Let’s talk about…Menstruationstassen

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Jede Frau zwischen der Pubertät und der Menopause benötigt sie rund einmal im Monat: Menstruationshygiene. Doch dafür, dass die Periode eine doch nicht ganz unerhebliche Rolle im Leben von Mädchen und Frauen ausmacht, fällt es vielen verhältnismäßig schwer, sie zu thematisieren. Auch wenn unsere Kultur menstruierende Frauen nicht per se stigmatisiert, werden sie doch auch nicht dazu ermutigt, darüber zu sprechen. Geht es um „die Tage“, werden diese oft eher bei bei vorgehaltener Hand und etwas peinlich berührt behandelt, stiefmütterlich und als unrein betrachtet. Auch ich habe etwas gezögert, hier auf dem Blog darüber zu schreiben, konnte aber nicht länger vor mir rechtfertigen, sonst so viel Wert auf female Empowerment zu legen und mich dann hier zu genieren.

Als in meiner Mädelsclique alle in der Pubertät waren, haben wir einmal kurz über die Frage „Binde oder Tampon“ gesprochen, das Thema dann aber wieder ad acta gelegt. Ehrlich gesagt habe ich mich mit beidem nie wirklich wohlgefühlt, aber es als notwendiges Übel abgetan. Von Alternativprodukten habe ich erst Jahre später erfahren, mit Anfang 20. Zunächst skeptisch, traute ich mich dann Mitte 20 doch einmal, ein solches auszuprobieren.

Inzwischen verwende ich Lunacups seit rund vier Jahren und bin sehr zufrieden. Da ich immer wieder auf interessierte Mädchen und Frauen stoße, die sich bisher noch nicht ganz sicher sind, ob eine Menstruationstasse etwas für sie ist, fasse ich an dieser Stelle mal meine Erfahrungen zusammen.

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Vor- und Nachteile von Mensturationstassen:

Vorteile:

1. Keine bösen Überraschungen

Wer kennt es nicht? Lieblingsunterhose an und dann spontan die Tage bekommen. Mist! Lunacups kann frau schon vor Beginn der Tage einsetzen, denn im Gegensatz zu Tampons haben sie keine austrocknende Wirkung. Keine doofe Überraschung und die Lieblingsunterhose somit gerettet.

2. Frei von Schadstoffen

Tampons und Binden werden aus Baumwolle hergestellt, die chemisch teils extrem stark behandelt wird. Selbst Bioprodukte schneiden in Tests nur mittelmäßig ab. Mondtassen bestehen aus Silikon und sind schadstofffrei.

3. Abfallvermeidung

Wer sich den Mülleimer einmal während bzw. nach den Tagen anschaut, weiß, wovon ich bei „Abfall“ spreche. Rechnet Mal aus, wie viel Tampons oder Binden ihr täglich, monatlich oder Jährlich verbraucht, ihr werdet staunen. Das ist ganz schön viel Müll, der da zusammenkommt. Umweltschonend sieht anders aus.

4. Spart Geld

Eng mit dem letzten Punkt der Masse an verbrauchten Produkten ist auch der finanzielle Aspekt verbunden. Hersteller geben an, dass die Tassen bis zu 10 Jahre verwendet werden können. Bedenkt ihr, wie viel Geld ihr in dieser Zeit für Monatshygiene ausgegeben hättet, spart ihr jede Menge ein. Noch dazu entkommt ihr der hohen Steuer für Tamons und Binden. Diese beträgt nämlich in Deutschland 19 Prozent, also nicht den verminderten Steuersatz, dem Grundnahrungsmittel, aber z. B. auch Bücher oder Blumensträuße unterliegen. Vielleicht sind euch in anderen Ländern ja mal Kampagnen rund um das Thema „Menstruieren ist kein Luxus“ aufgefallen. Eine Menstruationstasse wird zwar (vermutlich) auch mit 19 Prozent besteuert, aber ihr werdet immerhin nicht jeden Monat aufs Neue abgezockt.

5. Minimalistischer

Die meisten Menschen neigen ja tendenziell zur Vorratshaltung. Und wer regelmäßig Tampons oder Binden verwendet, wäre ja auch schön blöd, entsprechende Produkte nicht dann zu kaufen, wenn sie gerade im Angebot sind. Und wer sich nicht mehr sicher ist, ob noch welche zu Hause sind, kauft eben noch eine Packung, wird ja nicht schlecht. Das stimmt zwar grundsätzlich auch, aber der Platz ist dann eben doch begrenzt. Eine Schublade mit 236 Tampons gehört mit Menstruationstasse der Vergangenheit an. Frau braucht exakt ein Exemplar, that’s it. Die ist entweder in Gebrauch oder benötigt nur minimal Platz.

