal was Salziges zu knabbern.

Buchvorstellung: Zero Waste Home

Zero Waste Home front

Wie ihr auf dem Blog wahrscheinlich schon mitbekommen habt, beschäftige ich mich derzeit viel mit der Reduzierung von Plastik, das nicht selten als Einwegprodukt daherkommt (Plastikbesteck lässt grüßen) und generell von Abfällen, nicht nur in der Küche, sondern beispielsweise auch im Bad. Obwohl Bea Johnson die Galionsfigur der Zero Waste Bewegung ist, hörte ich zuallererst von ihrer „kleinen Schwester im Geiste“, Lauren Singer. Auf sie bin ich vor rund anderthalb Jahren durch einen Artikel auf irgendeiner amerikanischen Seite aufmerksam geworden und sofort saugte ich alles auf, was ich auf ihrem Blog Trash is for Tossers über diesen ressoucenschonenden Lebensstil las. Einige Änderungen hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon implementiert, doch die Vielfalt der Möglichkeiten war mir damals noch nicht ansatzweise bewusst.

Bea Johnson, die auch Lauren Singer als Vorbild nennt, lernte ich erst über diesen Umweg kennen und muss zugeben, bei einem ersten Blick auf ihren Blog Zero Waste Home noch nicht übermäßig begeistert gewesen zu sein (ich habe keine Ahnung mehr, warum). Vielleicht war es der Tatsache geschuldet, dass eine Studentin mir wesentlich mehr Identifikationspunkte ermöglichte, die es bei einer in einem für meine Verhältnisse riesigen Haus lebenden Familie mit Kids nicht so ohne Weiteres gab. Ich habe ein paar Artikel gelesen, die mir, möglicherweise auch aufgrund der Tatsache, dass ich keine Englisch-Muttersprachlerin bin, irgendwie sehr streng vorkamen (als ich neulich nochmal den Blog las, konnte ich für das Zustandekommen dieses Eindrucks allerdings keine Erklärung mehr finden). Manchmal macht vielleicht auch einfach die vermeintliche Perfektion zunächst Angst. I don’t know. Als ich jedoch vor ein paar Monaten mal wieder auf Youtube nach Zero Waste Inspiration suchte und dabei über Bea Johnsons Rede bei Google stolperte, war sie mir plötzlich ultrasympathisch und ich beschloss, mir doch ihr Buch zu kaufen.

Da ich in der Bibliothek keine Chance hatte, ihr Buch zu finden (und die Möglichkeit einer Fernleihe zu diesem Zeitpunkt noch nicht bedacht habe), war ihr Buch tatsächlich das erste, das ich mir zum Thema Zero Waste/Minimalismus zulegte. Ich sehe einen gewissen Widerspruch darin, mir Bücher zu kaufen, die sich mit der Reduzierung von Besitz befassen. Das ist schon ziemlich ironisch, ne? Nicht zuletzt deshalb schlägt die Autorin im Buch selbst auch vor, dieses nach dem Lesen in der Bibliothek abzugeben oder an Freunde/Verwandte weiterzugeben, was ich definitiv machen werde.

Jetzt aber mal zum Buch selbst. Ich habe es mir in der Taschenbuchausgabe gekauft. Erschienen ist dieses bei Scribner und kostet in Amerika rund 17 Dollar. Da englischsprachige Bücher in Deutschland keiner Buchpreisbindung unterliegen, kann der Preis schon mal zehn Euro auseinanderklaffen. Ich meine, ich habe rund 20 Euro bezahlt. Das Buch ist auch als E-Book erhältlich, da ich allerdings keinen entsprechenden Reader habe und das Lesen am Laptop für mich nicht sonderlich komfortabel ist, entschied ich mich für die Version zum anfassen.

Am Anfang des Buchs beschreibt Bea Johnson ihren persönlichen Weg zum Zero Waste Lifestyle (wobei sie betont, dass es derzeit unmöglich ist, bei 0,00 Prozent Müll herauszukommen) und stellt ihre fünf Grundprinzipien (die so genannten 5 R’s) Refuse (what we do not need), Reduce (what we do need and cannot refuse), Reuse (what we consume and cannot refuse or reduce), Recycle (what we cannot refuce, reduce or reuse) und Rot (compost the rest) vor. Auf diese kommt sie im Laufe der einzelnen Kapitel immer wieder zurück. Letztere sind sehr gut strukturiert und übersichtlich in die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Hauses und des alltäglichen Lebens gegliedert. So widmet sie sich hier der Küche und dem Einkaufen (dem Bereich, an den vermutlich die meisten zunächst denken, wenn sie „Zero Waste“ hören), dem Badezimmer, Toilettenartikeln und Wellness, dem Schlafzimmer und dem Kleiderschrank, dem Haushalt und der Instandhaltung, dem Arbeitsplatz und Junk Mail, Kindern und der Schule, Feiertagen und Geschenken sowie Zero Waste unterwegs. Am Ende eines jeden Kapitels gibt sie eine kleine, kompakte Zusammenfassung über die 5 R’s, die in diesem Bereich möglich sind. Außerdem gibt es Tipps zum Implementieren dieses Lebensstils (auch wenn sie diese zudem in den einzelnen Unterkapiteln liefert). In einem abschließenden Kapitel befasst sie sich mit der Zukunft von Zero Waste und zeichnet eine Utopie, wie sich eine Zero Waste Welt gestalten könnte. Im Anhang befinden sich noch einige Links und Bezugsquellen, wobei diese überwiegend für in den USA lebende Menschen interessant sind.