6. Unabhängigkeit

Wer gerne reist, hat vielleicht schon bemerkt, dass gerade Tampons unterschiedlich daher kommen. „Was bitte soll ich mit  bzw. ohne Applikator machen und finde ich überhaupt Hygieneprodukte, die für mich angenehm sind, wenn ich sie brauche?“ sind nur wenige Fragen, die dabei aufkommen können. Als ich in Moldawien ankam, und von meiner Mitbewohnerin (hey, that’s you <3) darauf hingewiesen wurde, dass es mitunter recht schwierig und/oder teuer sein kann, entsprechende Produkte zu finden, war ich noch glücklicher über die Menstruationstasse, die ich ohne großen Aufwand überall mit hinnehmen kann und die mich unabhäghängig von den jeweilig erhältlichen Hygieneartikeln im spezifischen Land macht.

7. Angenehm zu tragen

Last but not least ein natürlich sehr wichtiger Aspekt: das Tragegefühl: Was nützen einem all die positiven Aspekte, wenn es sich nicht gut anfühlt?! Zumindest für mich tut es das aber und schenke ich dem Internet glauben, bin ich damit nicht allein. Durch die flexible Struktur passt sich alles ergonomisch wunderbar an und austrocknen tut, wie bereits erwähnt, auch nichts.

Nachteile:

1. Zeitaufwand

Erst einmal Vorweg: einen wirklichen Nachteil hat die Menstruationstasse für mich eigentlich nicht. Um fair zu sein, muss aber erwähnt werden, dass es minimal mehr Zeit kostet, das Produkt monatlich fünf Minuten auszukochen und zwischen der Benutzung zu reinigen. Einen Tampon auszupacken ist geringfügig weniger zeitaufwendig als die Tasse auszuspülen. Auch das Einsetzen dauert am Anfang vielleicht ein klein bisschen, mit etwas Übung geht das aber ruckzuck.

2. Gewöhnungsbedürftig

Für manche Frauen ist es sicherlich erst einmal komisch, ihr Blut so deutlich vor sich zu sehen, gerade in Tampons ist es deutlich versteckter. Wer sich vor Blut ekelt, ist vielleicht erst einmal schockiert. Meist ist es aber nur eine Frage der Gewöhnung.

Gebrauch:

Einsetzen:

Vor dem Einführen sollte frau die Menstruationstasse für 5 Minuten auskochen. Wer keinen Topf verwenden möchte, findet auch entsprechende Mikrowellenprodukte, die für kleines Geld zusätzlich erworben werden können. Zum Einführen die Tasse falten (C-förmig hat sich bei mir am besten bewährt, s. Foto) und dann aufploppen lassen. Am besten geht das übrigens, wenn die Tasse zuvor mit sehr kaltem Wasser abgespült wurde. Zum Schluss den Sitz überprüfen, indem du mit einem Finger vorsichtig am Tassenrand entlangstreichst. Dadurch wird verhindert, das etwas danebengeht. Falls du dich anfänglich unsicher fühlst, kann die Mondtasse auch gut mit waschbaren Stoffpads (s. u.) kombiniert werden, die du online oder in Unverpacktläden kaufen kannst und auch einzeln als Ersatz zu Einmalbinden verwenden kannst. Die Tiefe, in der die Menstruationstasse eingesetzt wird, kann variiert werden, also am besten einfach ausprobieren, wie es am besten passt.

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Waschbare Stoffpads (hier: Sckoon Organic Pads)

Entfernen:

Zum Entfernen leicht mit dem Beckenboden gegen die Tasse drücken und somit das Vakuum auflösen. Tasse mit 2 Fingern leicht zusammendrücken und dann vorsichtig am Stil/dem Ring ziehen. Mit lauwarmen/kaltem Wasser ausspülen und wieder einsetzen. Am Ende der Menstruation nochmal auskochen (optional) und bis zur nächsten Menstruation im Stoffbeutelchen, das meist mitgeliefert wird, aufbewahren.

Beides braucht meist ganz wenig Übung, aber mit der Gebrauchsanleitung und ggf. einem Erklärvideo sollte es klappen.

Produkte:

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Herstellern. Ich habe bisher die Me Luna und die Ruby Cup ausprobiert. Meine Me Luna hatte einen Ring und war aus recht weichem Silikon. Für den Anfang fand ich sie gut, allerdings verlor das Silikon mit der Zeit seine Festtigkeit und sie ploppte nicht mehr so gut auf. Deshalb habe ich sie nach 3 Jahren gegen eine Ruby Cup ausgewechselt. Diese ist deutlich fester und bislang bin ich mit ihr sehr zufrieden, obwohl ich anfänglich wegen des Stils etwas skeptisch war. Ich bin gespannt, wie lange sie hält, da mich die 3 Jahre bei der Me Luna doch etwas enttäuscht haben, wenn 10 Jahre versprochen werden. Allerdings hat sich der Kauf auch so schon kosten- und ressourcenmäßig bezahlt gemacht.

Bezugsquellen:

Die Mondtassen erfreuen sich inzwischen einer gewissen Beliebtheit, weshalb sie inzwischen sogar in der Drogerie zu bekommen sind. Ich möchte dir zum Kauf besonders die inzwischen zum Glück zahlreich vorhandenen Unverpackt-Läden ans Herz legen. Ansonsten gibt es aber auch diverse Onlineshops, die alternative Mensturationsprodukte vertreiben.

Fazit:

Falls du dich bisher mit herkömmlichen Monatshygieneprodukten nicht so wirklich wohlgefühlt hast, einfach neugierig bist oder umweltschonender leben möchtest, würde ich dir empfehlen, der Mondtasse einfach mal eine Chance zu geben. Manchmal braucht es etwas, bis mensch sich aus der Komfortzone traut, zumindest für mich hat es sich aber definitiv gelohnt.

ABER: Wenn du dich am Ende gar nicht wohlfühlst oder es gar nicht erst ausprobieren möchtest, weil schon die Vorstellung dich erschaudern lässt, lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Trotz der vielen positiven Aspekte entscheidest du, was für dich und deinen Körper akzeptabel bzw. angenehm ist.

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Aufräumen mit Marie Kondo

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Marie Kondo ist die Ikone des Aufräumens und derzeit in aller Munde. Wer sich mit dem Thema Minimalismus bzw. Reduzierung von Besitz auseinandersetzt, kommt an ihr eigentlich nicht vorbei. Grund genug, euch ihr Buch „The Life-Changing Magic of Tidying“ sowie ihre Praxisbuch „Spark Joy“ näher vorzustellen. Für den Fall, dass ihr es nicht ganz so detailliert möchtet, springt gerne gleich zu meinem Fazit am Ende meines Artikels.

Aufräumtechnisch macht mir so schnell eigentlich niemand was vor. Schon als Kind habe ich supergerne mein Zimmer aufgeräumt und sogar regelmäßig meinem Bruder dabei geholfen, Ordnung in sein Spielzeug zu bringen oder gar alte Versandkataloge meiner Eltern aussortiert, wann immer ich durfte. Doch als in dem Minimalistenforum, in dem ich Mitglied bin (damals noch ein separater Thread bei Kleiderkreisel) so viele anfingen, von Marie Kondo zu schwärmen, musste ich mir das Buch doch mal anschauen. Ich habe es, das muss ich zu meiner Schande gestehen, nicht ausgeliehen, sondern gekauft, da ich es unbedingt in der Originalsprache lesen wollte, wobei es ein Weilchen gedauert hat, bis ich dann auch mal kapiert hatte, dass das Buch zuerst auf Japanisch erschienen ist und nicht in englischer Sprache verfasst wurde. Aber da hatte ich es eh schon auf Englisch bestellt und war mit dieser Wahl auch sehr zufrieden. Für mich klingen Ratgeber auf deutsch irgendwie immer besonders altbacken.

Auch wenn schon der Titel keine minimalistischen Schwerpunkte verspricht, hatte ich Minimalismus aufgrund verschiedener Rezensionen als integralen Bestandteil erwartet. Dies trifft allerdings nur eingeschränkt zu. Hauptsächlich (es gibt Ausnahmen!) befasst sich das Buch nicht schwerpunktmäßig mit dem Nutzen von Gegenständen („Brauche ich wirklich 150 Paar Schuhe?“), sondern stellt die persönliche Beziehung zu diesen in den Mittelpunkt: „Bereitet mir Teil xy Freude oder nicht?“ Wenn von den 150 Schuhe im Schuhschrank 99 positive Gefühle („Spark Joy“) hervorrufen, dürfen diese entsprechend der Logik von Marie Kondo auch bleiben. Positive Gefühle legt die Autorin der Praxis halber weiter aus, damit auch aktuelle Steuerratgeber oder Tesafilm, die nicht unbedingt dazu prädestiniert sind, stärkere positive Emotionen hervorzurufen, jedoch sehr nutzlich seien können und das Leben vereinfachen, erfasst werden können.