Für mich hat die Lektüre des Buchs sehr viel gebracht. Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit Minimalismus und bin seither stetig am downsizen meines Kleiderschranks, des Kücheninventars oder des Bücherregals, die ich regelmäßig durchgehe um zu sehen, ob alles noch aktuell ist und benötigt wird. Hierfür bietet das Buch zahlreiche Inspirationen und Praxistipps. Bea Johnson zeigt wunderbar die Verbindung zwischen Minimalismus und Zero Waste auf, ohne dabei lehrmeisterinnenhaft daherzukommen. Sie betont stets, dass Prioritäten anders verteilt sein können und etwas, das für ihre Familie und sie funktionieren kann, für andere eben nicht funktioniert. Gleichzeitig ermutigt sie aber dazu, bestimmte Dinge einfach mal auszuprobieren und bestärkt einen darin, sich nicht so leicht abwimmeln zu lassen, wenn einem etwas wichtig ist (sei es von der Frau am Tresen, die, für mich als Veganerin nicht relevant, Fleisch oder Käse nicht in die mitgebrachte Dose füllen möchte und auch nicht von hartnäckigen Unternehmen, die den Briefkasten mit Werbekatalogen fluten).

Sehr erfrischend finde ich es auch, dass sie immer mehrere Seiten beleuchtet. So habe ich durch das Buch zum Beispiel rausgefunden, dass in Amerika so gut auf selbstgemachte Zahnpasta zurückgegriffen werden kann, da das Wasser dort in den meisten Regionen wohl fluoridiert ist. Auch geht sie darauf ein (darüber hatte ich auch schon nachgedacht), dass verpackungsfrei relativ ist, da der Unverpackt-Laden die Produkte natürlich verpackt bekommt und somit eine Art „Lagerfläche“ darstellt, die man selbst zu Hause bräuchte, würde man Großpackungen bestellen. Großpackungen sind, bezogen auf die Relation Verpackung/Inhalt „günstiger“ als kleinere Verpackungen, bei denen im Verhältnis recht viel Müll anfällt. Sonnencreme kauft sie inzwischen zwar lose, aber damals hat sie noch gesagt, dass sie bei starker Sonnen-Exponition auf Sonnencreme aus Glas oder Metallbehältern zurückgreift. Ich finde das insofern interessant, als es für mich manchmal etwas schwer erscheint, alle Komponenten (die eigenen [evtl. sogar gesundheitlich erforderlichen] Bedürfnisse, das Vegan-sein eines Produkts und die Unverpacktheit…) unter einen Hut zu bringen. So finde ich auch, dass es weniger darauf ankommt, dass der von einem produzierte Müll am Ende des Jahres in ein Mason Jar passt, sondern, dass man sich den Umweltfolgen seines Konsums erst einmal bewusst wird und für sich versucht, diese, so gut es eben geht, einzudämmen. Dabei müssen auch Opportunitätskosten wie Zeit oder auch zurückgelegte Wege berücksichtigt werden, denn was bringt es einem, wenn man in der Theorie zwar ein tolles, verpackungsfreies Leben führen könnte, aber dafür dann den ganzen Tag in der Küche stehen müsste oder, noch besser: erstmal mit dem Auto eine lange Strecke auf sich nehmen muss, um dann verpackungsfrei einzukaufen, was ökologisch natürlich auch nicht sinnvoll wäre?

Generell lädt das Buch sowohl zum Nachdenken als auch zum Mit- und Nachmachen ein und wird durch zahlreiche Listen und Rezepte abgerundet. Ein ganz tolles Buch für alle, denen ein nachhaltiger Lebensstil am Herzen liegt. 292 großartige Seiten, inklusive detailliertem Index, sodass das Buch auch auf bestimmte Themen hin durchsucht werden kann, wenn gerade keine Zeit ist, es von vorne bis hinten durchzulesen. Ich selbst habe mit den Gebieten begonnen, die mich am meisten interessierten und es dann nochmal komplett gelesen, um es in einem Gesamtkontext zu haben. Über die ein oder andere Erkenntnis, werde ich sicherlich noch berichten.

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