Ziel ist es für sie also nicht, am Ende einen reduzierten Capsule Wardrobe erschaffen zu haben, sondern nur noch von Dingen umgeben zu sein, die einen beglücken. Gleichzeitig soll beim Ausmisten Ordnung geschaffen werden. Auch wenn die positive Grundeinstellung zur (gut sortierten!) Schuhsammlung Gegenteiliges vermuten lassen würde, vertritt Kondo durchaus die These, dass die meisten Menschen, gemessen daran, was sie wirklich glücklich macht, zu viel besitzen. So legt sie ihren Klient*innen bzw. Leser*innen auch erst einmal nahe, vor dem Aufräumen gründlich auszusortieren, wobei sie im Buch leider konstant dazu rät, die Dinge, die nicht bleiben dürfen, wegzuwerfen. Sicherlich wäre es hier ratsam, alternative Ansätze zu wählen, gerade weil sie Dingen ohnehin einen hohen Stellenwert einräumt und diese geradezu personifiziert. Vor diesem Hintergrund wäre es nur konsequent, materiellen Gütern Achtsamkeit zu schenken, indem auf eine mögliche Weiternutzung hingewiesen wird, die ja auch viel ressourcenschonender wäre. Allerdings scheint Kondo hier einen eher individualistischen und für sie pragmatischen Ansatz zu verfolgen: Aus den Augen, aus dem Sinn – je schneller die Dinge aus dem Haus kommen, desto besser.

Beim Aussortieren selbst geht Kondo sehr strukturiert vor, nämlich nach den Kategorien Kleidung, Bücher, Dokumente, Sonstiges sowie Erinnerungsstücke und zwar genau in dieser Reihenfolge, da sie die Meinung vertritt, dass es leichter sei, sich von Kleidung als von Erinnerungsstücken zu trennen. Wesentlicher Bestandteil der KonMari-Methode ist es, alle Güter einer Kategorie an einem Ort zu versammeln und diese dann auf einmal auf ihre Fähigkeit, Freude zu versprühen zu „testen“. Laut Marie Kondo ist das Chaos bei vielen Menschen der Tatsache geschuldet, dass sie sich beim Aufräumen immer einem bestimmten Ort widmen, dabei aber beispielsweise vergessen, dass im Keller, auf dem Dachboden oder aber im Flur noch weitere sieben Winterjacken hängen, die sie weder alle brauchen noch mögen. Gleichzeitig empfiehlt Kondo, sich lieber wenige Tage und an einem Stück dem Aufräumen zu widmen als jeden Donnerstagnachmittag eine Schublade aufzuräumen. Wer so vorgehe, werde nie fertig und schaffe auch kein passendes System, das jedoch zentral sei, um Unordnung dauerhaft zu vermeiden: Nur, wenn jedes einzelne Teil einen festen Platz in der Wohnung habe, sei es möglich, die Wohnung dauerhaft von Chaos zu befreien.

Dazu bietet sie insbesondere in ihrem zweiten Buch, das sie seltsamerweise erst für Menschen, die das erste Buch komplett durchgearbeitet haben (also bereits Ordnung mit der KonMari-Methode geschaffen haben), empfiehlt, gute Praxistipps, sei es zum effizienten Falten und Lagern von Kleidung oder dem Sortieren des Badezimmerschranks. Wer das zweite Buch also überhaupt kaufen möchte (die Methode lässt sich auch allein mit dem ersten gut begreifen), sollte es meines Erachtens parallel oder unmittelbar nach dem ersten lesen, um die Erkenntnisse dann gleich verarbeiten zu können.

Mein Fazit:

Marie Kondos Bücher waren für mich durchaus inspirierend. Ihre Methode, nach Kategorie und in einem Rutsch aufzuräumen, entspricht meiner sonstigen Aufräumpraxis, sodass hier nicht mehr so viel Neues für mich dabei war. Die ein oder andere Idee, etwa zu Faltmethoden von Socken oder der Lagerung von T-Shirts habe ich jedoch mitgenommen. Auch manche Zitate bzw. Konzepte sind mir durchaus positiv im Gedächtnis geblieben. So etwa „Sometime means never“ bzw. „Sometime never comes“, wenn es darum geht, dass Dinge, die bisher nicht verwendet wurden, oft nur aufbewahrt werden, weil sie irgendwann vielleicht doch gelesen, getragen oder gebraucht werden könnten.
Auch die Frage „Am I having trouble getting rid of this because of an attachment to the past or because of fear for the future?“ finde ich durchaus wichtig. Wir müssen uns klar machen, dass Erinnerungen im Kopf und nicht in der verstaubten Kiste auf dem muffig-feuchten Dachboden gespeichert sind. Als Foodbloggerin musste ich auch ganz besonders über ihren Vergleich von Küchengadgets mit Kinderspielzeug schmunzeln: Am Anfang sei alles ganz toll und aufregend, aber nach kurzer Zeit verliere es seinen Reiz. Da ist zumindest für mich definitiv etwas dran, weshalb ich mich in den letzten Jahren von einigem getrennt habe. Wäre es nicht schon weg, hätte ich es spätestens nach der Lektüre aussortiert.

Weniger gut gefallen hat mir der unnachhaltige Ansatz, aussortierte Besitztümer einfach wegzuwerfen. Hier möchte ich definitv an Möglichkeiten wie Verkaufen, Verschenken bzw. Spenden erinnern. Auch ihr System erscheint, wie an zahlreichen von ihr angeführten Anekdoten deutlich wird, stellenweise willkürlicher als sie zugibt. Über spirituelle und sehr unpraktische Ansätze habe ich hinweg gelesen. Als Minimalistin habe ich beispielsweise ohnehin nur eine Tasche, die ich im Alltag verwende, sodass ich gar nicht einsehe, diese täglich auszuräumen. Auch das meditative Falten für Kleidung wird für mich wohl nie zum Hobby werden, aber das ist okay, Ratgeber sind ja nicht dazu da, um wortwörtlich umgesetzt zu werden, etwas gesunder Menschenverstand und die Fähigkeit, Anpassungen vorzunehmen, sind immer von Nutzen. Doch geärgert hat mich dann aber Kondos etwas altbackenes Geschlechterbild sowie die gut gemeinte Empfehlung an Frauen, gerade nachts etwas „Feminines“ zu tragen. Vermutlich möchte sie die Leute davon abhalten, 200 Schlafshirts zu behalten, aber es gibt keine Notwenidgkeit, feminin auszusehen, was von der Autorin praktisch synonym zu „gepflegt“ verwendet wird. Doch wie ich mich kleide, geht Marie Kondo echt nichts an. #sorrynotsorry

Trotz meiner angeführten Kritik finde ich die Bücher durchaus lesenswert und inspirierend. Wer sie nicht kaufen möchte, diese aber auch nicht in der Bibliothek erhält oder schlichtweg keine Zeit zum Lesen hat, findet zahlreiche Youtube-Videos, auch von Marie Kondo persönlich, in der die Methode erklärt wird. Und wer daran keinen Spaß hat, bekommt die KonMari Methode sogar ganz kurz in der neuen Gilmore Girls Staffel präsentiert, wobei (und ich hoffe, das ist nicht zu sehr gespoilert) diese hier nicht sonderlich gut wegkommt.

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Heiße Schokolade

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Langsam ist es so weit: Weihnachten steht vor der Tür. Auch wenn ich dieses Jahr durch meinen Aufenthalt in der Republik Moldau keine ganz typische Vorweihnachtszeit verbracht habe, sind Chișinăus Straßen so üppig dekoriert, dass sich die Weihnachtsstimmung bei mir im Nullkommanichts eingestellt hatte. Schnee, ein kleiner internationaler Weihnachtsbazar sowie das Kochen eines traditionell deutschen Glühweins für die Weihnachtsfeier meiner Organisation haben dann ihr Übriges getan. Natürlich hoffe ich, ihr hattet ebenfalls eine schöne Vorweihnachtszeit und könnt die Feiertage mit Lieblingsmenschen verbringen.

Während ich früher an den Weihnachtsfeiertagen kaum abschalten konnte, genieße ich die Entschleunigung inzwischen sehr. Nach einem ausgiebigen Spaziergang setze ich mich sehr gerne mit einem Buch aufs Sofa und trinke dabei Tee oder auch heiße Schokolade. Letztere bereite ich am allerliebsten frisch zu, was erstaunlicherweise nur unwesentlich länger dauert als Kakaopulver in Pflanzenmilch einzurühren. Wie auch ihr in wenigen Minuten leckere, glücklich machende heiße Schokolade hertstellt, lest ihr hier:

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Zutaten für 2 Tassen:

♥ 70 g vegane Zartbitterschokoraspeln, -tropfen oder feingehackte Zartbitterschokolade um die 70% Kakaoanteil

♥ 250 ml Pflanzenmilch

♥ 150 ml Pflanzensahne

♥ 1-2 EL Ahornsirup

♥ 1 Prise Salz

♥ optional: Zimt oder andere Wintergewürze

♥ optional zum Dekorieren: Pflanzensahne, Schokosirup, vegane Marshmallos oder Zuckerstangenstückchen…

Zubereitung:

1. Pflanzenmilch und -sahne in einen Topf geben und die Schokolade hinzufügen. Unter stetigem Umrühren mit einem Schneebesen vorsichtig auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Flüssigkeit sollte nicht kochen, aber die Schokolade sollte sich in der Flüssigkeit vollständig aufgelöst haben.

2. Salz, Ahornsirup und ggf. weitere Gewürze hinzufügen. In Lieblingstassen füllen.

3. Nach Geschmack dekorieren. Das ist mein zweitliebster Teil, gleich nach dem Genießen. Falls ihr Sahne verwenden mögt, würde ich empfehlen, die heiße Schokolade leicht abkühlen zu lassen, damit sie euch nicht gleich davonläuft und die Süßigkeiten besser halten.

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PS: Nein, ich habe (leider) keine veganen Marshmallows im Gepäck gehabt. Dieses Rezept habe ich für euch schon vor meiner Abreise vorbereitet, das hat die Zeit gerade noch hergegeben.

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Changes: Klappe die Zweite

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Vor fast exakt eineinhalb Jahren habe ich hier einen Artikel veröffentlicht, der sich mit meinem Umzug von Berlin nach Tübingen befasst hat. Inzwischen ist viel passiert, unter anderem habe ich meinen Master erfolgreich beendet. So ein Uniabschluss ist dann doch ein recht einschneidendes Erlebnis, denn da, außerhalb der Unipforten, wartet sie dann also: Die Erwachsenenwelt. Während sich die unangenehme Frage: „Naaaa, was willst du damit mal machen?“ mitten im Studium noch müde lächelnd wegschieben lässt, sollte mensch zum Ende des Studiums hin doch einen ungefähren Plan haben. Und den habe ich auch: Als Sozialwissenschaftlerin mit Schreibintentionen muss ich mir den Weg erst einmal durch Praktika oder Voluntariate bahnen, die ich zu machen auch mehr als bereit bin.

Es ist aber noch etwas anderes passiert: Ich bin 30 geworden. Persönlich einerseits keine große Sache, denn ich weigere mich, bei dieser „29-B-Panik“ mitzumachen. Abgesehen davon habe ich auf den Vergleichsfotos einen Tag vor meinem Geburtstag und an meinem Geburtstag optisch partout keinen Unterschied feststellen können. Also alles ganz locker. Andererseits ist mir aber bei einer halbwegs zufälligen Internetrecherche aufgefallen, dass mit 30 scheinbar die letzte Chance besteht, halbwegs unkompliziert ins Ausland zu kommen. Mit unkompliziert meine ich: Mithilfe von speziellen Programmen und ohne einen großen finanziellen Einsatz.

Da ich schon immer mal gerne ins Ausland wollte, habe ich mich ganz spontan entschieden, mich um ein Jahr beim Europäischen Freiwilligendienst zu bemühen. Aufgrund meiner Wurzeln habe ich mich insbesondere für Osteuropa interessiert und durch günstige Fügungen hatte ich superschnell einen Platz in einem bereits bewilligten Projekt in der Republik Moldau (= Moldova, Moldawien). Und genau dort ziehe ich nun nächste Woche für ein ganzes Jahr hin, bin ich vor knapp drei Wochen hingezogen, arbeite in  einem Projekt mit, lerne Rumänisch und treffe Leute von überall aus Europa.

Was das für diesen Blog bedeutet? Ich werde sicherlich weniger Rezeptposts veröffentlichen, da ich mein Geld vermutlich eher für Reisen als für fancy Zutaten ausgeben werde und unser WG-Gasherd einen lustigen Ofen ohne jegliche Temperaturanzeige beinhaltet. Auch wenn ich es nach meinem Aufenthalt eventuell ändern werde, noch blogge ich ja rein privat und bekomme keinerlei Geld für Kooperationen, Links etc. Allerdings möchte ich natürlich auch nicht ein Jahr nicht bloggen. Ich weiß noch nicht, wie regelmäßig ich es schaffen werde, aber ab und zu kommt sicherlich mal was. Zu Themen wie minimalistisch Reisen oder vegan unterwegs habe ich dann sicherlich was zu sagen: Inzwischen war ich z.B. eine Woche mit 30-Liter-Rucksack unterwegs. Dazu ein andermal mehr.

Vegane Cinnamon Rolls mit Frosting

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Tübingen hat nicht viele Spots, die für Veganer*innen sonderlich interessant sind. Wenn neben dem Essen auch noch die Atmosphäre in den Blick genommen wird…well…lassen wir das. Das Willi in der Wilhelmstraße ist mir da eine willkommene Ausnahme, nicht zuletzt, da es mit seinem Second-Hand-Interieur auch in Berlin verortet sein könnte und mich an Tagen, an denen ich wehmütig an meine Herzensstadt denke, mit Matcha-Cupcakes tröstet.

Das Café ist nicht rein vegan, hat jedoch eine kleine, aber feine wechselnde Auswahl. Neben Cupcakes gibt es Nussecken, Kuchen und sagenhaft gute Panini mit Grillgemüse. Pflanzenmilch ist hier kein Fremdwort, wer statt den Pappbecher mitzunehmen eine eigene Tasse to go mitbringt, bekommt Rabatt, wer Edelstahldosen auf den Tresen legt und fragt, ob der Kuchen auch dort hinein gepackt werden könne, wird nicht komisch angeschaut, sondern erntet Lob und die gebrauchten Möbel, auf oder an denen mensch sitzt, sind verkäuflich (unser Sofa ist übrigens von dort). Achja, hatte ich die Kleidertauschparties und Flohmärkte, die hier ausgerichtet werden, erwähnt? Ihr versteht, warum ich es hier mag…

Falls ihr euch nun fragt, wie ich den Bogen von einer eher ungeplanten Cafévorstellung zu Zimtschnecken schlagen möchte, aufgepasst: Der große Nachteil, beim Besuch von nicht rein veganen Restaurants und Cafés ist die Tatsache, dass einem auch immer wieder unvegane „Leckereien“ begegnen, die zwar super ausschauen, aber die eben nicht tierleidfrei sind. Und so schmachte ich hier schon seit Ewigkeiten die Zimtschnecken mit Frosting an, insbesondere dann, wenn ich mit Leuten dort bin, die ebendiese bestellt haben. Damit die unerfüllte Lust nach Cinnamon Rolls nun endlich ein Ende hat, habe ich mir in „Selbst-ist-die-Frau-Manier“ eben selbst welche gebacken.

Ein Rezept hätte ich sicherlich gefunden, aber das wäre langweiliger gewesen als einfach in den (Kühl-)Schrank zu schauen und mit dem zu backen, was noch da war und das Internet dann wiederum mit einem weiteren veganen Zimtschnecken-Rezept zu erfreuen. Übrigens mein zweites, denn vor gefühlt 100 Jahren habe ich schonmal ein Rezept für Zimtschnecken veröffentlicht, diese sind aber mit Fertig-Blätterteig gemacht. Und die Bilder sind…ach, ich werde ganz nostalgisch, wenn ich an die Digicam denke, die ich zu meinem 18. Geburtstag bekommen habe…aber genug Nähkästchenplauderei für heute, hier endlich das Rezept:

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Zutaten:

Für den Teig

♥ 300 g Dinkelmehl Type 603

♥ 160 ml Pflanzenmilch

♥ 5 g Trockenhefe

♥ 50g Roh-Rohrzucker

♥ 1 gehäufter TL Zimt

♥ 1 Prise Salz

Für die Füllung

♥ 80 g vegane Margarine oder Rapsöl

♥ 80 g Roh-Rohrzucker

♥ 1 gehäufter TL Zimt

♥ 1 Prise gemahlene Vanille

♥ 1 Apfel

♥ 60 g Rosinen (optional)

Fürs Frosting

♥ 75 g Puderzucker

♥ 2 EL Zitronensaft oder Wasser

Zubereitung:

1. Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben. Pflanzenmilch auf dem Herd oder in der Mikrowelle auf eine lauwarme Temperatur erhitzen. Die Hefe zur Pflanzenmilch geben, umrühren und rund 5 Minuten stehen lassen.

2. Pflanzenmilch und Hefe zum Mehl geben und unter Zugabe der restlichen Zutaten zu einem Teig verkneten. Mindestens eine Stunde ruhen lassen. Anschließend auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen. Mein Teigstück war am Ende ca. 35×45 cm groß.

3. Falls für die Füllung Margarine verwendet wird, diese schmelzen (das Öl bedarf keiner weiteren „Vorbehandlung“) und mit dem Zucker, dem Zimt und der Vanille vermengen. Auf dem ausgerollten Teig verteilen.

4. Apfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Anschließend den Apfel in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit – falls erwünscht – den Rosinen auf der Füllung verteilen.

5. Teig von der Längsseite her aufrollen und die Teigrolle anschließend in gleichmäßige Stücke schneiden.

6. Springform mit 26 cm Durchmesser einfetten und die Zimtschnecken in diese hineinsetzen. Bei 180° C für 22-25 backen, bis sie leicht gebräunt sind.

7. Fürs Frosting den Puderzucker sieben und anschließend mithilfe eines Schneebesens mit der Flüssigkeit vermengen. Ich mag den Kontrast zwischen süß und sauer, weshalb ich gerne Zitronensaft verwende, aber mit Wasser oder Saft funktioniert das ganze natürlich auch.

8. Wer möchte, dass das Frosting fest wird, sollte die Zimtschnecken vor dem besprenkeln mit dem Frosting am besten abkühlen lassen, ich esse sie aber am liebsten, wenn sie noch etwas warm sind und das Frosting noch flüssig ist.

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Kürbishummus

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Hummus ist ein wahrer kulinarischer Allrounder. Ob als Brotaufstrich oder zu Gemüsesticks, Nudeln oder Kartoffelspalten, Hummus geht eigentlich immer. Ich habe ihn auch schon mit roter Beete, Paprika und Kräutern gepimpt (Rezepte habe ich nicht gepostet, könnte ich aber bei Interesse auch noch), um ein bisschen Abwechslung – auch farblich – in die Sache zu bringen. Das verlängerte Wochenende habe ich jetzt für die Herstellung einer herbstlichen Kürbisvariante genutzt. Wer diesen Blog schon länger liest, wird aufgrund der regelmäßig aufploppenden Rezepte mit Kürbis – Hokkaido ist dabei meine Lieblingsvariante – sicherlich schon geahnt haben, dass ich dieses Gemüse während der Saison sehr exzessiv verwende bzw. esse. Daher ist es auch kein Wunder, dass auch vom Hummus nichts mehr übrig ist, sodass ich die Tage Nachschub produzieren werde. Und zwar nach folgendem Rezept, das ich wärmstens empfehlen kann (oh wow, was für ein Zufall, stammt es doch aus meiner Feder).

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Zutaten:

♥ 250 g Hokkaidokürbisstücke

♥ 220 g Kichererbsen

♥ 100 ml Aquafaba (Kichererbsenwasser)

♥ Saft von einer Zitrone

♥ 70 ml Olivenöl

♥ 2 TL Tahin

♥ 2 TL Kreuzkümmel

♥ 2 TL Paprikapulver (edelsüß)

♥ 1-2 Knoblauchzehen, je nach Geschmack

♥ 1-1,5 TL Salz, je nach Geschmack

♥ optional zum Dekorieren: Olivenöl, Petersilie, Paprikapulver, Kichererbsen…

Zubereitung:

1. Kürbis in ungesalzenem Wasser ca. 12-15 Minuten kochen, bis er sehr weich ist. Wasser abgießen und den Kürbis auskühlen lassen.

2. Knoblauchzehen schälen und gemeinsam mit allen weiteren Zutaten im Mixer zu einer homogenen Creme pürieren. Alternativ kann auch der Pürierstab verwendet werden.

3. Kaltstellen und vor dem Servieren am besten noch hübsch dekorieren.

Vegane Walnusscookies

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Es ist nicht so, als würde in unserem Haushalt irgendjemand jemals „Nein“ zu Cookies sagen. Sobald sich der Herbst allerdings auch nur vage mit Regenwetter und Stürmen andeutet, werden sie beinahe zu einem Grundnahrungsmittel für uns. Dann backe ich mindestens einmal die Woche Kekse, um diese bei einem gemütlichen Netflix-Abend oder bei Tee und einem guten Buch zu verspeisen.

Besonders gerne mögen wir Schoko-Nuss-Cookies in allen Varianten. Manchmal ersetze ich die Walnüsse auch durch Cashews oder Erdnüsse, eben was gerade so im Haus ist. Auch bei den Ölen bin ich flexibel – Hauptsache am Ende der Produktionskette steht Nachschub für die Keksdose und das darin hausende Krümelmonster. Ebenfalls ein Mittelchen gegen Herbstblues gefällig? Dann habt ihr Glück, wie es der Zufall so will, befindet ihr euch mitten in einem entsprechend Rezeptpost.

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Zutaten für rund 16 große Cookies:

♥ 300 g Mehl

♥ 6 g Backpulver

♥ 225 g Zucker

♥ 1 Prise Salz

♥ 55 ml Sonnenblumenöl

♥ 55 ml Walnussöl

♥ 65 ml Pflanzenmilch

♥ 50 g Walnusskerne

♥ 100 g Schokotropfen

Zubereitung:

1. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und zu einem homogenen Teig vermengen.

2. Teig rund 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

3. Nun ca. 16 gleich große Kekse formen auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech platzieren.

4. Cookies bei 180 Grad (vorgeheizt*) rund 15 Minuten backen.

*grundsätzlich kann man die Zeit des Vorheizens natürlich schon zum Backen nutzen, um weniger Energie zu verbrauchen. Dazu muss man seinen Ofen allerdings kennen/die Kekse beim Backen beobachten.

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